Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Krankenbeförderung: neues Formular und Verordnung durch Kliniken

12.03.2020 - Das Formular für die Verordnung einer Krankenbeförderung ändert sich zum 1. Juli 2020. Hintergrund ist das vereinfachte Genehmigungsverfahren für bestimmte Patientengruppen. Neu ist, dass Kliniken ab sofort auch Krankenbeförderungen verordnen dürfen.

Neues Formular ab 1. Juli

Ab Juli findet sich eine gesetzliche Änderung auch auf dem Verordnungsformular für die Krankenbeförderung wieder: Patienten mit Pflegegrad 3 und dauerhafter Mobilitätsbeeinträchtigung, Pflegegrad 4 oder 5 brauchen die ärztlich verordnete Krankenfahrt mit Taxi oder Mietwagen zur ambulanten Behandlung nicht mehr ihrer Krankenkasse zur Genehmigung vorlegen.

Diese Erleichterung, die Anfang 2019 mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz eingeführt wurde, gilt auch bei Verordnungen für schwerbehinderte Patienten (Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“). Auf dem Formular stehen solche Fahrten nun unter „genehmigungsfreie Fahrten“.

Außerdem wurden aufgrund von Hinweisen aus der Praxis einige weitere Anpassungen auf dem Formular vorgenommen (siehe Übersicht unten).

Neu ab sofort: Verordnung im Entlassmanagement

Bereits ab sofort gilt eine weitere Neuerung: Krankenhäuser können im Zuge des Entlassmanagements auch Krankentransporte und Krankenfahrten verordnen. Ein entsprechender Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses ist kürzlich in Kraft getreten.

Damit können Entlassfahrten nach einer stationären Behandlung vom Krankenhaus verordnet werden, wenn dies medizinisch erforderlich ist. Der Gesetzgeber hatte mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) eine Regelungslücke aufgegriffen, die nunmehr geschlossen ist.

Das ändert sich ab Juli 2020 auf dem Verordnungsformular

  • Krankenfahrten zur ambulanten Behandlung mit Taxi oder Mietwagen für Patienten mit Merkzeichen "aG“, „Bl“, „H“, Pflegegrad 3 mit dauerhafter Mobilitätsbeeinträchtigung, Pflegegrad 4 oder 5 sind unter „Genehmigungsfreie Fahrten“ eingeordnet.
  • Unter „Genehmigungspflichtige Fahrten zu ambulanten Behandlungen“ wurden Formulierungen und die Anordnung angepasst. So sind beispielsweise alle Fahrten, die einen Transport mit einem Krankentransportwagen (KTW) erfordern, unter f) anzugeben. Dies gilt auch für KTW-Fahrten zur ambulanten Behandlung für Patienten mit Merkzeichen "aG“, „Bl“, „H“, Pflegegrad 3 mit dauerhafter Mobilitätsbeeinträchtigung, Pflegegrad 4 oder 5.
  • Bei „Behandlungstag/Behandlungsfrequenz und nächsterreichbare, geeignete Behandlungsstätte“ kann bei genehmigungsfreien Fahrten zukünftig auf die Angabe des Behandlungstages verzichtet werden, wenn der Behandlungstag nicht bekannt ist. Dies kann zum Beispiel dann in Betracht kommen, wenn beim Hausbesuch die Notwendigkeit eines Facharztbesuches festgestellt wird oder eine Terminvergabe über die Terminservicestelle erfolgt.
  • Unter „3. Art und Ausstattung der Beförderung“ wurde klargestellt, dass die Angabe von „Rollstuhl“, „Tragestuhl“, „liegend“ für alle Beförderungsmittel möglich ist. Die bisherige Darstellung hat in der Praxis zu Missverständnissen geführt.
  • Ferner wurden unter „4. Begründung/Sonstiges“ die Beispiele um „Gewicht bei Schwergewichttransport“ ergänzt. Auch diese Änderung folgt aufgrund von Hinweisen aus der Praxis.
  • Zudem wurden auf der Rückseite Änderungen im Sinne der Transporteure vorgenommen.

Wichtig: Das geänderte Formular wird per Stichtagsregelung zum 1. Juli 2020 eingeführt. Die bisherigen Formulare dürfen nicht aufgebraucht werden. Die Vordruckerläuterungen wurden entsprechend angepasst.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten