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Praxisnachrichten

Vorübergehend kein Mammographie-Screening

25.03.2020 - Angesichts der Infektionsgefahr durch das Coronavirus wird das Einladungswesen für das Mammographie-Screening-Programm vorerst ausgesetzt. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss heute in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Gesundheit beschlossen. Die Veröffentlichung im Bundesanzeiger soll am Donnerstag erfolgen.

In Anbetracht der aktuellen Entwicklung der COVID-19-Pandemie wurde die Nutzen-Schaden-Abwägung zwischen einem verschobenen Untersuchungstermin für das Screening einerseits und dem Risiko einer Infektion andererseits neu bewertet.

Die Zentralen Stellen werden bis zum 30. April keine Einladungen verschicken. Nach Beendigung der Aussetzung wird der Einladungsversand umgehend nachgeholt.

Frauen, die erst jüngst zur Untersuchung waren und bei denen ein auffälliger Befund festgestellt wurde, erhalten unverändert eine zeitnahe Abklärungsdiagnostik. Frauen mit akut auffälligen Befunden außerhalb des Screenings werden wie bisher kurativ versorgt.

Beschluss soll einheitliches Vorgehen ermöglichen

Der Beschluss des G-BA soll eine einheitliche Lösung für ein bundesweites Vorgehen einleiten. Nach Mitteilung der Kooperationsgemeinschaft hat bereits ein Viertel der Screening-Einheiten wegen krankheits- und quarantänebedingter Personalausfälle in Folge der Corona-Pandemie den Betrieb eingestellt. In einigen Regionen haben die Gesundheitsämter bereits Screening-Einheiten geschlossen.

In beiden Fällen muss die zuständige Kassenärztliche Vereinigung informiert werden. Darüber hinaus können die Kassenärztlichen Vereinigungen in Anbetracht der jeweiligen Infektionssituation in den Regionen und gegebenenfalls in Rücksprache mit den Landesgesundheitsbehörden den Versorgungsauftrag für die Erstellung von Screening-Mammographien befristet aussetzen.

Hinweis zur Qualitätssicherung

Die vorübergehende Aussetzung des Screening-Betriebs hat Auswirkungen auf die Qualitätssicherungsvorgaben der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie und auf den Anhang 9.2 des Bundesmantelvertrags für Ärzte. Befristete Änderungsbeschlüsse dieser Regelungen werden derzeit vorbereitet.

Die Maßnahmen im Detail:

  • Bis zum 30. April versenden die Zentralen Stellen keine neuen Einladungen zum Mammographie-Screening.
  • Nach Beendigung der Aussetzung wird der Einladungsversand umgehend nachgeholt.
  • Bis zur Aussetzung erstellte Mammographien sollen gemäß dem vorgegebenem Algorithmus befundet werden. Frauen, bei denen ein auffälliger Befund festgestellt wird, sollen eine Abklärungsdiagnostik innerhalb der vorgegebenen Fristen erhalten.
  • Sollten aufgrund der Pandemie kooperierende Ärzte oder Standorte für veranlasste Leistungen nicht mehr zur Verfügung stehen, so sind Einzelfallentscheidungen zu treffen.

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