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Notfallplan sichert Dialyse-Versorgung während der Pandemie

25.03.2020 - Zur Sicherstellung der Versorgung von Dialyse-Patienten haben KBV und GKV-Spitzenverband einen Notfallplan für die Zeit der Coronavirus-Pandemie verabschiedet. Damit werden bisherige Vorgaben teilweise gelockert, sodass die Dialyseeinrichtungen bei Bedarf schnell und unbürokratisch reagieren können.

Zur Sicherstellung der Dialyse-Versorgung sollen die Einrichtungen flexibel auf bestimmte Notsituationen reagieren können, zum Beispiel, wenn Dialyse-Ärzte krankheitsbedingt ausfallen oder ganze Einrichtungen aus Gründen des Infektionsschutzes nicht in dem gewohnten Umfang weiterarbeiten können. In solchen Fällen können Praxen beispielsweise unkompliziert Patienten anderer Praxen übernehmen.

Auch muss im Bedarfsfall reagiert werden, wenn sich Dialyse-Patienten mit dem Virus infiziert haben. So könnte es sinnvoll sein, dass einige Dialysepraxen ausschließlich Patienten versorgen, die sich mit dem Virus angesteckt haben. Durch diese Trennung kann das Infektionsrisiko für alle anderen Dialyse-Patienten verringert werden.

Kriedel: Die Patienten werden auf jeden Fall weiter versorgt

„Mit den beschlossenen Maßnahmen stellen wir sicher, dass Menschen, die auf eine Dialyse angewiesen sind, uneingeschränkt versorgt werden können“, betonte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Schon kleine Ausfälle des Dialyseangebotes hätten für sie fatale Folgen. „Deshalb war es uns wichtig, für eventuelle Engpässe vorzusorgen und den Ärzten die nötige Freiheit zu geben, die Versorgung unter den aktuell schwierigen Bedingungen optimal zu organisieren“, betonte Kriedel.

Ärzte müssen ihre KV informieren

Die Ärzte müssen ihre Kassenärztliche Vereinigung darüber informieren, wenn sie von den Dialyse-Vorgaben abweichen. Die Vereinbarung zu den Notfallmaßnahmen ist vorerst bis zum 30. Juni 2020 befristet. Außerdem wurden die Zuschlagsziffern für Infektionsdialysen an die Coronavirus-Situation angepasst (siehe Infokasten).

Fachinformation für Nephrologen zu COVID-19

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie hat Fachinformationen zu COVID-19 veröffentlicht (siehe „Mehr zum Thema“). Nephrologen und Praxisteams finden dort unter anderem Hygieneempfehlungen sowie Informationsblätter für Patienten.

Zuschlagsziffer zu Infektionsdialysen

Die Kostenpauschalen sind ab sofort nun ausdrücklich auch bei Quarantäne-Patienten und bei Kontaktpersonen der Kategorie I des Robert Koch-Institutes berechnungsfähig:

  • GOP 40835: Zuschlag zu der Kostenpauschale 40816, 40823 oder 40825 für die Infektionsdialyse und
  • GOP 40836: Zuschlag zu der Kostenpauschale 40815, 40817, 40818, 40819, 40824, 40826 bis 40828 für die Infektionsdialyse

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