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Praxisnachrichten

QS-Maßnahmen vorerst ausgesetzt - Weitere Regelungen zum Mammographie-Screening

27.03.2020 - Angesichts der Coronavirus-Krise können die Kassenärztlichen Vereinigungen viele Qualitätssicherungs-Maßnahmen vorübergehend aussetzen oder von den Bundesvorgaben abweichen. Dies betrifft unter anderem verschiedene Dokumentationsprüfungen durch Stichproben und die Einhaltung von Mindestmengen. Darauf hat sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband verständigt. 

Damit sollen in erster Linie die Praxen entlastet werden. Zudem können aufgrund der besonderen Versorgungssituation bestimmte Qualitätsvorgaben derzeit nicht eingehalten werden. Dies gilt insbesondere für Prüfungen, an denen in der Regel mehrere Personen teilnehmen. 

Die Übergangsregelung gilt bis 30. Juni. Sie betrifft neben Stichprobenprüfungen und Mindestmengen beispielsweise Fallsammlungs-, Präparate- oder Geräteprüfungen. Auch Fortbildungsmaßnahmen für Vertragsärzte und ihre Praxismitarbeiter, die für bestimmte Leistungen vorgeschrieben sind, fallen darunter.

Aussetzen des Versorgungsauftrags 

Die Vereinbarung sieht außerdem vor, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen in Anbetracht der regionalen Infektionslage und gegebenenfalls in Rücksprache mit den Landesgesundheitsbehörden den Versorgungsauftrag für die Erstellung von Röntgenaufnahmen im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms aussetzen dürfen. Die erforderliche Abklärungsdiagnostik ist davon nicht berührt. 

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte bereits gestern in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Gesundheit beschlossen, das Einladungsverfahren im Mammographie-Screening-Programm auszusetzen.  Die Zentralen Stellen, die unter anderem die Terminkoordination für das Programm übernehmen, werden bis 30. April keine neuen Einladungen versenden. 

Da für die nächsten etwa zwei bis drei Wochen Frauen bereits Einladungsschreiben und Termine erhalten haben, entsteht eine Übergangszeit, bis tatsächlich keine Screening-Mammographien durchgeführt werden. Für diese Übergangszeit konnte der Gemeinsame Bundesausschuss keine verbindliche Regelung treffen.   

Nach Beendigung der Aussetzung soll der Versand von Einladungen umgehend nachgeholt werden. Alle Frauen, die wegen der Aussetzung keine Einladung erhalten, behalten ihren Leistungsanspruch. 

Dies gilt insbesondere für Frauen, die bis zum Ende der Aussetzungsfrist das 70. Lebensjahr vollendet haben. Frauen mit auffälligen Befunden erhalten unverändert eine zeitnahe Abklärungsdiagnostik. Auch Frauen mit akut auffälligen Befunden außerhalb des Screenings werden wie bisher kurativ versorgt. 

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