Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Balneophototherapie künftig auch bei Neurodermitis möglich

02.04.2020 - Ärzte können eine Licht-Bade-Therapie auch zur Behandlung ihrer Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis einsetzen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen. Zunächst muss noch die Vergütung geregelt werden.

Die Methode, bei der Wannenbäder mit verschiedenen Zusätzen und eine UV-Lichttherapie kombiniert werden, wurde jetzt auch für das atopische Ekzem in die Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung aufgenommen. Bislang war sie dort nur für die Behandlung einer Psoriasis aufgeführt.

Sie kann bei Patienten mit mittelschwerem bis schwerem Beschwerdebild (SCORAD-Score größer 25) als Photosoletherapie, das heißt im salzhaltigen Wannenbad mit synchroner oder asynchroner Lichttherapie, angewendet werden (siehe Infokasten).

Genehmigung erforderlich

Die Behandlung dürfen Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten durchführen, die eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Balneophototherapie haben.
Ärzte müssen etwa über die entsprechenden Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten mit der Methode verfügen sowie die räumlichen und apparativen Voraussetzungen erfüllen.

Behandlung von Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen darf die Balneophototherapie nur nach sorgfältiger Prüfung der zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten erfolgen. Für diese Patientengruppe liegen dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) keine Studienergebnisse vor.

Für Erwachsene mit Neurodermitis hingegen konnte ein höherer Nutzen der Balneophototherapie gegenüber der trockenen UV-Bestrahlung nachgewiesen werden.

Vergütung wird geregelt

Das Bundesgesundheitsministerium hat zunächst zwei Monate Zeit, den Beschluss des G-BA vom 20. März zu prüfen. Nach erfolgter Nichtbeanstandung wird er im Bundesanzeiger veröffentlicht und tritt am Folgetag in Kraft.

Danach hat der Bewertungsausschuss sechs Monate Zeit, um über die Vergütung zu verhandeln. Erst dann können Kassenpatienten die neue vertragsärztliche Leistung in Anspruch nehmen.

Balneophototherapie: Details zur Methode

Eine Balneophototherapie kann als Photosoletherapie (Salz-Bad kombiniert mit UV-Strahlen) oder als Bade-PUVA (Psoralen kombiniert mit UV-A-Strahlen) erbracht werden.

Zur Behandlung der Psoriasis sind sowohl Bade-PUVA als auch Photosoletherapie zugelassen. Für die Behandlung der Neurodermitis darf ausschließlich die Photosoletherapie eingesetzt werden. Dazu stehen die synchrone und die asynchrone Anwendung zur Verfügung:

Die synchrone Photosoletherapie besteht aus dem gleichzeitigen Bad in einer Tote-Meer-Salzlösung und einer Bestrahlung mit UV-B-Schmalbandspektrum unter Verwendung von dafür zugelassenen Behandlungssystemen.

Bei der asynchronen Photosoletherapie erhält die Patientin oder der Patient zuerst ein 20-minütiges Bad mit Kochsalzlösung und anschließend die Lichtbehandlung unter Anwendung von UV-Bestrahlungsgeräten. Die asynchrone Photosoletherapie kann als Vollbad oder als Folienbad durchgeführt werden.

Behandlungshäufigkeit

Die Behandlungshäufigkeit sollte bei drei bis fünf Anwendungen pro Woche liegen und ist pro Behandlungszyklus auf höchstens 35 Einzelanwendungen beschränkt. Ein neuer Behandlungszyklus kann frühestens sechs Monate nach Abschluss eines vorangegangenen Behandlungszyklus starten.

Die Leistung beinhaltet die Aufklärung der Patienten sowie die Dokumentation der Ausgangsbefunde (u.a. SCORAD-Wert), des Behandlungsverlaufs, der durchschnittlichen Anzahl der Behandlungen pro Woche und der Gesamtbehandlungsanzahl.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten