Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Regelungen zur Qualitätssicherung zum 1. April angepasst

02.04.2020 - Mehrere Vereinbarungen zur Qualitätssicherung wurden zum 1. April angepasst. Konkret geht es um Koloskopie, kurative Mammographie, Ultraschall, PET/CT, photodynamische Therapie am Augenhintergrund, phototherapeutische Keratektomie sowie Strahlendiagnostik und -therapie.

Unabhängig davon können die Kassenärztlichen Vereinigungen angesichts der Coronavirus-Pandemie viele Qualitätssicherungs-Maßnahmen (u. a. Mindestzahlen) vorübergehend aussetzen oder von den Bundesvorgaben abweichen (die PraxisNachrichten berichteten).

Die Neuerungen im Überblick

Koloskopie: Mindestmengen

Bei der Koloskopie wurden die Vorgaben für den jährlichen Nachweis der Mindestzahlen präzisiert: Zur Aufrechterhaltung der fachlichen Befähigung müssen Ärzte mindestens 200 totale Koloskopien sowie mindestens 10 Polypektomien innerhalb eines Zeitraumes von jeweils zwölf Monaten selbständig durchgeführt haben. Dabei müssen die Koloskopien und Polypektomien ohne Mängel sein. Es wurde nun klargestellt, dass diese Anforderungen getrennt voneinander zu sehen sind.

Kurative Mammographie: Fallsammlungsprüfungen

Die Änderungen bei der kurativen Mammographie betreffen die Fallsammlungsprüfungen sowie Anpassungen an das neue Strahlenschutzrecht.

Fallsammlungsprüfungen erfolgen zukünftig ausschließlich digital. Dies ist eine Anpassung auf die deutlich zurückgegangene Nachfrage nach Prüfungen anhand von ausgedruckten Röntgenbildern. Weiterhin werden Ärzte ausdrücklich aufgefordert, eigene Fälle für die Fallpools einzureichen. In drei Befundkategorien wurden die Begrifflichkeiten an diejenigen des Mammographie-Screenings angepasst.

Darüber hinaus wurde die Mammographie-Vereinbarung an das neue Strahlenschutzrecht angepasst.

Ultraschall: Aufnahme Bauchaortenaneurysmen

Die Änderungen bei der Ultraschall-Vereinbarung betreffen zum einen das Screening auf Bauchaortenaneurysmen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte am 19. Dezember 2019 die Integration der Richtlinie Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen in die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie beschlossen (die PraxisNachrichten berichteten).

Dabei wurden die Voraussetzungen an die Genehmigungserteilung auf den Anwendungsbereich AB 20.10 (Duplexverfahren – abdominelle und retroperitoneale Gefäße sowie Mediastinum) und die Anwendungsklasse AK 20.9 (Gefäße des Abdomens, Retroperitoneums und Mediastinum, Duplex) erweitert. Die Aufnahme der Gebührenordnungsposition 01748 in die AK 20.9 der Anlage III der Ultraschall-Vereinbarung ist eine Folgeänderung zu diesem Beschluss.

Eine weitere Änderung ist der Wegfall der Gebührenordnungsposition 13550 (Zusatzpauschale Kardiologie II). Diese Änderung im EBM wurde ebenfalls in der Ultraschall-Vereinbarung nachvollzogen.

PET/CT: Initiales Staging Non-Hodgkin-Lymphome

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte das Einsatzgebiet für die Positronenemissionstomographie/Computertomographie (PET, PET/CT) kürzlich erweitert. Konkret darf es auch beim initialen Staging bei aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen zur Diagnostik eingesetzt werden (die PraxisNachrichten berichteten). Dies wurde in die Qualitätssicherungsvereinbarung PET/CT aufgenommen.
Für Ärzte, die bereits eine Genehmigung für PET- beziehungsweise PET/CT-Leistungen haben, gilt eine Übergangsregelung.

PDT und PTK: Weiterhin keine Stichprobenprüfungen

In den Vereinbarungen für die photodynamische Therapie (PDT) am Augenhintergrund und für die phototherapeutische Keratektomie (PTK) wurde festgelegt, dass die ärztliche Dokumentation weiterhin nicht überprüft wird. Konkret werden die Stichprobenprüfungen bis zum 31. Dezember 2022 ausgesetzt.

Strahlendiagnostik und -therapie: Anpassung an aktuelles Strahlenschutzrecht

Die Vereinbarung zur Strahlendiagnostik und -therapie wurde an das neue Strahlenschutzrecht angepasst (§ 11 „Anforderungen an die apparative Ausstattung; Diagnostische Radiologie“).

Eine weitere Änderung wurde beschlossen, wird aber erst zu einem späteren Zeitpunkt in Kraft treten. Es handelt sich dabei um einen Verweis auf die Richtlinie für Sachverständigenprüfungen nach der Röntgenverordnung. Die ursprünglich für Februar 2020 geplante Aktualisierung der Richtlinie durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit ist noch nicht erfolgt.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten