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Praxisnachrichten

Rezepte per Smartphone - Ärzte müssen ePA befüllen

02.04.2020 - Rezepte und Überweisungen sollen künftig digital übermittelt werden. Patienten bekommen außerdem ein Recht darauf, dass der Arzt ihre elektronische Patientenakte mit Befunden, Arztbriefen oder Röntgenbilder befüllt. Dies sieht das Patientendaten-Schutz-Gesetz vor, das die Bundesregierung am Mittwoch auf den Weg gebracht hat.

Mit dem Patientendaten-Schutz-Gesetz will die Regierung dafür sorgen, dass digitale Angebote schnell und sicher im Patientenalltag ankommen. So sollen Versicherte künftig elektronische Rezepte mit einer sicheren App in einer Apotheke ihrer Wahl einlösen können.

Fest stand bereits, dass Krankenkassen ihren Versicherten ab 2021 eine elektronische Patientenakte (ePA) anbieten müssen. Damit diese auch befüllt wird, erhalten Patienten mit dem neuen Gesetz einen Anspruch darauf, dass ihr Arzt Daten in die ePA einträgt.

10 Euro für das Befüllen der ePA

Ärzte und Krankenhäuser, die die Akte erstmals befüllen, bekommen hierfür 10 Euro. Für die Unterstützung der Versicherten bei der weiteren Verwaltung ihrer ePA erhalten Ärzte, Zahnärzte und Apotheker nach dem Gesetzentwurf ebenfalls eine Vergütung. Deren Höhe soll von der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen festgelegt werden.   

Die Nutzung der elektronischen Patientenakte ist freiwillig. Der Versicherte entscheidet, welche Daten in der ePA gespeichert oder wieder gelöscht werden. Er entscheidet auch in jedem Einzelfall, wer auf die ePA zugreifen darf.

Impfpass und gelbes Heft

Neben Befunden, Arztberichten oder Röntgenbildern lassen sich ab 2022 der Impfausweis, der Mutterpass, das gelbe U-Heft für Kinder und das Zahn-Bonusheft in der elektronischen Patientenakte speichern.

Ab 2022 sollen Versicherte darüber hinaus die Möglichkeit bekommen, über ihr Smartphone oder Tablet für jedes in der ePA gespeicherte Dokument einzeln zu bestimmen, wer darauf zugreifen kann. Sie können also zum Beispiel festlegen, dass ein Arzt zwar auf die ePA zugreifen darf, dass aber bestimmte Befunde nicht angezeigt werden.

Wer seine Daten in der ePA einsehen möchte, kann das auf dem eigenen Smartphone oder Tablet tun. Auch Versicherte, die kein mobiles Endgerät besitzen, bekommen die Möglichkeit, ihre ePA zum Beispiel in einer Filiale ihrer Krankenkasse einzusehen. Die Kassen werden verpflichtet, die technische Infrastruktur dafür ab 2022 zur Verfügung zu stellen.

TI: Ärzte für Schutz der Patientendaten verantwortlich

Der Gesetzentwurf regelt auch, dass Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken für den Schutz der Patientendaten verantwortlich sind, die von ihnen in der Telematikinfrastruktur verarbeitetet werden. Die Details dazu würden mit dem Gesetzentwurf „lückenlos“ geregelt, informiert das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Internetseite.

Betreiber von Diensten und Komponenten innerhalb der Telematikinfrastruktur müssten Störungen und Sicherheitsmängel unverzüglich an die gematik melden. Tun sie das nicht ordnungsgemäß, drohe ihnen ein Bußgeld von bis zu 300.000 Euro.

Das Gesetz soll voraussichtlich im Herbst in Kraft treten. Es ist im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig.

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