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Praxisnachrichten

Pneumokokken-Impfstoff Pneumovax in Kürze wieder verfügbar

02.04.2020 - Der Pneumokokken-Impfstoff Pneumovax 23 ist voraussichtlich ab 3. April in Deutschland wieder im Handel verfügbar. Darüber hat das Paul-Ehrlich-Institut informiert. Die Firma MSD hat zwei Chargen Pneumovax 23 aus Japan importiert.

Das bedeutet, dass die Verpackung und die Gebinde in japanischer Kennzeichnung auf den Markt gebracht werden. Auch die Klebeetiketten mit der Charge für den Impfpass sind in japanischen Schriftzeichen. Ärzte müssen daher handschriftlich notieren, dass es sich um Pneumovax 23 handelt.

Fachinformationen und Fotos auf der Webseite des PEI

Eine Chargenprüfung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) ist in diesem Fall formal nicht erforderlich. Trotzdem hat das PEI Qualität und Echtheit der Chargen überprüft. Auf der Website des PEI sind ausführliche Informationen zu den Chargen und der Verpackung zu finden, einschließlich Fotos.

Impfstoff nur begrenzt haltbar

Da der Impfstoff nur begrenzt haltbar ist – bis 11. Juni 2020 – sollte er möglichst schnell verimpft werden.

Die Ware wird über den Großhandel in ganz Deutschland verteilt. Dieser Vertriebsweg über den Großhandel wurde erstmalig über eine Kooperation mit dem Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels (PHAGRO) organisiert.

Rückmeldung erbeten, falls Impfstoff nicht ankommt

Das PEI bittet daher die Ärzte um Rückmeldung per E-Mail an mikrobiologie@pei.de, ob das System funktioniert, das heißt, ob die Ware flächendeckend in Deutschland ankommt. Da das PEI – sollte sich das System als gut und effizient erweisen – diesen Weg in schwierigen Situationen erneut nutzen möchte, sind Rückmeldungen besonders wichtig, wenn der Impfstoff nicht erhältlich ist.

PEI erwartet weitere Impfstoff-Lieferungen in den nächsten Wochen

Das Paul-Ehrlich-Institut hat zudem mitgeteilt, dass es mit allen Pneumokokken-Impfstoffherstellern in Kontakt steht, um den Versorgungsmangel zu beheben. Es geht davon aus, dass sich in den nächsten Wochen durch weitere Lieferungen und gezielte Einfuhr die Situation entspannen wird.

Sollten Praxen andere Erfahrungen machen, ist das PEI auch sehr an Rückmeldungen interessiert, zum Beispiel über die „Verbrauchermeldung zu nicht gelisteten Impfstoff-Lieferengpässen“ auf der Website des PEI.

Aktuelle Handlungsempfehlungen der STIKO gelten weiterhin

Das PEI weist außerdem darauf hin, dass die aktuellen Handlungsempfehlungen der Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) zur Priorisierung weiter gelten. Es gibt nach wie vor viele Risikopatienten, die noch nicht geimpft sind, und weiterhin zu wenig Impfstoff. Deshalb sind diese Priorisierungen notwendig.

Import möglich durch Regelungen des Arzneimittelgesetzes

Rechtlich möglich wird der Impfstoff-Import aus Japan durch eine Ausnahmeermächtigung nach dem Arzneimittelgesetz (Paragraf 79 Absatz 5), das dieses Vorgehen im Falle eines Versorgungsmangels der Bevölkerung zulässt.

Die Nachfrage nach Pneumokokken-Impfstoff ist im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie stark gestiegen. Für Pneumovax 23 besteht ein Lieferengpass, der Pneumokokken-Impfstoff Prevenar 13 ist derzeit begrenzt verfügbar.

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