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Praxisnachrichten

Mehr Konsultationen ab sofort auch per Telefon möglich

03.04.2020 - Die Möglichkeiten zur ärztlichen und psychotherapeutischen Konsultation per Telefon während der Corona-Pandemie werden für alle Fachgruppen ausgeweitet. Psychotherapeuten und Ärzte können ihre Patienten jetzt öfter und länger auch telefonisch betreuen.

Die KBV hat mit dem GKV-Spitzenverband heute eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen. Hintergrund ist der steigende Bedarf an telefonischen Konsultationen von erkrankten Patienten. Denn aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus kommen viele Menschen nicht in die Praxis, vor allem Kontrolluntersuchungen werden verschoben. Trotzdem müssen die Patienten versorgt werden. 

Weit über drei Stunden Telefonkonsultation

Nach der Vereinbarung können Ärzte und Psychotherapeuten in diesem Quartal Telefonkonsultationen von bis zu drei Stunden und 20 Minuten pro Patient abrechnen – zusätzlich zu der Gebührenordnungsposition (GOP) 01435 (88 Punkte / 9,67 Euro) für die telefonische Beratung. 

Zur Abrechnung werden die GOP 01433 (154 Punkte / 16,92 Euro) und die GOP 01434 (65 Punkte / 7,14 Euro) neu in den EBM aufgenommen. Sie werden jeweils als Zuschlag für die telefonische Beratung durch den Arzt in Zusammenhang mit einer Erkrankung gezahlt (Details s. Infobox). 

Nur bei „bekannten“ Patienten

Möglich ist die telefonische Konsultation aber nur bei Patienten, die der Arzt oder Psychotherapeuten bereits kennt. Als „bekannt“ gilt ein Patient, wenn er in den letzten sechs Quartalen, die dem Quartal der Konsultation vorausgehen, mindestens einmal in der Praxis war.

200-Gesprächsminuten für Psychotherapeuten

Zu den Fachgruppen mit dem höchsten „Telefon-Kontingent“ gehören ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, Nervenärzte, Neurologen, Psychiater, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendpsychiater. Sie können pro Patient bis zu 20 Telefongespräche von mindestens 10 Minuten abrechnen –  insgesamt also 200 Minuten. Die Abrechnung erfolgt über die GOP 01433, sodass für Konsultationen per Telefon ein Honorar von bis zu rund 340 Euro gezahlt wird. Dazu kommen knapp 10 Euro für die GOP 01435, sofern keine Grundpauschale im Behandlungsfall abgerechnet wird.

Mehr Telefongespräche auch in der Hausarztpraxis

Deutlich mehr Vergütung für Gespräche mit ihren Patienten per Telefon erhalten ab sofort auch Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte sowie Schmerztherapeuten. Sie haben die Möglichkeit, zusätzlich zur telefonischen Beratung der GOP 01435 bis zu sechsmal fünfminütige Telefongespräche abzurechnen, insgesamt also 30 Minuten. Die Abrechnung erfolgt über die GOP 01434; wie die 01433 kann auch sie mehrmals am Tag berechnet werden.

Gynäkologen, HNO-Ärzte, Dermatologen, alle fachärztlich tätigen Internisten, Orthopäden, Fachärzte für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen sowie Urologen können die GOP 01434 fünfmal pro Patient abrechnen, alle anderen Fachärzte zweimal. Voraussetzung bei diesen Fachgruppen ist, dass der Patient in dem Quartal nicht in die Praxis kommt oder per Videosprechstunde behandelt wird. Denn die telefonische Beratung des Patienten durch einen Arzt ist Bestandteil der Grundpauschale. 

Zusätzlich zur Grund- oder Versichertenpauschale

Eine Ausnahme gibt es für Ärzte und Psychotherapeuten, die die GOP 01433 abrechnen dürfen, und für Haus- und Kinderärzte sowie Schmerztherapeuten. Sie erhalten die neuen Gesprächsleistungen auch dann bezahlt, wenn die Versicherten- oder Grundpauschale abgerechnet wird, weil der Patient doch noch in die Praxis kommt.

Konsultationen per Telefon während der Corona-Pandemie

Alle Fachgruppen

Für telefonische Konsultationen mit „bekannten“ Patienten können vom 1. April bis 30. Juni 2020 zusätzlich je nach Fachgruppe die GOP 01433 oder die GOP 01434 abgerechnet werden.

„Bekannte“ Patienten: Ärztliche und psychotherapeutische Konsultationen oder Beratungen per Telefon sind möglich, wenn der Arzt oder Psychotherapeut den Patienten kennt. Dazu muss der Patient in den zurückliegenden sechs Quartalen (4. Quartal 2018 bis 1. Quartal 2020) wenigstens einmal in der Praxis gewesen sein.

Vorlage der Versichertenkarte: Finden in dem Quartal ausschließlich telefonische Konsultationen statt, muss die elektronische Gesundheitskarte nicht eingelesen werden. In diesem Fall übernimmt die Praxis die Versichertendaten für die Abrechnung aus der Akte des Patienten.

Ärztliche und psychologische Psychotherapeuten / Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten / FÄ für Neurologie / FÄ für Nervenheilkunde / FÄ für Neurologie und Psychiatrie / FÄ für Psychiatrie und Psychotherapie / FÄ für Neurochirurgie und weitere

Fachgruppen

Ärztliche und psychologische Psychotherapeuten / Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten / FÄ für Neurologie / FÄ für Nervenheilkunde / FÄ für Neurologie und Psychiatrie / FÄ für Psychiatrie und Psychotherapie / FÄ für Neurochirurgie / FÄ für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie / FÄ für Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie


Neue Leistung

GOP 01433 (154 Punkte / 16,92 Euro) als Zuschlag zur GOP 01435 (88 Punkte / 9,67 Euro) für die telefonische Beratung durch den Arzt/Psychotherapeuten oder zur Grundpauschale.


Details

  • Häufigkeit: Die GOP 01433 kann bis zu 20-mal im Arztfall für ein telefonisches Gespräch von mindestens 10 Minuten Dauer (aufgrund einer Erkrankung) mit dem Patienten oder einer Bezugsperson abgerechnet werden.
  • Gesprächsdauer: Psychotherapeuten sowie Ärzte der aufgeführten Fachgruppen können einen Patienten bis zu 3 Stunden und 20 Minuten im Quartal per Telefon betreuen.
  • Gesprächskontingent: Pro Patient werden maximal 20 Gespräche (200 Minuten) vergütet. Diese 20 Gespräche können 
    • ausschließlich per Telefon oder
    • gemischt per Telefon, persönlich in der Praxis oder in einer ideosprechstunde geführt werden.
  • Vergütung: Die Vergütung für Telefonkonsultationen beläuft sich damit auf bis zu 338,40 Euro pro Patient im Quartal, zuzüglich
    • ·GOP 01435 bei ausschließlicher telefonischer Beratung im Arztfall: 9,67 Euro, 1-mal im Behandlungsfall = 9,67 Euro (bei Kindern unter 12 Jahren 2-mal im Behandlungsfall) oder
    • die Grundpauschale (bei persönlichem Kontakt und / oder Videosprechstunde im Arztfall)
  • Grundpauschale: Die telefonische Beratung ist normalerweise Teil der Grundpauschale. Wegen des hohen Bedarfs an Gesprächsleistungen infolge der Corona-Krise gerade in den N-/P-Fächern wird die GOP 01433 auch vergütet, wenn der Patient zur Untersuchung und/oder Behandlung in die Praxis kommt oder eine Videosprechstunde erfolgt und somit die Grundpauschale abgerechnet wird.

Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte, Schmerztherapeuten

Fachgruppen

Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte, Schmerztherapeuten

Neue Leistung

GOP 01434 (65 Punkte / 7,14 Euro) als Zuschlag zur GOP 01435 (88 Punkte / 9,67 Euro) für die telefonische Beratung durch den Arzt oder Versichertenpauschale 03000/04000 oder Grundpauschale 30700.

Details

  • Häufigkeit: Die GOP 01434 kann bis zu 6-mal im Arztfall für ein telefonisches Gespräch von mindestens 5 Minuten Dauer (aufgrund einer Erkrankung) mit dem Patienten oder einer Bezugsperson abgerechnet werden.
  • Gesprächsdauer: Damit können Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte sowie Schmerztherapeuten für einen Patienten bis zu 30 Minuten im Quartal für telefonische Konsultationen abrechnen.
  • Vergütung: Die Vergütung für Telefonkonsultationen beläuft sich damit auf bis zu 42,84 Euro pro Patient im Quartal zuzüglich:
    • GOP 01435 bei ausschließlicher telefonischer Beratung im Arztfall: 9,67 Euro, 1-mal im Behandlungsfall = 9,67 Euro (bei Kindern unter 12 Jahren 2-mal im Behandlungsfall) oder
    • die Versichertenpauschale 03000/04000 bzw. die Grundpauschale 30700 (bei persönlichem Kontakt und / oder Videosprechstunde im Arztfall)
  • Versichertenpauschale: Die telefonische Beratung ist normalerweise Teil der Versichertenpauschale/Grundpauschale. Wegen des hohen Bedarfs an Gesprächsleistungen infolge der Corona-Krise gerade in der hausärztlichen und schmerztherapeutischen Versorgung wird die GOP 01434 auch vergütet, wenn der Patient zur Untersuchung und/oder Behandlung in die Praxis kommt oder eine Videosprechstunde erfolgt und somit die Versichertenpauschale/  Grundpauschale abgerechnet wird.
    In diesem Fall fließt bei Haus- und Kinderärzten die GOP 01434 in das Budget für die Gesprächsleistungen (GOP 03230, 04230, 04231) ein. 

Gynäkologen, HNO-Ärzte, Dermatologen, fachärztliche Internisten, Orthopäden, FÄ für Sprach-, Stimm-, und kindliche Hörstörungen, Urologen


Fachgruppen

Gynäkologen, HNO-Ärzte, Dermatologen, fachärztliche Internisten, Orthopäden, FÄ für Sprach-, Stimm-, und kindliche Hörstörungen, Urologen

Neue Leistung

GOP 01434 (65 Punkte / 7,14 Euro) als Zuschlag zur GOP 01435 (88 Punkte / 9,67 Euro) für die telefonische Beratung durch den Arzt

Details

  • Häufigkeit: Die GOP 01434 kann bis zu 5-mal im Arztfall für ein telefonisches Gespräch von mindestens 5 Minuten Dauer (aufgrund einer Erkrankung) mit dem Patienten oder einer Bezugsperson abgerechnet werden.
  • Gesprächsdauer: Damit können Ärzte dieser Fachgruppen für einen Patienten bis zu 25 Minuten im Quartal für telefonische Konsultationen abrechnen; zusätzlich zur telefonischen Beratung nach der GOP 01435.
  • Vergütung: Die Vergütung für Telefonkonsultationen beläuft sich damit auf bis zu 45,37 Euro pro Patient im Quartal, bei Kindern unter 12 Jahren auf bis zu 55,04 Euro:
    • GOP 01434: 7,14 Euro, 5-mal im Arztfall = 35,70 Euro zuzüglich
    • GOP 01435: 9,67 Euro, 1-mal im Behandlungsfall = 9,67 Euro (bei Kindern unter 12 Jahren 2-mal Behandlungsfall)
  • Grundpauschale: Die Leistungen der GOP 01435 und 01434 werden nur vergütet, wenn der Patient in dem Quartal ausschließlich telefonisch betreut wird. Kommt der Patient in die Praxis oder es findet eine Videosprechstunde statt, kann die Grundpauschale abgerechnet werden und die GOP 01435 und 01434 entfallen. Telefonische Beratungen sind mischkalkulatorisch in der Grundpauschale enthalten und damit abgegolten.

 

Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, Humangenetiker, Laborärzte, MKG, Nuklearmediziner, Pathologen, Radiologen, Strahlentherapeuten, PRM

Fachgruppen

Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, Humangenetiker, Laborärzte, MKG, Nuklearmediziner, Pathologen, Radiologen, Strahlentherapeuten, PRM

Neue Leistung

GOP 01434 (65 Punkte / 7,14 Euro) als Zuschlag zur GOP 01435 (88 Punkte / 9,67 Euro) für die telefonische Beratung durch den Arzt

Details

  • Häufigkeit: Die GOP 01434 kann bis zu 2-mal im Arztfall für ein telefonisches Gespräch von mindestens 5 Minuten Dauer (aufgrund einer Erkrankung) mit dem Patienten oder einer Bezugsperson abgerechnet werden.
  • Gesprächsdauer: Damit können Ärzte dieser Fachgruppen für einen Patienten bis zu 10 Minuten im Quartal für telefonische Konsultationen abrechnen; zusätzlich zur telefonischen Beratung nach der GOP 01435.
  • Vergütung: Die Vergütung für Telefonkonsultationen beläuft sich damit auf bis zu 23,95 Euro pro Patient im Quartal, bei Kindern unter 12 Jahren auf bis zu 33,62 Euro:
    • GOP 01434: 7,14 Euro, 2-mal im Arztfall = 14,28 Euro zuzüglich
    • GOP 01435: 9,67 Euro, 1-mal im Behandlungsfall = 9,67 Euro (bei Kindern unter 12 Jahren 2-mal im Behandlungsfall)
  • Grundpauschale: Die Leistungen der GOP 01435 und 01434 werden nur vergütet, wenn der Patient in dem Quartal ausschließlich telefonisch betreut wird. Kommt der Patient in die Praxis oder es findet eine Videosprechstunde statt, kann die Grundpauschale abgerechnet werden und die GOP 01435 und 01434 entfallen. Telefonische Beratungen sind mischkalkulatorisch in der Grundpauschale enthalten und damit abgegolten.

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