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Praxisnachrichten

SAPV-Folgeverordnung nach telefonischer Anamnese und auch hier Portoerstattung

07.04.2020 - Ärzte können vorübergehend auch Folgeverordnungen für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung, kurz SAPV, nach telefonischer Anamnese ausstellen und per Post an den Versicherten schicken. Sie bekommen auch in diesen Fällen die Versandkosten in Höhe von 90 Cent erstattet. Grund ist auch hier die Vermeidung persönlicher Arzt-Patienten-Kontakte aufgrund der Coronavirus-Pandemie.

Dadurch müssen SAPV-Patienten nicht allein deshalb von ihrem behandelnden Arzt aufgesucht werden, um eine Folgeverordnung zur Fortführung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung zu erhalten. Dass der Arzt seine SAPV-Patienten bei Bedarf besucht, ist unabhängig davon selbstverständlich weiterhin möglich und berechnungsfähig.

Die Portokosten werden wie beim Versand von Arzneimittelrezepten, Überweisungen oder anderen Folgeverordnungen in Höhe von 90 Cent erstattet. Die Abrechnung erfolgt über die Gebührenordnungsposition (GOP) 40122. Die Regelung ist zunächst zeitlich befristet bis 30. Juni 2020.

Hinweis zu Wiederholungsrezepten zur Empfängnisverhütung

Auch für Wiederholungsrezepte für Kontrazeptiva und Überweisungsscheine im Zusammenhang mit der Empfängnisregelung brauchen Patientinnen nicht extra in die Arztpraxis zu gehen. Ärzte können diese Formulare zusenden. Der Bewertungsausschuss hat festgelegt, dass die GOP 40122 übergangsweise neben der GOP 01820 (11 Punkte / 1,21 Euro) abgerechnet werden darf.

Patient muss in Behandlung sein

In allen Fällen ist die Zusendung per Post nur möglich, wenn der Patient beziehungsweise die Patientin bei dem Arzt in Behandlung ist. In diesem Fall muss nicht die elektronische Gesundheitskarte eingelesen werden: Ärzte dürfen die Versichertendaten aus der Patientenakte übernehmen.

Folgeverordnungen nach telefonischer Anamnese

In diesen Fällen dürfen Folgeverordnungen auch nach telefonischer Anamnese ausgestellt und postalisch an den Versicherten übermittelt werden:

  • Häusliche Krankenpflege: alle Folgeverordnungen
  • Heilmittel: alle Folgeverordnungen und alle Verordnungen außerhalb des Regelfalls
  • Hilfsmittel: Folgeverordnungen zum Verbrauch bestimmter Hilfsmitteln, zum Beispiel Stomabeutel oder Produkte zur Inkontinenzversorgung
  • Krankenbeförderung: alle Verordnungen von Krankenfahrten und Krankentransporten (gilt nicht nur für Folgeverordnungen und auch aufgrund von bisher noch nicht behandelten Erkrankungen)
  • Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV): alle Folgeverordnungen

Hinweis: Arzneimittelrezepte durften Vertragsärzte auch bisher schon in Ausnahmesituationen per Post an Patienten senden. Voraussetzung dafür ist, dass der Patient bei dem Arzt in Behandlung ist.

Die Regelung gilt bis: 31. Mai 2020

Portoerstattung für Zusendung von Formularen

In diesen Fällen werden die Versandkosten erstattet:

  • AU-Bescheinigungen
  • Folgeverordnungen für Arznei- und Verbandmittel (einschließlich BtM-Rezepte)
  • Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege (Muster 12)  
  • Folgeverordnungen für Heilmittel einschließlich Verordnungen außerhalb des Regelfalls (Muster 13 Physiotherapie und Podologie, Muster 14 Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Muster 18 Ergotherapie und Ernährungstherapie).
  • Folgeverordnungen für Hilfsmittel (Muster 16; gilt somit nicht für Sehhilfen und Hörhilfen)
  • Folgeverordnungen für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV, Muster 63)
  • Überweisungen (Muster 6 und 10)  
  • Verordnung einer Krankenbeförderung (Muster 4) 

Psychotherapeuten dürfen von den genannten Formularen nur die Verordnung einer Krankenbeförderung (Muster 4) ausfüllen.

Die Versandkosten werden mit der GOP 40122 abgerechnet und mit 90 Cent vergütet.

Die Regelung gilt bis: 30. Juni 2020

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