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Praxisnachrichten

KBV veröffentlicht Honorarberichte für das zweite Halbjahr 2017

09.04.2020 - Die Honorarumsätze der Vertragsärzte und -psychotherapeuten sind im Bundesdurchschnitt in der zweiten Jahreshälfte 2017 gestiegen. Im dritten Quartal betrug das Plus 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, im vierten Quartal 1,2 Prozent je Arzt und Psychotherapeut. Dies geht aus den aktuellen Honorarberichten der KBV hervor.

Behandlungsfallzahlen leicht gesunken

Im dritten Quartal wurden im Vergleich zum Vorjahresquartal je Arzt und Psychotherapeut 0,2 Prozent weniger Behandlungsfälle gezählt. Während die Anzahl der Ärzte um 1,7 Prozent zunahm, stieg die Zahl der Behandlungsfälle um 1,6 Prozent. Der Honorarumsatz je Behandlungsfall ist im dritten Quartal 2017 um 2,6 Prozent gestiegen.

Im letzten Quartal 2017 sank die Behandlungsfallzahl je Arzt und Psychotherapeut im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,1 Prozent. Dies ergibt sich aus der Zunahme der Anzahl der Ärzte um 1,8 Prozent mit gleichzeitigem Anstieg der Behandlungsfälle um nur 0,6 Prozent. Der Honorarumsatz je Behandlungsfall wies für das vierte Quartal 2017 ein Plus von 2,3 Prozent auf.

Zuwächse aber auch Rückgänge in den Fachgruppen

Im dritten Quartal 2017 können im Vergleich zum Vorjahresquartal im Bundesdurchschnitt die größten Zuwächse des Honorarumsatzes je Arzt bei den Fachärzten für Humangenetik (+8,1 Prozent), den Fachärzten für Kinder- und Jugendmedizin (+7,4 Prozent) und den Fachärzten für Neurochirurgie (+7,0) verzeichnet werden.

Die größten Rückgänge des durchschnittlichen Honorarumsatzes je Arzt weisen im dritten Quartal 2017 die Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Angiologie (-2,4 Prozent) und die Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie (-1,9 Prozent) auf.

Im vierten Quartal 2017 lag die Entwicklung des Honorarumsatzes je Arzt fachspezifisch zwischen +6,5 Prozent und -4,3 Prozent.

Honorarumsatz aus vertragsärztlicher Tätigkeit

Der Honorarumsatz wird häufig mit dem Einkommen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten verwechselt. Der Honorarumsatz ist die Zahlung an den Arzt oder Psychotherapeuten für den Betrieb der Praxis und die Versorgung der Patienten. Der Umsatz ist nicht mit dem Nettoeinkommen gleichzusetzen.

Das Nettoeinkommen, also das Geld, das der Arzt/Psychotherapeut für seine Arbeit bekommt, beträgt durchschnittlich nur 23,5 Prozent des Honorarumsatzes. Aus den anderen 76,5 Prozent des Honorarumsatzes finanziert er

  • Praxiskosten, zum Beispiel für Personal, Miete, Energie und Versicherungen, medizinische Geräte. Diese Betriebsausgaben sind je nach Fachgruppe unterschiedlich hoch. Sie betragen im Durchschnitt über alle Gruppen 51,6 Prozent des Honorarumsatzes.
  • Steuerzahlungen (14,9 Prozent)
  • berufsständische Altersversorgung (7,1 Prozent)
  • Aufwendungen für Kranken- und Pflegeversicherungen (2,8 Prozent)

Erst nach Abzug aller Kosten erhält man das Nettoeinkommen, das dem Arzt persönlich zur Verfügung steht.

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