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Hofmeister: "Unterstützen Sie die Aktion" - Initiative gegen häusliche Gewalt bei Kindern gestartet

09.04.2020 - Angesichts der Zunahme familiärer Gewalt während der Corona-Krise wurde heute die Aktion „Kein Kind alleine lassen“ gestartet. Im Internet finden Unterstützer Flyer, die sie ausdrucken und im Hausflur, im Ladenfenster oder im Supermarkt aushängen können. Auch Praxen und Krankenhäuser sind aufgerufen, sich zu beteiligen.

Auf den Flyern stehen die wichtigsten Notrufnummern oder Tipps für Kinder und Jugendliche, was sie tun können, wenn sie in Gefahr sind und wo sie jemanden erreichen, der ihnen hilft. Die Aktion „Kein Kind alleine lassen“ ist eine Initiative des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM).

Niedrigschwellig informieren

„Unterstützen Sie die Aktion“, appellierte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender KBV-Vorstandsvorsitzender, an die Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten. Durch die Auslage von Informationsmaterialien in den Praxen könnten viele Menschen niedrigschwellig informiert werden. Zudem signalisiere das Praxisteam, ansprechbar für das sensible Thema von häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch zu sein.

Mehr innerfamiliäre Gewalt

Die Aktion „Kein Kind alleine lassen“ ist nach UBSKM-Angaben eine Reaktion auf die begründeten Sorgen und erschütternden Berichte über die Zunahme von Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen in der aktuellen Krise. Das Risiko sei auch deshalb sehr hoch, weil Bereiche, in denen sonst die Möglichkeit bestehe, dass innerfamiliäre Gewalt bemerkt werde (in Schulen und Kitas, bei Tagesmüttern, in Sportvereinen) in der momentanen Situation wegfielen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Erste Rückmeldungen von Beratungsstellen zeigten zudem, dass Anrufe eher rückläufig seien. Die Erklärung der Experten: Von Missbrauch und anderer Gewalt gefährdete oder betroffene Kinder können nicht unbeobachtet telefonieren, wenn Täter ganztägig zu Hause sind. Auch deshalb sei ein Online-Angebot wie www.kein-kind-alleine-lassen.de zur Zeit der richtige Weg, um Kinder und Jugendliche zu erreichen.

„Kein Kind alleine lassen“: Das finden Sie auf der Website

Auf der Website www.kein-kind-alleine-lassen.de können Interessierte Flyer und Plakate, unter anderem mit Adressen von Beratungsstellen, ausdrucken. Daneben gibt es einen Bereich speziell für Kinder und Jugendlichen.

Bereich für Erwachsene: Die Seite hat einen Bereich für Erwachsene, in dem Interessierte nicht nur Materialien zum Teilen und Verbreiten finden, sondern auch Informationen zum richtigen Verhalten bei einem Verdacht auf sexuelle und andere familiäre Gewalt im Umfeld. Außerdem gibt es ein Verzeichnis wichtiger Anlaufstellen, die auch während der Corona-Krise erreichbar sind.

Bereich für Kinder und Jugendliche: Dieser Bereich bietet Direktkontakt per Chat, Mail oder Telefon zu Hilfeangeboten. Kinder finden hier auch Tipps, was sie tun können, wenn sie von Gewalt bedroht sind. Ergänzt wird das Angebot mit den Kontaktdaten wichtiger Kinder- und Jugendberatungsstellen.

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