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Praxisnachrichten

G-BA: AU-Bescheinigung per Telefon vorerst weiterhin möglich

20.04.2020 - Ärzte können Patienten mit einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege vorerst weiterhin per Telefon krankschreiben. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss heute Nachmittag bekanntgegeben. Das Ausstellen einer AU nach telefonischer Anamnese ist danach für bis zu sieben Tage möglich, bei Bedarf kann diese um weitere sieben Tage verlängert werden.

Die Ausnahmeregelung gilt vorerst bis 4. Mai. Über eine erneute Verlängerung soll rechtzeitig vor Auslaufen der Regelung entschieden werden.

Hofmeister begrüßt schnelle Entscheidung

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Stephan Hofmeister, zeigte sich erleichtert: „Ich bin froh, dass es in der Sache doch noch eine Korrektur in unserem Sinne gegeben hat.“ 

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte am Freitag gegen die Stimmen der Ärzteschaft beschlossen, die Sonderregelung zur telefonischen Arbeitsunfähigkeitsbescheidung nicht zu verlängern. Die Regelung war am Sonntag ausgelaufen. Sie sah eine Krankschreibungsmöglichkeit von bis zu 14 Kalendertagen vor.

Bis zu sieben Tage plus Verlängerung

Nach der neuen Sonderregelung dürfen Ärzte Patienten mit leichten Symptomen der oberen Atemwege für bis sieben Kalendertage krankschreiben, ohne dass diese in die Praxis kommen müssen. Sollte der Patienten nach einer Woche noch nicht gesund sein, ist eine Verlängerung per Telefon um weitere sieben Tage möglich.

Die telefonische AU läuft ansonsten weiter wie bisher. So können alle Patienten mit leichten Beschwerden der oberen Atemwege nach telefonischer Anamnese krankgeschrieben werden, also auch Patienten, die in den letzten sechs Quartalen nicht in der Praxis waren. Die Kosten für den Versand werden wie gehabt von den Krankenkassen übernommen (90 Cent für das Porto, GOP 40122).

Der unparteiische Vorsitzende des G-BA, Prof. Josef Hecken, wies in einer Pressemitteilung darauf hin, dass alle Verantwortlichen derzeit tagesaktuell und auf unsicherer Erkenntnislage neu abwägen und entscheiden müssten, wie eine schrittweise Herstellung des regulären Medizinbetriebes unter Wahrung des gebotenen Infektionsschutzes möglich sei.

Der G-BA muss die Sonderregelung jetzt noch offiziell beschließen. Nach Angaben seines Unparteiischen Vorsitzenden können Ärzte jedoch im Vorgriff auf diesen Beschluss bereits so verfahren und Patienten bei Bedarf telefonisch krankschreiben. Der Beschluss soll rückwirkend ab heute gelten. 

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