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KBV-Vorstand warnt vor Einsparungen im Gesundheitssektor - Hohe Zufriedenheit mit der ambulanten Versorgung

13.05.2020 - Vor finanziellen Kürzungen im Gesundheitssektor infolge der Corona-Krise hat der Vorstand der KBV eindringlich gewarnt. Wenn es zu Sparmaßnahmen komme, sei dieser Bereich der letzte, wo der Rotstift angesetzt werden dürfe, sagte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen heute vor Journalisten.  

Wie wichtig ein funktionierendes Gesundheitssystem sei, zeige sich gegenwärtig. Es habe Schlimmeres verhindert und Deutschland Bilder wie in Italien erspart, führte Gassen aus. In kaum einem anderen Land seien die Bürger beispielsweise so früh und zahlreich auf das Virus getestet worden, ohne dafür privat zahlen zu müssen.

Dass es zu keiner „Überflutung“ in der stationären Versorgung gekommen sei, sei ein Verdienst der Vertragsärzte, betonte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender KBV-Vorstandsvorsitzender. Inzwischen gebe es ein regional organisiertes Monitoring, sodass COVID-19-Patienten zu Hause engmaschig betreut werden könnten.

Rückkehr in die Regelversorgung

Hofmeister appellierte an die Patienten, wieder in die Praxen zu kommen. Dabei wies er beispielhaft auf die hohe Zahl an psychischen Erkrankungen hin, die sich im Kontext der Corona-Krise weiter erhöhen könnte. Auch Gassen mahnte, in den Regelbetrieb zurückzukehren. „Wir können die aufgebauten Versorgungsstrukturen schnell reaktivieren, sollte es zu einer zweiten Corona-Welle kommen.“

Keine überzogenen Maßnahmen

Gassen warnte vor überzogenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Weitere Einschränkungen der Grundrechte der Bürger müsse die Politik gut begründen. „Wir dürfen das nicht überziehen und müssen gleichzeitig dafür sorgen, dass es keinen unkontrollierten Ausbruch des Virus gibt“, sagte er.

Der KBV-Chef sprach sich dafür aus, bei der Beurteilung des aktuellen Infektionsgeschehens auch lokale und regionale Gegebenheiten einzubeziehen wie das Alter der Einwohner oder die medizinischen und intensivmedizinischen Kapazitäten. Eine pauschale Vorgabe für Lockerungsmaßnahmen beziehungsweise deren Rücknahme würde die Landkreise und Städte sehr schnell an ihre Belastungsgrenze bringen, erläuterte Gassen.

Zu dem vom Berliner Senat gestern verabschiedeten Ampelsystem sagte er, „es ist richtig, sich von starren Zahlen zu verabschieden.“ Gassen verwies außerdem auf ein Papier des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung, das geeignete Maßzahlen für ein Pandemie-Management enthält.

Hohe Zufriedenheit bei den Patienten

Wie die Patienten die aktuelle Versorgungssituation einschätzen, zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Online-Befragung, die die KBV bei rund 2.500 Bürgern vergangene Woche durchgeführt hat. Sie verdeutlichen, dass die Ärzte auch in diesen Zeiten verlässliche Ansprechpartner für die Patienten seien, wie Hofmeister betonte.

Die Hälfte der Befragten gab an, dass sie mit der Arbeit der von ihnen aufgesuchten Ärzte während der Corona-Pandemie sehr zufrieden oder eher zufrieden waren. Nur knapp acht Prozent waren unzufrieden. Jeder Dritte äußerte sich nicht, da er vermutlich in den vergangenen Wochen keinen Arzt konsultiert hat.

Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass sie sich bei ersten Anzeichen einer Coronavirus-Infektion zuerst an ihren Hausarzt wenden würden. Fast zwei Dritteln ist bewusst, dass Ärzte und ihre Medizinischen Fachangestellten sich bei ihrer Arbeit einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen. Das Problem der fehlenden Schutzausrüstung ist einem Großteil der Befragten bekannt.

Dass die Niedergelassenen die Krankenhäuser entlasten, nimmt allerdings nur jeder Dritte war. Besondere Angebote wie die Videosprechstunde sind kaum bekannt.

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