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Elektronische Kommunikation bald nur noch über "KIM" - KBV bietet Dienst für Praxen an

14.05.2020 - Für den elektronischen Versand und Empfang medizinischer Dokumente wie Arztbriefe und Befunde benötigen Praxen bald einen speziellen Kommunikationsdienst. Auch die KBV wird einen solchen Dienst anbieten, den Ärzte und Psychotherapeuten nutzen können.

Über den Dienst für Kommunikation im Medizinwesen (KIM) – so der Name – soll künftig die gesamte elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen laufen. Ärzte beispielsweise können dann direkt aus ihrem Praxisverwaltungssystem (PVS) Daten über die Telematikinfrastruktur sicher versenden. Auch Krankenhäuser, Apotheken und andere Einrichtungen werden einen solchen Dienst nutzen.

Spätestens ab 2021 benötigen alle einen KIM-Dienst

„Die Praxen werden sich in den nächsten Monaten für einen Anbieter entscheiden müssen“, erläutert KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel im Gespräch mit den PraxisNachrichten. Spätestens ab 1. Januar 2021 benötigten alle Arztpraxen einen solchen Kommunikationsdienst. Denn ab dann sind sie nach dem Terminservice- und Versorgungsgesetz verpflichtet, die AU-Bescheinigungen ihrer Patienten elektronisch an die Krankenkassen zu senden.

Bereits ab Juli darf der Versand und Empfang von eArztbriefen grundsätzlich nur noch vergütet werden, wenn ein KIM-Dienst im Einsatz ist. Das sieht ebenfalls das Gesetz vor. Um jedoch einen möglichst reibungslosen Übergang zu „KIM“ zu ermöglichen, dürfen Ärzte nach dem 1. Juli übergangsweise auch andere Dienst wie KV-Connect weiterhin nutzen. Das hat die KBV in einer Richtlinie geregelt.

Kriedel: Wir bieten einen Dienst zu fairen Konditionen

Zu den Anbietern, die einen solchen Dienst nach der Spezifikation der gematik anbieten, gehört auch die KBV. „Der Gesetzgeber hat uns mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz erlaubt, parallel zur Industrie einen eigenen KIM-Dienst für die Vertragsärzte zu betreiben“, berichtet Kriedel. „Damit können wir den Praxen ein passgenaues System zu fairen Konditionen anbieten.“ Der Dienst soll im Sommer bereitstehen.

Kosten für Ausstattung und Betrieb

Mit der Finanzierungsvereinbarung, die die KBV mit dem GKV-Spitzenverband abgeschlossen hat, sind die Kosten abgedeckt. Für die Einrichtung des Dienstes zahlen die Krankenkassen einmalig 100 Euro je Praxis. Der laufende Betrieb wird mit 23,40 Euro je Praxis und Quartal finanziert.

Hinzukommen für den eArztbrief bis zu 23,40 Euro je Arzt und Quartal für den Versand und Empfang sowie ab Juli eine Strukturförderpauschale von einem EBM-Punkt (10,99 Cent) je versendetem eArztbrief. Damit soll der Umstieg in die elektronische Kommunikation beschleunigt werden.

Praxen können Anbieter frei wählen

Den Anbieter ihres KIM-Dienstes können Praxen frei wählen. Denn der Dienst, egal von welchem Provider er kommt, wird mit jedem PVS kompatibel sein. Dies ist eine Vorgabe der gematik, die auch für die Zulassung der KIM-Dienste zuständig ist.

Der Kommunikationsdienst funktioniert dabei wie ein E-Mail-Programm, nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass jede Nachricht, jedes Dokument verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt wird. Der Transport erfolgt über die Telematikinfrastruktur. Damit sind die Daten auch während der „Fahrt auf der Datenautobahn“ geschützt.

KV-Connect läuft vorerst weiter

Bereits heute nutzen zahlreiche Praxen den Kommunikationskanal KV-Connect, ein Produkt der KBV-Tochter kv.digital GmbH.  Um zu vermeiden, dass Ärzte in Zukunft KV-Connect und den KIM-Dienst parallel im Einsatz haben, ist eine sukzessive Migration aller KV-Connect-Anwendungen auf den neuen Standard geplant.

„Es war von jeher unsere Forderung an die Politik, dass es nur einen Kommunikationsdienst geben darf. Aus diesem Grund werden wir, sobald dies technisch möglich ist, alle KV-Connect-Anwendungen auf den KIM-Standard migrieren“, sagte Dr. Florian Fuhrmann, der Geschäftsführer der kv.digital GmbH und fügte hinzu: „Wir setzen uns dafür ein, dass diese Migration aufwandsarm für Praxen und Softwarehäuser ablaufen wird. Bis zum Abschluss der Migration wird KV-Connect wie gewohnt weiterbetrieben."

Übersicht: Dienst für Kommunikation im Medizinwesen (KIM)

Was ist „KIM“?

Mit dem Kommunikationsdienst KIM ist es für Praxen zukünftig möglich, medizinische Dokumente, aber auch einfache Nachrichten elektronisch und sicher über die Telematikinfrastruktur (TI) zu versenden und zu empfangen.

Der Dienst, der vorher unter dem Namen KOM-LE firmierte, funktioniert wie ein E-Mail-Programm, nur wird dabei jede Nachricht und jedes Dokument verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Da KIM sich an die Praxisverwaltungssysteme anbinden lassen soll, wird die Kommunikation dann besonders einfach und komfortabel sein.

An KIM anschließen werden sich neben Praxen auch Krankenhäuser, Apotheken, Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenkassen und andere Einrichtungen. So soll die gesamte elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen nur noch darüber laufen.
 

Ab wann braucht meine Praxis einen KIM-Dienst?

Spätestens ab 1. Januar 2021 benötigten alle Arztpraxen einen solchen Kommunikationsdienst. Denn ab dann sind sie nach dem Terminservice- und Versorgungsgesetz verpflichtet, die AU-Bescheinigungen ihrer Patienten elektronisch an die Krankenkassen zu senden.

Bereits ab Juli darf der Versand und Empfang von eArztbriefen grundsätzlich nur noch vergütet werden, wenn ein KIM-Dienst im Einsatz ist. Das sieht ebenfalls das Gesetz vor. 

Um jedoch einen möglichst reibungslosen Übergang zu „KIM“ zu ermöglichen, dürfen Ärzte nach dem 1. Juli übergangsweise auch KV-Connect weiterhin nutzen – für sechs Monate ab dem Zeitpunkt, an dem ein KIM-Dienst auf dem Markt verfügbar ist.
 

Wo bekommt meine Praxis einen KIM-Dienst?

Verschiedene Hersteller entwickeln derzeit einen KIM-Dienst. Praxen können den Anbieter dabei frei wählen, da jeder Dienst mit jedem Praxisverwaltungssystem (PVS) kompatibel sein muss. So lautet die Vorgabe der gematik, die für die Zulassung der KIM-Dienste zuständig ist. 

Im Laufe des Sommers wird auch die KBV den Praxen einen passgenauen KIM-Dienst offerieren: kv.dox. Der bereits bestehende Kommunikationsdienst KV-Connect des KV-Systems läuft vorerst weiter und wird dann schrittweise auf den KIM-Standard überführt. 

Was benötigt meine Praxis, um den KIM-Dienst zu nutzen?

Grundlage für KIM ist ein Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) mit dem sogenannten E-Health-Konnektor. Dieser unterstützt neben dem Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) auch medizinische Anwendungen wie den elektronischen Medikationsplan (eMP) und das Notfalldatenmanagement (NFDM). 

Praxen, die bereits an die TI angebunden sind, benötigen vor allem ein Update für ihren Konnektor. Das Update ist auch nötig, um neue digitale Anwendungen wie das NFDM nutzen zu können. Erste Hersteller haben ihre Updates für Mitte 2020 angekündigt. Praxen sollten sich für weitere Informationen an ihren PVS-Hersteller oder IT-Dienstleister wenden.  

Das benötigen Sie außerdem für „KIM“:

  • Vertrag mit einem zugelassenen KIM-Anbieter
  • Clientmodul vom Anbieter 
  • PVS-Modul 
  • eHBA (elektronischer Heilberufsausweis) mindestens der Generation 2.0 für die qualifizierte   elektronische Signatur beim Versand 

weitere Informationen zur TI-Ausstattung
 

In welcher Höhe werden die Technik- und Betriebskosten erstattet?

Die Kosten für Ausstattung und Betrieb sind mit der Finanzierungsvereinbarung, die die KBV mit dem GKV-Spitzenverband abgeschlossen hat, abgedeckt. 

  • 530 Euro für Konnektor-Update: Praxen, die bereits an die TI angeschlossen sind, benötigen ein Update des Konnektors auf den E-Health-Konnektor. Dieser beinhaltet die qualifizierte elektronische Signatur (QES), die für KIM notwendig ist. Für das Update erhalten Praxen einmalig eine Pauschale von 530 Euro. Darin enthalten sind auch die Kosten für die PVS-Updates für den elektronischen Medikationsplan und das Notfalldatenmanagement. 
  • 100 für „KIM“: Für die Anschaffung von „KIM“ zahlen die Krankenkassen einmalig 100 Euro je Praxis. Praxen müssen gegenüber der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen, dass die notwendigen Komponenten installiert und funktionsfähig sind. 
  • 23,40 Euro für laufende Kosten: Auch wenn noch kein KIM-Dienst verfügbar ist, finanzieren die Krankenkassen bereits jetzt eine Betriebskostenpauschale von 23,40 Euro pro Quartal je Praxis für den Übertragungsdienst.
  • Außerdem: Bis 23,40 im Quartal für den eArztbrief: Für den eArztbrief werden bis zu 23,40 Euro je Arzt und Quartal für den Versand und Empfang vergütet. Ab Juli kommt eine Strukturförderpauschale von einem EBM-Punkt (10,99 Cent) je versendetem eArztbrief hinzu.

Hinweis: Für die technische Erstausstattung zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur und die Finanzierung des laufenden Betriebs gelten eigene Pauschalen. Darin enthalten ist auch eine quartalsweise Pauschale zur Finanzierung des elektronischen Heilberufsausweises (eHBA), der für die elektronische Signatur benötigt wird. Es ist ein eHBA mindestens der zweiten Generation notwendig. 

weitere Informationen zur Finanzierung der TI-Anbindung
 

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