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KBV wird eigenen KIM-Dienst anbieten

Medizinische Daten mit kv.dox sicher versenden: KBV bietet Praxen Kommunikationsdienst an

28.05.2020 - Mit kv.dox bietet die KBV Vertragsärzten und -psychotherapeuten bald einen eigenen Dienst für Kommunikation im Medizinwesen an. Einen solchen Dienst benötigen alle Praxen spätestens ab Januar 2021, wenn sie die AU-Bescheinigungen ihrer Patienten elektronisch an die Krankenkassen weiterleiten müssen. 

kv.dox soll ähnlich wie ein E-Mail-Dienst einfach anzuwenden sein, wie KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel heute auf einer Pressekonferenz in Berlin sagte. Wert lege die KBV auch auf eine einfache Installation durch die PVS-Hersteller. Denn jeder zusätzliche Aufwand koste die Hersteller Geld, und „das landet schließlich auf der Rechnung an die Praxis“.

Mit der Finanzierungsvereinbarung, die die KBV mit den Krankenkassen abgeschlossen hat, sollen die Kosten für den Kommunikationsdienst abgedeckt sein (siehe Infokasten).

Sicher kommunizieren 

Künftig soll die gesamte elektronische Kommunikation zwischen Ärzten, Krankenhäusern oder Apotheken über spezielle Dienste für Kommunikation im Medizinwesen (KIM) in der Telematikinfrastruktur (TI) laufen. Die KIM-Dienste werden von der gematik zugelassen und sollen sicherstellen, dass sensible Patienten- und Gesundheitsdaten bestens geschützt sind. 

Die KBV hat vom Gesetzgeber die Erlaubnis erhalten, neben der Industrie einen solchen KIM-Dienst für Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten zu entwickeln. Als Partnerin hat sie im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung die Firma akquinet gewonnen. 

Die Zulassungen bei der gematik für kv.dox und die KBV als Anbieterin stehen noch aus. Kriedel rechnet damit, dass der Dienst im Sommer den Praxen angeboten werden kann. Praxen können den Anbieter ihres KIM-Dienstes frei wählen. Denn der Dienst, egal von welchem Provider er kommt, wird mit jedem Praxisverwaltungssystem (PVS) kompatibel sein. 

Verbunden mit dem PVS der Praxis, ermöglicht der Dienst einen direkten elektronischen Versand und Empfang medizinischer Dokumente wie Arztbriefe und Befunde. Durch die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sei der Datenaustausch besonders sicher, betonte Dr. Florian Fuhrmann, Geschäftsführer der KBV-Tochter kv.digital GmbH, die die Einführung von kv.dox operativ begleitet. 

„Versendet ein Arzt beispielsweise einen eArztbrief mit seinem PVS, wird dieser automatisch mit einer Transportsignatur signiert, für den Empfänger verschlüsselt und über den KIM-Dienst übertragen“, erläuterte Fuhrmann. Erst beim Empfänger wird das Dokument wieder entschlüsselt, die Signatur überprüft und kann entsprechend geöffnet und abgelegt werden (siehe Schaubild unten).

Zeitplan für die Einführung von KIM

Spätestens ab 1. Januar 2021 benötigten alle Arztpraxen einen KIM-Dienst. Denn ab dann sind sie nach dem Terminservice- und Versorgungsgesetz verpflichtet, die AU-Bescheinigungen ihrer Patienten elektronisch an die Krankenkassen zu senden. Die Patienten erhalten nur noch eine Ausfertigung für sich und den Arbeitgeber.

Auch wer Arztbriefe elektronisch versenden und empfangen will, braucht einen KIM-Dienst. Ab Juli wird der eArztbrief finanziell gefördert, um den Umstieg von Post und Fax zu erleichtern. 

Praxen, die bereits mit einem Kommunikationsdienst arbeiten, zum Beispiel KV-Connect, können diesen übergangsweise weiter nutzen. Sie erhalten darüber verschickte und empfangene Briefe noch maximal sechs Monate vergütet, nachdem der erste KIM-Dienst auf dem Markt ist. 

eHBA zur elektronischen Signatur

Für den eArztbrief und die eAU benötigen Ärzte und Psychotherapeuten nicht nur einen Kommunikationsdienst, sondern auch einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) ab Generation 2, mit dem sie qualifiziert elektronisch signieren können. Einen solchen eHBA sollten sie rechtzeitig bei der jeweiligen Landesärzte- beziehungsweise Landespsychotherapeutenkammer beantragen (siehe Infokasten).

Übergangsfrist für KV-Connect

Bereits heute nutzen zahlreiche Praxen den Kommunikationskanal KV-Connect der kv.digital GmbH. Um zu vermeiden, dass Ärzte in Zukunft KV-Connect und den KIM-Dienst parallel im Einsatz haben, ist eine sukzessive Migration aller 17 KV-Connect-Anwendungen auf den neuen Standard geplant. 

Übersicht: Dienst für Kommunikation im Medizinwesen (KIM)

Was ist „KIM“?

Mit dem Kommunikationsdienst KIM ist es für Praxen zukünftig möglich, medizinische Dokumente, aber auch einfache Nachrichten elektronisch und sicher über die Telematikinfrastruktur (TI) zu versenden und zu empfangen.

Der Dienst, der vorher unter dem Namen KOM-LE firmierte, funktioniert wie ein E-Mail-Programm, nur wird dabei jede Nachricht und jedes Dokument verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Da KIM sich an die Praxisverwaltungssysteme anbinden lassen soll, wird die Kommunikation dann besonders einfach und komfortabel sein.

An KIM anschließen werden sich neben Praxen auch Krankenhäuser, Apotheken, Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenkassen und andere Einrichtungen. So soll die gesamte elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen nur noch darüber laufen.
 

Ab wann braucht meine Praxis einen KIM-Dienst?

Spätestens ab 1. Januar 2021 benötigten alle Arztpraxen einen solchen Kommunikationsdienst. Denn ab dann sind sie nach dem Terminservice- und Versorgungsgesetz verpflichtet, die AU-Bescheinigungen ihrer Patienten elektronisch an die Krankenkassen zu senden.

Bereits ab Juli darf der Versand und Empfang von eArztbriefen grundsätzlich nur noch vergütet werden, wenn ein KIM-Dienst im Einsatz ist. Das sieht ebenfalls das Gesetz vor. 

Um jedoch einen möglichst reibungslosen Übergang zu „KIM“ zu ermöglichen, dürfen Ärzte nach dem 1. Juli übergangsweise auch KV-Connect weiterhin nutzen – für sechs Monate ab dem Zeitpunkt, an dem ein KIM-Dienst auf dem Markt verfügbar ist.
 

Wo bekommt meine Praxis einen KIM-Dienst?

Verschiedene Hersteller entwickeln derzeit einen KIM-Dienst. Praxen können den Anbieter dabei frei wählen, da jeder Dienst mit jedem Praxisverwaltungssystem (PVS) kompatibel sein muss. So lautet die Vorgabe der gematik, die für die Zulassung der KIM-Dienste zuständig ist. 

Im Laufe des Sommers wird auch die KBV den Praxen einen passgenauen KIM-Dienst offerieren: kv.dox. Der bereits bestehende Kommunikationsdienst KV-Connect des KV-Systems läuft vorerst weiter und wird dann schrittweise auf den KIM-Standard überführt. 

Was benötigt meine Praxis, um den KIM-Dienst zu nutzen?

Grundlage für KIM ist ein Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) mit dem sogenannten E-Health-Konnektor. Dieser unterstützt neben dem Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) auch medizinische Anwendungen wie den elektronischen Medikationsplan (eMP) und das Notfalldatenmanagement (NFDM). 

Praxen, die bereits an die TI angebunden sind, benötigen vor allem ein Update für ihren Konnektor. Das Update ist auch nötig, um neue digitale Anwendungen wie das NFDM nutzen zu können. Erste Hersteller haben ihre Updates für Mitte 2020 angekündigt. Praxen sollten sich für weitere Informationen an ihren PVS-Hersteller oder IT-Dienstleister wenden.  

Das benötigen Sie außerdem für „KIM“:

  • Vertrag mit einem zugelassenen KIM-Anbieter
  • Clientmodul vom Anbieter 
  • PVS-Modul 
  • eHBA (elektronischer Heilberufsausweis) mindestens der Generation 2.0 für die qualifizierte   elektronische Signatur beim Versand 

weitere Informationen zur TI-Ausstattung
 

In welcher Höhe werden die Technik- und Betriebskosten erstattet?

Die Kosten für Ausstattung und Betrieb sind mit der Finanzierungsvereinbarung, die die KBV mit dem GKV-Spitzenverband abgeschlossen hat, abgedeckt. 

  • 530 Euro für Konnektor-Update: Praxen, die bereits an die TI angeschlossen sind, benötigen ein Update des Konnektors auf den E-Health-Konnektor. Dieser beinhaltet die qualifizierte elektronische Signatur (QES), die für KIM notwendig ist. Für das Update erhalten Praxen einmalig eine Pauschale von 530 Euro. Darin enthalten sind auch die Kosten für die PVS-Updates für den elektronischen Medikationsplan und das Notfalldatenmanagement. 
  • 100 für „KIM“: Für die Anschaffung von „KIM“ zahlen die Krankenkassen einmalig 100 Euro je Praxis. Praxen müssen gegenüber der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen, dass die notwendigen Komponenten installiert und funktionsfähig sind. 
  • 23,40 Euro für laufende Kosten: Auch wenn noch kein KIM-Dienst verfügbar ist, finanzieren die Krankenkassen bereits jetzt eine Betriebskostenpauschale von 23,40 Euro pro Quartal je Praxis für den Übertragungsdienst.
  • Außerdem: Bis 23,40 im Quartal für den eArztbrief: Für den eArztbrief werden bis zu 23,40 Euro je Arzt und Quartal für den Versand und Empfang vergütet. Ab Juli kommt eine Strukturförderpauschale von einem EBM-Punkt (10,99 Cent) je versendetem eArztbrief hinzu.

Hinweis: Für die technische Erstausstattung zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur und die Finanzierung des laufenden Betriebs gelten eigene Pauschalen. Darin enthalten ist auch eine quartalsweise Pauschale zur Finanzierung des elektronischen Heilberufsausweises (eHBA), der für die elektronische Signatur benötigt wird. Es ist ein eHBA mindestens der zweiten Generation notwendig. 

weitere Informationen zur Finanzierung der TI-Anbindung
 

  • Quelle: Präsentation der kv.digital auf einem Pressegespräch zu KIM am 28.05.2020

    Quelle: Präsentation der kv.digital auf einem Pressegespräch zu KIM am 28.05.2020

  • Quelle: Präsentation der kv.digital auf einem Pressegespräch zu KIM am 28.05.2020

    Quelle: Präsentation der kv.digital auf einem Pressegespräch zu KIM am 28.05.2020

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