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Praxisnachrichten

Nierenersatztherapie: Ab Juli Zuschlag für Dokumentationsaufwand

18.06.2020 - Für den Dokumentationsaufwand zur Qualitätssicherung bei der Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen können Vertragsärzte ab 1. Juli einen Zuschlag abrechnen. 

Das hat der Bewertungsausschuss beschlossen und den EBM angepasst: Die Dokumentationsleistung wird als Gebührenordnungsposition (GOP) 13603 in den EBM-Abschnitt für Nephrologie und Dialyse sowie als GOP 04567 in den EBM-Abschnitt für pädiatrische Nephrologie und Dialyse aufgenommen. 

Damit soll der Aufwand vergütet werden, der mit der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung verbunden ist. Beides sind Zuschläge im Zusammenhang mit den Zusatzpauschalen zur kontinuierlichen Betreuung eines dialysepflichtigen Patienten (GOP 13602 beziehungsweise 04562). 

Diese Ärzte dürfen den neuen Zuschlag abrechnen

Die neuen GOP können einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden. Sie sind mit 120 Punkten bewertet (13,18 Euro) und werden extrabudgetär vergütet.

Die GOP 13603 gilt nur für Fachärzte für Innere Medizin mit der Schwerpunktbezeichnung „Nephrologie“ und/oder für Vertragsärzte, die eine Genehmigung für Blutreinigungsverfahren haben. 

Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit der Zusatzweiterbildung Kinder-Nephrologie, die eine Genehmigung für Blutreinigungsverfahren haben, können die GOP 04567 abrechnen. 

Der Bewertungsausschuss wird spätestens zum 30. Juni 2021 prüfen, ob eine Verlängerung oder Anpassung der Regelungen dieses Beschlusses erforderlich ist. 

Zum Hintergrund 

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte zum 1. Januar 2020 die Aufnahme des Verfahrens „Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen“, kurz QS NET, in den Teil 2 „Themenspezifische Bestimmungen“ der Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL) beschlossen. 

Zuvor erfolgte die Qualitätssicherung der Nierenersatztherapie im ambulanten und stationären Bereich getrennt. Mit der DeQS-RL werden nach und nach Verfahren zur stationären, ambulanten und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung eingeführt.

NEUE GOP ALS ZUSCHLAG BEI NIERENERSATZTHERAPIE  
GOP 04567 
(120 Punkte/13,18 Euro)
Zuschlag im Zusammenhang mit GOP 04562 (302 Punkte/33,18) zur Betreuung eines dialysepflichtigen Patienten
GOP 13603 
(120 Punkte/13,18 Euro)    
Zuschlag im Zusammenhang mit GOP 13602 (302 Punkte/33,18) zur Betreuung eines dialysepflichtigen Patienten


 

Sektorenübergreifende Qualitätssicherung

Viele medizinische Leistungen werden heute sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor durchgeführt. Auch werden Patienten im Verlauf einer Behandlung häufig in beiden Sektoren versorgt. Der Gesetzgeber hat deshalb den Gemeinsamen Bundesausschuss – das oberste Beschlussgremium von Ärzten und Krankenkassen – verpflichtet, Verfahren zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung zu entwickeln. Die Qualitätssicherung betrifft sowohl Leistungen, die in Praxen und Krankenhäusern angeboten werden, als auch sektorenübergreifende Behandlungsabläufe. Ziel ist eine gleich hohe Qualität in beiden Bereichen.

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