Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

AU-Bescheinigung per Telefon in Gütersloh und Warendorf wieder möglich

26.06.2020 - Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens in den nordrhein-westfälischen Landkreisen Gütersloh und Warendorf können die Ärzte dort wieder telefonisch AU-Bescheinigungen ausstellen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss heute beschlossen und damit erstmals örtlich begrenzte Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen. Die Ausnahmeregelung gilt zunächst bis 14. Juli.

Voraussetzung für die telefonische Krankschreibung ist, dass die Patienten an Erkrankungen der oberen Atemwege ohne schwere Symptomatik leiden. Die AU-Bescheinigung kann für bis zu sieben Kalendertage festgestellt und einmalig für bis zu weitere sieben Kalendertage verlängert werden. Die Regelung gilt rückwirkend ab dem 23. Juni.

Schnelle Reaktion auf regionales Infektionsgeschehen

Die KBV hatte die Ausnahmeregelung im Einvernehmen mit der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen am Mittwoch beim Gemeinamen Bundesausschuss (G-BA) beantragt. Der Ausschuss hat die Möglichkeit, örtlich begrenzt und zeitlich befristet Regelungen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens festlegen. Er hatte dazu Ende Mai eine Verfahrensregelung zur Geschäftsordnung beschlossen.

Parallel zu dem G-BA-Beschluss gelten die bundesmantelvertraglichen Regelungen zur telefonischen AU-Bescheinigung. So dürfen Ärzte in den beiden Landeskreisen auch ärztliche Bescheinigung bei der Erkrankung eines Kindes bis zum 14. Juli telefonisch ausstellen.

Ebenso müssen Versicherte bei einer telefonischen Krankschreibung nicht ihre elektronische Gesundheitskarte vorlegen – Praxen nutzen bereits vorhandene Daten oder lassen sich diese telefonischen übermitteln. Damit soll verhindert werden, dass Patienten unnötig in die Praxen kommen.

Sonderregelungen Gütersloh und Warendorf

Bis zu 7 Tage:  Eine AU kann nach telefonischer Anamnese für bis zu 7 Kalendertage ausgestellt und einmal verlängert werden.

Nur bei diesen Patienten

  • Patienten mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die eine leichte Symptomatik zeigen

AU bei Verdachtsfällen: Liegt ein begründetet Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 vor, informiert der Arzt den Patienten darüber, wo er sich testen lassen kann. Da es ein begründeter Verdacht ist, meldet der Arzt den Fall dem Gesundheitsamt. Den Patienten verpflichtet er, Verhaltensregeln einzuhalten und unverzüglich einen Arzt zu kontaktieren, falls sich sein Gesundheitszustand verschlechtert.

Verwendung der eGK

  • Der Patient war mit seiner eGK in dem Quartal in der Praxis: Die Versichertendaten liegen bereits vor.
  • Der Patient ist der Praxis bekannt, war in dem Quartal aber nicht da: Die Praxis übernimmt die Versichertendaten aus der Patientenakte. „Bekannt“ heißt: Der Patient war in den zurückliegenden sechs Quartalen mindestens einmal in der Praxis.
  • Der Patient ist in der Praxis unbekannt. Das Praxispersonal erfragt am Telefon die Versichertendaten:
  • Name des Versicherten /Wohnort des Versicherten (PLZ) / Geburtsdatum des Versicherten / Krankenkasse / Versichertenart (Mitglied, Familienversichert, Rentner)

Hinweise zur Abrechnung

Bis 30. Juni

  • Versicherten- bzw. Grundpauschale plus GOP 40122 (90 Cent) für das Porto: Der Patient war in dem Quartal mindestens einmal bei dem Arzt in der Praxis oder hatte einen Arzt-Kontakt per Videosprechstunde.
  • GOP 01435 plus GOP 40122 (90 Cent) für das Porto: Der Patient war in dem Quartal weder bei dem Arzt in der Praxis noch in einer Videosprechstunde.

Ab 1. Juli

Die GOP 40122 läuft am 30. Juni aus und wird ab dem 1. Juli durch die neue Pseudo-GOP 88122 ersetzt.

  • Versicherten- bzw. Grundpauschale plus Pseudo-GOP 88122 (90 Cent) für das Porto: Der Patient war in dem Quartal mindestens einmal bei dem Arzt in der Praxis oder hatte einen Arzt-Kontakt per Videosprechstunde.
  • GOP 01435 plus Pseudo-GOP 88122 (90 Cent) für das Porto: Der Patient war in dem Quartal weder bei dem Arzt in der Praxis noch in einer Videosprechstunde.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten