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Praxisnachrichten

Impfungen: Praxen gut aufgestellt

Ärzte sind auf mehr Grippeimpfungen durch Corona vorbereitet

09.07.2020 - Auf eine höhere Nachfrage bei der im Herbst beginnenden Grippeschutzimpfung sind die Ärzte bundesweit vorbereitet. Angesichts von Corona sei es besonders wichtig, dass sich viele Menschen impfen ließen, damit sich Influenza und das Pandemiegeschehen möglichst wenig überlagerten, sagte KBV-Vorstandsvize Dr. Stephan Hofmeister in einem Video-Interview.  

Da die Praxen flächendeckend verteilt seien, könnten alle geimpft werden, die geimpft werden sollten, betonte Hofmeister. Dies gelte vor allem für ältere und chronisch kranke Menschen. Umfangreich sind in diesem Jahr auch die Mengen an Impfstoff: Es sei gelungen, 25 Millionen Impfdosen für Deutschland zu sichern, deutlich mehr als in den Vorjahren.

Werbung für die Impfung

Hofmeister verwies darauf, dass die Impfraten der vergangenen Jahre noch nicht „so zufriedenstellend“ gewesen seien und es noch Verbesserungsbedarf gäbe. Die KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) sowie die niedergelassenen Ärzte brächten deshalb seit Jahren viel Geld und Mühe auf, um die Bevölkerung immer wieder ans Impfen zu erinnern. Das Werben und Aufklären zum Thema Grippeimpfung sei jedes Jahr „eine große Aufgabe für uns alle“.

Aktion zur Grippeschutzimpfung

Dabei sei nicht Frage, ob die Ärzte ausreichend Impf-Kapazitäten hätten, betonte Hofmeister. Die niedergelassenen Kollegen seien hervorragend vorbereitet. Vielmehr gehe es darum, die Menschen soweit aufzuklären, dass sie von diesen Impfungen auch Gebrauch machten.

Die KBV werde in diesem Jahr ihre Aktivitäten zur Aufklärung der Bevölkerung verstärken. Geplant sind Informationen zur Grippeimpfung unter anderem auf Facebook und im Internet sowie Informationsmaterialien für die Wartezimmer der Praxen.

Impfen ist mehr als ein Pieks

Impfen sei eine originär ärztliche Aufgabe, betonte Hofmeister. „Das rein Technische ist natürlich nicht das Schwierige, einen Pieks kann jeder.“ Schwieriger sind Hofmeister zufolge medizinische Fragestellungen wie die Impfindikation, das Feststellen von Krankheiten, die eine Impfung gegebenenfalls ausschließen, oder das Einschätzen von Risiken. Auch auf sehr seltene, aber teils schwerwiegende Immunreaktionen müsse man vorbereitet sein.

Die KBV habe sich auch deswegen von Anfang an gegen die Pläne der Bundesregierung gewandt, das Impfen in Apotheken, zunächst in Modellprojekten, zuzulassen. „Es steht jetzt so im Gesetz. Insofern werden wir uns damit abfinden müssen. Notwendig ist das nicht“, betonte Hofmeister und fügte hinzu: „Falls und wenn es denn eine Corona-Impfung gibt, sind auch dafür die Praxen vorbereitet.“ Eine Unterstützung durch die Apotheker sei nur dann denkbar, wenn es bei den impfenden Ärzten eine „katastrophale Notlage“ gäbe. Die sei nicht absehbar.

Regress für Impfstoff muss weg

Als ein Hemmnis bei der Steigerung der Durchimpfungsraten sieht Hofmeister die Gefahr von Regressen. Die Impfstoffe seien „nach wie vor regressbewehrt, sodass eine Praxis immer eine Balance finden muss in der Bevorratung von Impfstoffen“, kritisierte er. Dabei ärgere die Kollegen auch, „dass der Apotheker, der uns Impfstoffe liefern soll, nun gleichzeitig auch impfen darf und damit natürlich in einer ganz merkwürdigen Situation ist“. Hofmeister: Der Regress für Impfstoffe müsse weg.

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