Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Dokumentation für Früherkennungsprogramme zu Darm- und Gebärmutterhalskrebs startet zum 1. Oktober

16.07.2020 - Die ausgesetzte Dokumentation für die Früherkennungsprogramme Darm- und Gebärmutterhalskrebs soll nunmehr am 1. Oktober beginnen. Nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses sind die Ärzte ab dann verpflichtet, bestimmte Parameter elektronisch zu erfassen.

Hintergrund ist, die Programme künftig auswerten und beurteilen zu können. Die Schlussfolgerungen eröffnen die Möglichkeit, die Krebsfrüherkennung zu verbessern und die Programme stetig weiterzuentwickeln.

Eigentlich war die Dokumentation zur Qualitätssicherung bereits ab 1. Januar dieses Jahres verpflichtend. Aber da zu diesem Zeitpunkt noch keine ausreichend geprüfte Software für die Praxen zur Verfügung stand, hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die vorübergehende Aussetzung der Dokumentationsverpflichtung beschlossen, die nun am 30. September endet.

Abrechnung nur bei Erfüllung der Dokumentation möglich

Nur wenn die ab 1. Oktober verpflichtenden Dokumentationsvorgaben der organisierten Krebsfrüherkennungs-Richtlinie erfüllt werden, können künftig die Früherkennungs- und Abklärungsuntersuchungen zulasten der gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden.

Versicherte können Auswertung ihrer Daten widersprechen

Mit der Teilnahme am Früherkennungsprogramm werden persönliche Daten der Versicherten zur Auswertung erhoben. Als Datenannahmestelle fungieren für die Praxen die Kassenärztlichen Vereinigungen, die wiederum die Daten zur Pseudonymisierung an eine unabhängige Vertrauensstelle weiterleiten. Damit sind keine Rückschlüsse auf eine bestimmte Person möglich. Dennoch können Versicherte der Speicherung und verschlüsselten Auswertung ihrer Daten ohne Angabe von Gründen widersprechen.

Der G-BA-Beschluss zur elektronischen Dokumentation der Untersuchungen tritt nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Das Darmkrebsscreening war im April vorigen Jahres als erstes organisiertes Krebsfrüherkennungsprogramm gestartet, das Früherkennungsprogramm für das Zervixkarzinom dann acht Monate später im Januar dieses Jahres.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten