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Praxisnachrichten

Neue Leistung der Behandlungspflege: interstitielle Glukosemessung

23.07.2020 - Ärzte können unter bestimmten Voraussetzungen jetzt auch die interstitielle Glukosemessung mit Real-Time-Messgeräten als Leistung der Behandlungspflege in der häuslichen Krankenpflege verordnen. Bisher war nur die Blutzuckermessung im kapillaren Blut verordnungsfähig. 

Der entsprechende Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 18. Juni, das Leistungsverzeichnis für die häusliche Krankenpflege zu erweitern, ist kürzlich in Kraft getreten. Der EBM muss nicht angepasst werden, sodass die Neuerung jetzt gilt.

Bei der interstitiellen Glukosemessung wird mit Real-Time-Messgeräten kontinuierlich der Glukosegehalt im Unterhautfettgewebe gemessen und das Ergebnis an ein kleines, tragbares Empfangsgerät gesendet. Der aktuelle Glukosewert kann so jederzeit abgelesen werden, um mit einer Mahlzeit oder Insulingabe zu reagieren.

Neue Nummer 11a im Leistungsverzeichnis

Die interstitielle Glukosemessung wird als neue Nummer 11a zusätzlich in das Leistungsverzeichnis der häuslichen Krankenpflege aufgenommen (siehe Infokasten). Das Verzeichnis, in dem alle verordnungsfähigen Leistungen enthalten sind, wird damit ergänzt. 

Die Messung des Blutzuckergehaltes im kapillaren Blut ist weiterhin als Behandlungspflege verordnungsfähig (Nummer 11). 
 

Interstitielle Glukosemessung als Behandlungspflege

Der Gemeinsame Bundesauschuss hatte 2016 die Einführung der kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung mit Real‐Time‐Messgeräten (rtCGM) zur Therapiesteuerung bei insulinpflichtigem Diabetes für die vertragsärztliche Versorgung beschlossen.

Hierbei wird mit einem Sensor kontinuierlich der Glukosegehalt im Unterhautfettgewebe gemessen und das Ergebnis an ein kleines, tragbares Empfangsgerät gesendet. Der aktuelle Glukosewert kann so jederzeit abgelesen werden, um mit einer Mahlzeit oder Insulingabe zu reagieren.

Das Leistungsverzeichnis für die häusliche Krankenpflege enthielt bisher die Ermittlung und Bewertung des Blutzuckergehaltes im kapillaren Blut als Nummer 11 „Blutzuckermessung“. 

Ergänzend hierzu wurde auch die Anwendung des Messverfahrens zur kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung in das Verzeichnis aufgenommen. Dies erfolgt als neue Leistung 11a.

Leistungsbeschreibung und Bemerkung

Zur interstitiellen Glukosemessung bei Durchführung einer intensivierten Insulintherapie gehören die Ermittlung und Bewertung des interstitiellen Glukosegehaltes mittels Testgerät sowie bei Bedarf der Sensorwechsel und die Kalibrierung.

Die Leistung ist nur verordnungsfähig bei Patientinnen und Patienten mit:

  • einer hochgradigen Einschränkung der Sehfähigkeit
  • oder einer erheblichen Einschränkung der Grob‐ und Feinmotorik der oberen Extremitäten
  • oder einer starken Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit
  • oder einer starken Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit oder Realitätsverlust
  • oder entwicklungsbedingt noch nicht vorhandener Fähigkeit, die Leistung(en) zu erlernen oder selbständig durchzuführen.

Dies muss aus der Verordnung hervorgehen. 

Die Häufigkeit der Glukosemessung erfolgt nach Maßgabe des ärztlichen Behandlungsplanes in Abhängigkeit der ärztlich verordneten Medikamententherapie.
 

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