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Praxisnachrichten

Bei COVID-19-Erkrankung keine Vorstellungspflicht beim Durchgangsarzt

29.07.2020 - Bei einer Erkrankung an COVID-19 kann es sich um einen Arbeitsunfall handeln. Darauf macht die Unfallversicherung aufmerksam. In dem Fall muss der Versicherte nicht beim Durchgangsarzt vorstellig werden, sondern kann bei Bedarf direkt zum Facharzt überwiesen werden. Die DGUV bietet Fragen und Antworten im Internet.

Wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) mitteilt, müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit es sich bei einer COVID-19-Erkrankung um einen Arbeitsunfall handelt. 

Dazu gehören das Vorliegen eines Gesundheitserstschadens und der intensive und länger andauernde Kontakt mit einer nachweislich mit dem Virus infizierten Person („Indexperson“). Dies gilt sowohl für Geschehnisse im Betrieb als auch auf den Wegen von und zur Arbeit. 

Keine Vorstellungspflicht beim Durchgangsarzt

Angesichts der besonderen Herausforderungen bei COVID-19-Erkrankungen, der Quarantäneauflagen und der fachspezifischen Behandlung greift nach Meinung der DGUV die Vorstellungspflicht beim Durchgangsarzt nicht. Diese ist in Paragraf 26 Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger vorgegeben.

Eine Vorstellung beim Durchgangsarzt einzig zur Aufnahme der versicherungsrechtlich relevanten Daten, sei aus Gründen der Infektionsprävention nicht sinnvoll, so die DGUV. 

Direkte Überweisung an Facharzt

In einem solchen Fall findet hier analog die Regelung Anwendung, die bei isolierten Augenverletzungen und/oder HNO-Verletzungen gilt: der Patient wird bei Bedarf direkt an den erforderlichen Facharzt überwiesen. 

In dem Fall erfolgt die Meldung des Arztes an den zuständigen Unfallversicherungsträger mit der ärztlichen Unfallmeldung (Formular F1050). 

Sollte sich bei einem Durchgangsarzt dennoch eine Person mit COVID-19 vorstellen, bei der eine Voraussetzung für einen eventuellen Arbeitsunfall besteht, muss der Durchgangsarzt einen Durchgangsarztbericht erstellen (Formular F1000)

Behandlung und Testung zulasten der Unfallversicherung

Sofern eine an SARS-CoV-2 erkrankte Person beruflich intensiven und länger andauernden direkten Kontakt mit einer Indexperson hatte, ist die Behandlung und auch die Testung der erkrankten Person zulasten des zuständigen Unfallversicherungsträgers durchzuführen. 

Informationen der DGUV

Die Beantwortung der Frage „Kann es sich bei einer SARS-CoV-2-Erkrankung um einen Arbeitsunfall handeln?“ und weitere Fragen und Antworten stehen auf der DGUV-Internetseite bereit. 

Informationen zum Thema Unfallversicherung und Coronavirus sowie den Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger finden Sie auf der Internetseite der KBV.

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