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Praxisnachrichten

Regelmäßige ärztliche Prüfung zur stufenweisen Wiedereingliederung

06.08.2020 - Vertragsärzte müssen bei jeder Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit, die sechs Wochen oder länger dauert, eine stufenweise Wiedereingliederung prüfen. Diese neue Regelung geht auf einen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zurück, der nun gilt.

Mithilfe der stufenweisen Wiedereingliederung („Hamburger Modell“) sollen sich Beschäftigte schrittweise an ihr früheres Arbeitsleben gewöhnen. Dabei wird individuell geprüft und festgelegt, welche Steigerung der Arbeitszeit und Zunahme der Arbeitsbelastung möglich sind. Dies wird in einem Wiedereingliederungsplan festgehalten (Formular 20).

Schrittweise Rückkehr an den Arbeitsplatz

Der Anspruch auf eine stufenweise Wiedereingliederung nach längerer Krankheit ist gesetzlich geregelt (§ 74 SGB V). Dass die ärztliche Prüfung ab einer Arbeitsunfähigkeit von sechs Wochen regelmäßig erfolgen soll, ist eine Vorgabe, die im vergangenen Jahr mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hinzukam.

Daraufhin hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G BA) seine Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie angepasst. Nachdem der Beschluss im Februar 2020 in Kraft getreten ist, musste aber noch der EBM geprüft werden. Im Ergebnis der Beratungen haben sich die Träger des Bewertungsausschusses darauf verständigt, keine Anpassung des EBM vorzunehmen.

Ärztliche Untersuchung

Somit müssen Ärzte bei einer Arbeitsunfähigkeit ab sechs Wochen zunächst feststellen, ob weiterhin Arbeitsfähigkeit besteht. Ist dies der Fall, müssen sie prüfen, ob sie ihrem Patienten eine stufenweise Wiedereingliederung empfehlen können.

Auf der AU-Bescheinigung (Formular 1) kreuzen Ärzte das Feld „Stufenweise Wiedereingliederung“ an. Zudem erstellen sie mit Einverständnis des Versicherten und nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber den Wiedereingliederungsplan (Formular 20).

Genesung nicht gefährden

Eine stufenweise Wiedereingliederung darf nur erfolgen, wenn der körperliche, geistige und seelische Gesundheitszustand des Patienten dies zulassen. Deshalb muss eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Eine stufenweise Wiedereingliederung darf die Genesung nicht gefährden. Außerdem darf die ärztliche Empfehlung nicht gegen den Willen des Patienten erfolgen.

Wiedereingliederungsplan

Für den individuellen Wiedereingliederungsplan verwenden Ärzte das Formular 20. Nähere Informationen bietet die KBV auf ihrer Themenseite.

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