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Praxisnachrichten

Neue ASV-Indikation: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

06.08.2020 - Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind als neue Indikation in den Katalog der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung aufgenommen worden. Es ist das erste Mal, dass der Gemeinsame Bundesausschuss den Indikationskatalog ergänzt hat.

Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) stellt ein Angebot für Menschen dar, die an einer komplexen, schwer therapierbaren Krankheit leiden, deren Behandlung besonders hohe Anforderungen an die Ärzte stellt. Um welche Indikationen es sich dabei handelt, hat der Gesetzgeber im Paragraf 116 b SGB V festgelegt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) kann diesen Katalog ergänzen, was er nunmehr getan hat.

Ein Grund für die Aufnahme chronisch entzündlicher Darmerkrankungen in den ASV-Katalog ist, dass es sich um komplexe Multiorganerkrankungen handelt, die besondere Anforderungen an Diagnostik und Therapie stellen und eine spezialisierte Betreuung der Betroffenen durch ein interdisziplinäres Team erfordern. Hauptformen sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Bei diesen Patienten wurde bereits wiederholt auf Versorgungslücken hingewiesen.

G-BA muss Details der Versorgung festlegen

Damit die betroffenen Patienten in der ASV behandelt werden können, muss der G-BA die Details der Versorgung festlegen. Dabei geht es unter anderem um den Behandlungsumfang und die Anforderungen an das ASV-Team, die Ausstattung und Qualitätssicherung. Dazu gehört auch, Ärzte welcher Fachrichtung für das ASV-Team in Frage kommen. Der Termin für den Beginn der Beratungen zur Ausgestaltung wurde noch nicht festgelegt.

ASV-Indikationen

In der ASV können aktuell Patienten mit den folgenden Erkrankungen behandelt werden:

Besonderer Krankheitsverlauf

  • Tumoren der Lunge und des Thorax
  • Hauttumoren
  • Urologische Tumoren
  • Rheumatologische Erkrankungen
  • Gynäkologische Tumoren
  • Gastrointestinale Tumoren / Tumoren der Bauchhöhle
  • Seltene Erkrankungen
  • Sarkoidose
  • Hämophilie

Ausgewählte seltene Lebererkrankungen

  • Morbus Wilson
  • Mukoviszidose
  • Pulmonale Hypertonie
  • Marfan-Syndrom
  • Tuberkulose

Geplant für 2020

Aktuell berät der Gemeinsame Bundesausschuss über neuromuskuläre Erkrankungen als weitere seltene Erkrankung für die ASV und über Kopf-Hals-Tumoren.

ASV: Interdisziplinär in Praxen und Kliniken

Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung ist ein Versorgungsbereich für Patienten, die an einer seltenen oder schweren Erkrankung mit besonderem Krankheitsverlauf leiden. Interdisziplinäre Teams aus Praxis- und Klinikärzten übernehmen die ambulante hochspezialisierte Behandlung.

Wie der Versorgungsbereich funktioniert, regelt die ASV-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. In den Anlagen werden die allgemeinen Regeln für jede ASV-Indikation konkretisiert.

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