Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Balneophototherapie bei Neurodermitis ab Oktober im EBM

13.08.2020 - Eine Licht-Bade-Therapie kann ab dem 1. Oktober auch bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis eingesetzt und über den EBM abgerechnet werden. Der Bewertungsausschuss hat dafür die Gebührenordnungsposition 10350 angepasst.

Damit wird die Indikationserweiterung für das atopische Ekzem umgesetzt, die der Gemeinsame Bundesausschuss im März beschlossen hatte (die PraxisNachrichten berichteten).

Hautärzte konnten die Methode, bei der Wannenbäder mit verschiedenen Zusätzen und eine UV-Lichttherapie kombiniert werden, bislang nur bei Patienten mit einer Psoriasis anwenden und über den EBM abrechnen. Ab Oktober ist dies nun auch bei einer mittelschweren bis schweren Neurodermitis möglich.

Genehmigung erforderlich

Hautärzte, die die Behandlung durchführen, benötigen eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Balneophototherapie.

Sie rechnen die Leistung über die Gebührenordnungsposition 10350 ab (Bewertung: 398 Punkte / 43,73 Euro).

Balneophototherapie: Details zur Methode

Eine Balneophototherapie kann als Photosoletherapie (Salz-Bad kombiniert mit UV-B-Strahlen) oder als Bade-PUVA (Psoralen kombiniert mit UV-A-Strahlen) erbracht werden.

Zur Behandlung der Psoriasis sind sowohl Bade-PUVA als auch Photosoletherapie zugelassen. Für die Behandlung der Neurodermitis darf ausschließlich die Photosoletherapie eingesetzt werden. Dazu stehen die synchrone und die asynchrone Anwendung zur Verfügung:

Die synchrone Photosoletherapie besteht aus dem gleichzeitigen Bad in einer Tote-Meer-Salzlösung und einer Bestrahlung mit UV-B-Schmalbandspektrum unter Verwendung von dafür zugelassenen Behandlungssystemen.

Bei der asynchronen Photosoletherapie erhält die Patientin oder der Patient zuerst ein 20-minütiges Bad mit Kochsalzlösung und anschließend die Lichtbehandlung unter Anwendung von UV-B-Bestrahlungsgeräten. Die asynchrone Photosoletherapie kann als Vollbad oder als Folienbad durchgeführt werden.

Behandlungshäufigkeit

Die Behandlungshäufigkeit sollte bei drei bis fünf Anwendungen pro Woche liegen und ist pro Behandlungszyklus auf höchstens 35 Einzelanwendungen beschränkt. Ein neuer Behandlungszyklus kann frühestens sechs Monate nach Abschluss eines vorangegangenen Behandlungszyklus starten.

Die Leistung beinhaltet die Aufklärung der Patienten sowie die Dokumentation der Ausgangsbefunde (u.a. SCORAD-Wert), des Behandlungsverlaufs, der durchschnittlichen Anzahl der Behandlungen pro Woche und der Gesamtbehandlungsanzahl.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten