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G-BA übernimmt vereinfachtes Impfschema für Säuglinge

20.08.2020 - Das Impfschema zur Grundimmunisierung von Säuglingen wird künftig vereinfacht. Damit entfällt bei der Sechsfachimpfung ein Impftermin im ersten Lebensjahr. Eine entsprechende Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie hat heute der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen.

Das Gremium folgt damit einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für ein reduziertes "2+1-Impfschema". Dieses sieht bei der Sechsfachimpfung – bei vergleichbarem Impfschutz – für die Grundimmunisierung von Säuglingen Impfungen im Alter von zwei, vier und elf Monaten vor. Die Impfstoffdosis im Alter von drei Monaten beim bisherigen 3+1 Schema entfällt damit.

Die Sechsfachimpfung schützt gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B.

Frühgeborene weiter nach 3+1 Schema impfen

Mit der Reduzierung des Impfschemas will die STIKO den Impfplan vereinfachen, Säugling und Eltern einen Arzttermin ersparen und somit die zeitgerechte Umsetzung der Sechsfachimpfungen für Ärzte und Eltern erleichtern. Die verfügbaren Impfstoffe sind für beide Impfschemata zugelassen.

Allerdings sollten Frühgeborene, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren sind, aufgrund des noch nicht ausgereiften Immunsystems weiterhin nach dem 3+1 Schema geimpft werden.

Frühzeitig mit Impfschutz beginnen

Bei dem reduzierten Impfschema ist es laut STIKO besonders wichtig, frühzeitig im Alter von acht Wochen mit der Impfserie zu beginnen und die folgenden Impfungen zu den empfohlenen Zeitpunkten durchzuführen. Für einen zuverlässigen Schutz ist von großer Bedeutung, dass zwischen der zweiten und dritten Impfstoffdosis ein Abstand von mindestens sechs Monaten eingehalten wird. Daraus leitet sich auch die Bezeichnung 2+1 ab. 

Impfserie zum ersten Geburtstag abschließen

Gleiches gilt bei der Bezeichnung 3+1 Schema – mit drei Dosen in kurzem Abstand und einer Dosis nach längerem Abstand. Allerdings zeigt die Erfahrung dem RKI zufolge, dass nur ein kleiner Anteil der Säuglinge zu den empfohlenen Zeitpunkten geimpft wird.

Die STIKO empfiehlt, die Impfserie um den ersten Geburtstag abzuschließen, damit die Kleinkinder auch bei frühem Kindergarteneintritt geschützt sind. 

Durch die seit Jahrzehnten erfolgte Grundimmunisierung von Säuglingen konnten die genannten Krankheiten massiv zurückgedrängt werden. Auch bei Keuchhusten ist ein starker Rückgang zu verzeichnen. Dennoch werden jährlich etwa 450 Pertussisfälle bei ungeimpften oder nicht ausreichend geimpften Säuglingen in Deutschland gemeldet.

Beschluss noch nicht rechtskräftig

Das Bundesgesundheitsministerium als Rechtsaufsicht muss den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses nun innerhalb von vier Wochen routinemäßig prüfen. Vorbehaltlich der Nichtbeanstandung tritt der Beschluss am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. 
 

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