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Praxisnachrichten

Aktuelle Honorarberichte: Praxisumsätze im ersten Halbjahr 2018 leicht gestiegen

10.09.2020 - Die Honorarumsätze der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sind in der ersten Jahreshälfte 2018 im Bundesdurchschnitt leicht gestiegen. Im ersten Quartal betrug das Plus 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, im zweiten Quartal 2,0 Prozent je Arzt und Psychotherapeut. Dies geht aus den aktuellen Honorarberichten der KBV hervor.

Behandlungsfallzahlen gesunken

Im ersten Quartal 2018 ist der Honorarumsatz je Behandlungsfall im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,7 Prozent gestiegen. Dagegen ist die Behandlungsfallzahl je Arzt und Psychotherapeutum 0,4 Prozent gesunken. Hintergrund ist, dass bei der Zunahme der Anzahl der Ärzte um 1,8 Prozent zugleich die Anzahl der Behandlungsfälle lediglich um 1,6 Prozent gestiegen ist.

Ähnlich verhält es sich im zweiten Quartal: Die Behandlungsfallzahl je Arzt und Psychotherapeut ist im Bundesdurchschnitt um 0,2 Prozent gesunken. Auch hier nahm die Anzahl der Ärzte um 1,8 Prozent zu und die Behandlungsfälle stiegen nur um 1,6 Prozent. Der Honorarumsatz je Behandlungsfall wies für das zweite Quartal ein Plus von 2,2 Prozent auf.

Anzahl der Hausärzte nur leicht gestiegen

Der durchschnittliche Honorarumsatz ist im hausärztlichen Versorgungsbereich im Vergleich zum Vorjahresquartal im ersten Quartal 2018 um 2,9 Prozent gestiegen. Die Anzahl der Hausärzte hat sich im Bundesdurchschnitt im ersten Quartal um 0,3 Prozent nur leicht erhöht, die Anzahl der Behandlungsfälle stieg dagegen um 2,8 Prozent. Das führt zu einer Zunahme der Behandlungsfallzahl je Arzt um 2,5 Prozent. Der durchschnittliche Honorarumsatz je Behandlungsfall ist somit um 0,4 Prozent gestiegen.

Im zweiten Quartal fiel die Zunahme der Behandlungsfälle geringer aus. Zwar ist die Zahl der Hausärzte mit 0,3 Prozent ebenfalls nur leicht gestiegen, aber auch die Anzahl der Behandlungsfälle erhöhte sich lediglich um 0,8 Prozent, was eine Zunahme der Behandlungsfallzahl je Arzt um 0,5 Prozent bedeutet. Der durchschnittliche Honorarumsatz je Behandlungsfall ist dabei um 2,6 Prozent gestiegen. Der Honorarumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,1 Prozent.

Zuwächse und Rückgänge in den Fachgruppen

Im ersten Quartal 2018 lag die Entwicklung des Honorarumsatzes je Arzt fachspezifisch zwischen +10,2 Prozent und -4,4 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal können die größten Zuwächse des Honorarumsatzes die Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (+10,2 Prozent) und die Fachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunkt (+5,1 Prozent) verzeichnen.

Die größten Rückgänge des durchschnittlichen Honorarumsatzes weisen im ersten Quartal 2018 die Fachärzte für Chirurgie (-4,4 Prozent) und die Fachärzte für Anästhesiologie (-3,6 Prozent) auf.

Im zweiten Quartal lag die fachspezifische Entwicklung des Honorarumsatzes zwischen +11,8 Prozent und  1,0 Prozent. Die größten Zuwächse des Honorarumsatzes sind auch hier bei den Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (+11,8 Prozent) und bei den Fachärzten für Innere Medizin, allerdings mit Schwerpunkt Endokrinologie (+10,0 Prozent), zu beobachten.

Rückgänge des Honorarumsatzes mussten hier auch die Fachärzte für Chirurgie (-1,0 Prozent) hinnehmen sowie die Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie (-0,9 Prozent).

Honorarumsatz aus vertragsärztlicher Tätigkeit

Der Honorarumsatz wird häufig mit dem Einkommen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten verwechselt. Der Honorarumsatz ist die Zahlung an den Arzt oder Psychotherapeuten für den Betrieb der Praxis und die Versorgung der Patienten. Der Umsatz ist nicht mit dem Nettoeinkommen gleichzusetzen.

Das Nettoeinkommen, also das Geld, das der Arzt/Psychotherapeut für seine Arbeit bekommt, beträgt durchschnittlich nur 25,5 Prozent des Honorarumsatzes. Aus den anderen 74,5 Prozent des Honorarumsatzes finanziert er:

  • Praxiskosten, zum Beispiel für Personal, Miete, Energie und Versicherungen, medizinische Geräte. Diese Betriebsausgaben sind je nach Fachgruppe unterschiedlich hoch. Sie betragen im Durchschnitt über alle Gruppen 48,1 Prozent des Honorarumsatzes.
  • Steuerzahlungen (16,3 Prozent)
  • berufsständische Altersversorgung (7,1 Prozent)
  • Aufwendungen für Kranken- und Pflegeversicherungen (2,9 Prozent)

Erst nach Abzug aller Kosten erhält man das Nettoeinkommen, das dem Arzt persönlich zur Verfügung steht.

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