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Praxisnachrichten

Elektronische Dokumentation der organisierten Krebsfrüherkennungsprogramme startet ab Oktober

17.09.2020 - Untersuchungen im Zusammenhang mit den organisierten Früherkennungsprogrammen Gebärmutterhalskrebs und Darmkrebs müssen ab 1. Oktober elektronisch dokumentiert werden. Die KBV unterstützt die an den Programmen beteiligten Ärzte mit zwei Praxisinformationen, die die wesentlichen Infos zur Dokumentation zusammenfassen.

Dokumentation ermöglicht Evaluation der Programme

Die Vorgaben zur Dokumentation sind in der organisierten Krebsfrüherkennungs-Richtlinie festgehalten. Mithilfe der zu dokumentierenden Daten soll die Qualität der Programme analysiert und das Programm zukünftig weiterentwickelt werden.

Nach der gesetzlichen Regelung sollen in die Evaluation unter anderem folgende Daten einfließen: die Teilnahmeraten, das Auftreten von Intervallkarzinomen, der Anteil falsch positiver Diagnosen und die Sterblichkeit an der betreffenden Krebserkrankung.

Darüber hinaus werden im Zervixkarzinom-Früherkennungsprogramm etwa Resultate des HPV-Tests oder Befundverteilungen der Zytologie in die Evaluation einbezogen. Beim Darmkrebs-Früherkennungsprogramm sind es beispielsweise Angaben zum verwendeten iFOB-Test oder Koloskopie-Ergebnisse.

Praxisinformationen mit allen wesentlichen Infos

Um die Ärzte bei der elektronischen Dokumentation zu unterstützen, stellt die KBV auf ihrer Internetseite Praxisinformationen zu den beiden Früherkennungsprogrammen zum Download zur Verfügung, die alle wesentlichen Informationen übersichtlich aufführen.

Das Screeningprogramm zur Früherkennung von Darmkrebs ist bereits im April 2019 gestartet, das zur Früherkennung von Zervixkarzinomen folgte am 1. Januar 2020. An diesem Datum sollte ursprünglich auch die elektronische Dokumentation beginnen. Der Start wurde aber vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) aus technischen Gründen auf den 1. Oktober verschoben.

Dokumentation ist Voraussetzung für die Abrechnung

Künftig können die Früherkennungs- und Abklärungsuntersuchungen nur bei erfüllten Dokumentationsvorgaben zulasten der gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden.

Kassenärztliche Vereinigungen als Datenannahmestelle

Praxen schicken die von ihnen zu erhebenden Daten an die jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigungen, die als Datenannahmestelle fungieren. Diese leiten die Daten dann zur Pseudonymisierung an eine unabhängige Vertrauensstelle weiter. So sind keine Rückschlüsse auf eine bestimmte Person möglich.

Versicherte können der Speicherung und verschlüsselten Auswertung ihrer Daten ohne Angabe von Gründen widersprechen. Die von den Praxen dokumentierten Daten werden in diesem Fall durch eine Interaktion von Vertrauensstelle und einer Widerspruchsstelle der Evaluation entzogen.

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