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Praxisnachrichten

Stichprobenerhebung: Rund 90 Prozent der Praxen setzen Qualitätsmanagement umfassend um

17.09.2020 - Qualitätsmanagement hat bei niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten bundesweit eine hohe Priorität. So ergab die jüngste Stichprobenerhebung, dass rund 90 Prozent der Praxen Methoden und Instrumente beispielsweise zum Notfall- und Hygienemanagement oder zur Arzneimitteltherapiesicherheit umfassend anwenden.

Für die nunmehr zehnte Erhebung zum Qualitätsmanagement (QM) hatten die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) eine Stichprobe von 4.374 Vertragsärzten und -psychotherapeuten angeschrieben. Die Daten wurden im Zeitraum von Januar bis März 2020 für das Berichtsjahr 2019 erhoben. Die Rückmeldequote betrug 94 Prozent.

Praxen auch in der Krise gut aufgestellt

„Die Ergebnisse zeigen, dass Qualitätsmanagement bundesweit eine wichtige Rolle in der ambulanten Versorgung spielt und Praxen sowie Medizinische Versorgungszentren insbesondere auch für Krisen wie die COVID-19-Pandemie organisatorisch gut aufgestellt sind“, erklärte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel.

Insgesamt setzen Ärzte und Psychotherapeuten alle für sie relevanten Methoden und Instrumente des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements zu rund 90 Prozent vollständig oder größtenteils um.

Dabei gaben die Befragten an, bevorzugt Instrumente und Methoden zu nutzen, die der Patientensicherheit dienen. Dazu zählen Patienteninformation und -aufklärung, ein professionelles Notfall-, Hygiene- und Schnittstellenmanagement, Maßnahmen zur sicheren Arzneimitteltherapie sowie der geregelte Umgang mit Beschwerden.

Teambesprechungen und Ablaufbeschreibungen

Knapp die Hälfte der befragten Ärzte und Psychotherapeuten machte außerdem freiwillige Zusatzangaben, welche QM-Instrumente sie als besonders hilfreich für die tägliche Arbeit erachtet. Neben Teambesprechungen werden Prozess- und Ablaufbeschreibungen sowie Fehlermanagement am häufigsten genannt.

QM hat bundesweit hohen Stellenwert in Praxen

Die Stichproben zeigen außerdem, dass Qualitätsmanagement bundesweit einen hohen Stellenwert in den Praxen hat und es kaum regionale Unterschiede gibt. In allen KV-Regionen liegen die Ergebnisse auf vergleichbar hohem Niveau. Viele niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten nutzen spezielle QM-Verfahren wie QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen sowie Fortbildungs- und Beratungsangebote der KVen. Bereits mit Beginn der Niederlassung erleichtern beispielsweise Praxislotsen oder QM-Starterpakete der KVen den Einstieg in die Umsetzung von QM.

Regelmäßige Erhebung zu QM

Die QM-Richtlinie sieht vor, dass die KVen regelmäßig in einer Stichprobe erheben, wie die verschiedenen Instrumente und Methoden des Qualitätsmanagements in den Praxen und MVZ umgesetzt werden. Dafür werden vertragsärztliche und vertragspsychotherapeutische Einrichtungen per Zufall ausgewählt. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse zum Umsetzungsstand berichtet die KBV an den Gemeinsamen Bundesausschuss.

Teilnahme über Webportal möglich

Erstmalig wurde in allen 17 KV-Regionen für die Durchführung und Auswertung der QM-Stichprobe auch ein von der KBV entwickeltes Webportal eingesetzt, um Ärzten und Psychotherapeuten die Teilnahme möglichst unkompliziert zu gestalten. Über 85 Prozent der Teilnehmenden haben das digitale Angebot genutzt.

Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement (QM) unterstützt die Praxisleitung und das Team dabei, Arbeitsabläufe zu strukturieren, Verantwortlichkeiten festzulegen und Risiken frühzeitig zu erkennen. Ziel ist es, alle Tätigkeiten konsequent an fachlichen, gesetzlichen und vertraglichen Grundlagen auszurichten – und sich dabei möglichst nah an den Bedürfnissen von Patienten und Mitarbeitern zu orientieren. So kann für alle Beteiligten eine größtmögliche Sicherheit und Zufriedenheit erreicht werden.

Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten sind seit 2004 gesetzlich verpflichtet, einrichtungsintern Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln (§ 135a SGB V). In der QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses sind die grundlegende Methodik, Methoden und Instrumente sowie sektorenspezifische Konkretisierungen festgelegt. Beim Aufbau eines internen QM-Systems helfen Qualitätsmanagement-Verfahren wie QEP, KPQM oder EPA.

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