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KBV ruft zur Grippeschutzimpfung auf - Materialien für die Praxis

17.09.2020 - Zu Beginn der Influenzasaison 2020/2021 ruft die KBV zusammen mit den Kassenärztlichen Vereinigungen bundesweit zur Grippeschutzimpfung auf. Dafür stellt die KBV den Praxen kostenlose Infomaterialien zur Verfügung, die auch die Bedeutung der Impfung angesichts der COVID-19-Pandemie hervorheben. So können Ärzte ihre Patienten mit einem Plakat, einer Infokarte und einem Video für das Wartezimmer auf die Vorteile der Impfung hinweisen.

Risikopatienten sollten sich impfen lassen

„Insbesondere in Zeiten von Corona ist ganz wichtig, dass nicht auch noch die saisonale Influenza in das Pandemiegeschehen eingreift“, betonte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. „Vor allem ältere, chronisch kranke und immungeschwächte Menschen sollten sich vor Beginn der Grippesaison impfen lassen.“

Laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut liegt der Fokus der Influenzaimpfung 2020/2021 klar auf den Risikogruppen für schwere Krankheitsverläufe. Als Beispiele werden Senioren und chronisch Kranke genannt. So schütze eine Grippeimpfung die Risikogruppen nicht nur vor einer doppelten Infektion. Sie entlaste auch das Gesundheitssystem, da weniger Menschen schwer erkranken.

Plakat und Infokarte für die Praxis

Daher stellt die KBV ein Plakat unter dem Motto „Gut geschützt – Jetzt gegen Grippe impfen lassen“ zur Verfügung, das explizit darauf hinweist, dass die Grippeimpfung zwar nicht vor dem Coronavirus schützt, aber das Risiko einer Doppelinfektion verringert. Ein Exemplar des Plakats liegt dem Deutschen Ärzteblatt bei (Ausgabe vom 18. September). Außerdem stellt die KBV eine Infokarte für die Auslage im Wartezimmer und ein Video zur Grippeimpfung fürs Praxis-TV bereit. Eine Praxisinformation fasst zudem alles Wichtige zur Grippeschutzimpfung für Ärzte und Praxisteams zusammen.

Höhere Impfquote in der Risikogruppe nötig

Der STIKO zufolge haben sich in der Saison 2018/19 nur rund 35 Prozent der Menschen ab 60 Jahre und zwischen 20 und 50 Prozent der chronisch Kranken impfen lassen. „Die bisherige Impfbeteiligung bei der Risikogruppe ist nicht ausreichend“, sagte Hofmeister. Außerdem sollten sich all jene impfen lassen, die aus beruflichen Gründen viel Kontakt zu anderen Menschen haben, beispielsweise medizinisches Personal.

Vierfach-Impfstoff nach WHO-Empfehlung

Die Grippeschutzimpfung erfolgt auch in der Impfsaison 2020/2021 mit einem Vierfach-Impfstoff, der sich aus der jeweiligen, von der WHO aktuell empfohlenen Antigenkombination zusammensetzt.

Impfen als ärztliche Aufgabe

Die Aufgabe der Impfindikation müsse dabei definitiv von einem Arzt übernommen werden, so Hofmeister. Schließlich gelte es nicht nur aufgrund des Alters, sondern auch anhand der diagnostizierten Erkrankungen das Risiko einer Impfung abzuschätzen und auf Impfreaktionen vorbereitet zu sein.

Grippeschutzimpfung Teil der KBV-Präventionsinitiative

Der Aufruf zur Grippeschutzimpfung ist Teil der Präventionsinitiative, die die KBV 2010 zusammen mit den Kassenärztlichen Vereinigungen gestartet hat. Weitere Themen in diesem Jahr waren die Darmkrebsfrüherkennung sowie die Masernschutzimpfung. 

Download-Dokumente: Grippeschutzimpfung

Impfen: Organisation der Praxisabläufe

Gut organisierte Praxisabläufe können dabei helfen, das Risiko einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 während eines Impftermins zu mindern. Die organisatorischen Möglichkeiten sind allerdings abhängig von den Praxisräumen und den Patienten. Soweit möglich, empfiehlt die STIKO unter anderem folgende Maßnahmen:

Gesonderte Impfsprechstunden einrichten

Impftermine sollten so organisiert werden, dass Patienten und deren Begleitpersonen bestenfalls nicht in den Praxisräumen warten müssen.

Mehrere Impfungen auf einen Termin legen

Sind neben der Influenzaimpfung weitere Impfungen sinnvoll, ist es möglich, mehrere Impfungen an einem Termin zu verabreichen.

Erinnerungssysteme nutzen

Mit Erinnerungssystemen lässt sich auf fällige Impfungen hinweisen und zur Vereinbarung eines Impftermins ermuntern.

Impftermine bei Erkältungssymptomen verschieben

Bei Vereinbarung der Impftermine soll darauf hingewiesen werden, dass ein Termin gegebenenfalls zu verschieben ist, falls der Patient oder die Begleitperson Erkältungssymptome aufweist.

Bei mangelndem Impfstoff rechtzeitig informieren

Patienten sollten rechtzeitig informiert werden, sobald ein Impfstoff für einen verabredeten Impftermin nicht verfügbar ist.

Grippeschutzimpfung: sich selbst und andere schützen

In der kalten Jahreszeit wird wieder überall gehustet und geschnieft. Oft ist das nur ein grippaler Infekt, also eine Erkältung, manchmal aber die echte Grippe, auch Influenza genannt. Eine ernst zu nehmende Erkrankung, die von Viren verursacht wird. Typisch für die Grippe sind plötzlich eintretendes hohes Fieber, Halsschmerzen und trockener Husten sowie heftige Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Meist verschwinden die Beschwerden nach einigen Tagen. Manchmal kommt es jedoch zu Komplikationen wie Entzündungen von Lunge, Gehirn oder Herzmuskel. Dann kann eine Grippe auch lebensbedrohlich werden. Gegen die Grippe hilft nur eines: Ärmel hochkrempeln und sich impfen lassen.

Die Impfung ist die beste Maßnahme, um sich und andere zu schützen. Wer sich dennoch ansteckt, bei dem verläuft die Krankheit oft milder.

Vor allem Risikogruppen sollten sich impfen lassen. Dazu gehören Menschen über 60, aber auch alle anderen mit einem Grundleiden zum Beispiel einer chronischen Atemwegserkrankungen, Diabetes oder einer neurologischen Erkrankung. Schwangeren wird die Impfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfohlen. Bei einem Grundleiden auch schon früher.

Außerdem sollten sich alle schützen, die besonders viel Kontakte zu anderen haben.

Grundsätzlich kann sich aber jeder impfen lassen. Bei Risikogruppen übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Einige gesetzliche Kassen zahlen die Grippe- Schutzimpfung für alle ihre Versicherten. Wichtig ist: Jedes Jahr aufs Neue impfen lassen. Nicht nur, dass der Impfschutz mit der Zeit abnimmt, auch das Grippevirus verändert sich immer wieder. Daher wird der Impfstoff jährlich angepasst. Er schützt gegen die vier Virenstämme, von denen Experten annehmen, dass sie sich in der aktuellen Saison am stärksten verbreiten.

Für Personen ab 60 wird ein Hochdosis-Impfstoff empfohlen. Dieser enthält die vierfache Antigen-Menge und soll noch besser schützen. Beide Impfstoffe sind gut verträglich. Es kann zu einer Rötung an der Einstichstelle oder zu Muskelschmerzen kommen. Allergische Reaktionen und andere schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Bei beiden Impfstoffen kann gleichzeitig auch eine COVID-19-Schutzimpfung durchgeführt werden. Die beste Zeit für eine Impfung ist der Herbst, also rechtzeitig vor der Grippewelle. Ab etwa zwei Wochen nach der Impfung ist der Körper ausreichend vor einer Ansteckung geschützt. Auch eine Impfung im Verlauf der Grippesaison kann noch sinnvoll sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber, wann eine Impfung für Sie am besten ist. Je mehr Menschen geimpft sind, desto höher ist die Chance, dass sich Grippeviren erst gar nicht verbreiten. Kommen Sie gut geschützt durch den Winter!

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