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Praxisnachrichten

Ab Oktober neue Formulare für Labor und häusliche Krankenpflege

24.09.2020 - Mehrere vertragsärztliche Formulare ändern sich zum 1. Oktober: die Labor-Überweisung, der Labor-Anforderungsschein und das Verordnungsformular für die häusliche Krankenpflege. Praxen sollten rechtzeitig neue Formulare bestellen.

Muster 10 und 10A

Auf dem Labor-Anforderungsschein (Muster 10A) werden die Gesundheitsuntersuchungen ab Oktober gesondert abgebildet. Dies erfolgt über die neue Rubrik „Gesundheitsuntersuchungen“ mit drei neuen Feldern ohne Materialbezug für den Harnstreifentest (32880), die Nüchternplasmaglukose (32881) und das Lipidprofil (32882).

Außerdem wird anstelle des Feldes „Diagnosen“ auf dem Formular 10A ein Freitextfeld für „Zusätzliche Angaben zu Untersuchungen“ geschaffen. Es ist zur Angabe von erforderlichen Informationen zu den angeforderten Untersuchungen (bspw. Urinsammelzeit und -sammelmenge bei Kreatinin-Clearance) oder den Patienten betreffenden Informationen (bspw. Hinweise auf bestimmte Medikamente, die Einfluss auf Untersuchungsergebnisse haben können) vorgesehen.

Feld zur Angabe der Schwangerschaftswoche

Eine weitere Änderung betrifft sowohl den Anforderungsschein 10A als auch den „Überweisungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen als Auftragsleistung“ (Muster 10). Um die Angabe der Schwangerschaftswoche zu ermöglichen, wird ein Feld „SSW“ eingeführt.

Außerdem wird auf Muster 10 und 10A das Feld „ggf. Kennziffer“ ersetzt durch das Feld „Knappschaftskennziffer“. Denn die Angabe von Kennnummern ist mit Inkrafttreten der Laborreform zum 1. April 2018 auf den Mustern 10 und 10A nicht mehr erforderlich.

Verordnung häuslicher Krankenpflege

Das Formular zur Verordnung häuslicher Krankenpflege wird ebenfalls zum 1. Oktober angepasst. Grund sind Neuerungen bei der Verordnung von Wundversorgung.

So gibt es auf dem neuen Formular 12 ein eigenes Feld für die Angabe der „Wundart“. Außerdem enthält das Formular neue Felder zur Unterscheidung in akute und chronische Wundversorgung. Für die neue Leistung „Positionswechsel zur Dekubitusbehandlung“ wird ebenfalls ein Feld vorhanden sein. Die Details sind in einer Übersicht zusammengefasst (siehe unten).

Stichtagsregelung 1. Oktober beachten

Die Einführung der drei genannten Formulare erfolgt zum Stichtag 1. Oktober. Alte Formulare dürfen dann nicht mehr verwendet werden. Praxen sollten daher rechtzeitig bestellen. Die neuen Formulare 10, 10A und 12 werden ab dem neuen Quartal auch in den Praxisverwaltungssystemen hinterlegt sein.

Das ändert sich ab 1. Oktober auf dem Formular 12

Neues Feld für die Angabe der Wundart

Ärzte müssen angeben, ob es sich beispielsweise um eine Schnitt‐, Stich‐, Biss‐ oder Schusswunde beziehungsweise ein venöses oder arterielles Ulcus cruris handelt.

Neue Felder zur Unterscheidung in akute und chronische Wundversorgung

Wundversorgung kann bei einer akuten sowie einer chronischen und schwer heilenden Wunde verordnet werden.

Die Differenzierung zwischen akuten sowie chronischen und schwer heilenden Wunden ist erforderlich, um den unterschiedlichen Anforderungen an die Wundversorgung gerecht zu werden.

Auf der Verordnung ist dies entsprechend anzukreuzen:

  • Eine akute Wunde tritt nach Verletzung der Hautoberfläche unterschiedlicher Tiefenausprägung auf und heilt voraussichtlich innerhalb von maximal 12 Wochen komplikationslos ab.
  • Unter chronischer und schwer heilender Wunde wird eine Wunde verstanden, die voraussichtlich nicht komplikationslos innerhalb von maximal 12 Wochen unter fachgerechter Therapie abheilt, beispielsweise ein Diabetisches Fußsyndrom, ein Dekubitus oder ein Ulcus Cruris.

Neues Feld für die neue Leistung „Positionswechsel zur Dekubitusbehandlung“

  • Bei einem Dekubitus ab Grad 1 ist eine fachgerechte Lagerung erforderlich.
  • In dem Fall kann die Leistung „Positionswechsel zur Dekubitusbehandlung“ verordnet werden – aber nur dann, wenn keine im Haushalt lebende Person den Positionswechsel übernehmen oder durch Verordnung der Leistung „Anleitung zur Behandlungspflege“ dazu befähigt werden kann.
  • Ärzte müssen vor der Verordnung prüfen, ob die Lagerung durch Hilfsmittel unterstützt werden kann. Sie geben die bereits vorhandene technische Ausstattung oder vorhandene Hilfsmittel zur Druckentlastung – soweit bekannt – auf der Verordnung an.

Allgemeine Hinweise für die Verordnung von Wundversorgung

  • Ärzte müssen unabhängig von der Änderung des Formulars bei der Verordnung von:
    • Nummer 12 „Positionswechsel zur Dekubitusbehandlung“,
    • Nummer 31 „Wundversorgung einer akuten Wunde“ sowie
    • Nummer 31a „Wundversorgung einer chronischen und schwer heilenden Wunde“

die Beschreibungen und Bemerkungen des Leistungsverzeichnisses der Richtlinie zur häuslichen Krankenpflege beachten. Das Leistungsverzeichnis können Ärzte hier online aufrufen.

  • Ärzte müssen Präparate und Verbandmaterialien, die bei der Wundversorgung verwendet werden müssen, auf der Verordnung angeben. Dauer und Häufigkeit tragen sie in der Zeile „Präparate, Verbandmaterialien“ ein. Da hier nicht viel Platz ist, können die Angaben auch separat notiert und dem Verordnungsformular beigefügt werden.
  • Manchmal können chronische und schwer heilende Wunden nicht häuslich versorgt werden, weil zum Beispiel die Wundversorgung komplex ist oder die häuslichen Gegebenheiten es nicht zulassen. Die Versorgung solcher Wunden in einer spezialisierten Einrichtung, zum Beispiel einem Wundzentrum, müssen Ärzte unter „Weitere Hinweise“ angeben.

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