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Praxisnachrichten

Vakuumversiegelungstherapie von Wunden in den EBM aufgenommen

24.09.2020 - Die Vakuumversiegelungstherapie von Wunden können Ärzte ab 1. Oktober auch in der ambulanten Versorgung abrechnen. Hierbei wird zwischen dem primären und sekundären Wundverschluss unterschieden. Bei letzterem kann die Leistung auch von nicht operativ tätigen Ärzten berechnet werden.

Die Vakuumversiegelungstherapie kann bei Patienten eingesetzt werden, bei denen aufgrund wund- oder patientenspezifischer Risikofaktoren unter einer Standardwundbehandlung keine ausreichende Heilung zu erwarten ist. Die Details hat der Gemeinsame Bundesausschuss in der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung in Nummer 33 der Anlage I "Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" geregelt.

Primärer Wundverschluss

Mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses stehen nun auch die neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) und die Höhe der Vergütung fest. Die Vakuumversiegelungstherapie für den primären Wundverschluss wird danach über die GOP 31401 (68 Punkte / 7,47 Euro) und die GOP 36401 (64 Punkte / 7,03 Euro) abgebildet.

Die GOP sind als Zuschlag zu einem Eingriff des EBM-Abschnitts 31.2 (ambulante Operationen) beziehungsweise 36.2 (belegärztliche Operationen) einmal am Behandlungstag berechnungsfähig. Die Finanzierung erfolgt – als Leistungen des ambulanten und belegärztlichen Operierens – dauerhaft außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) und somit extrabudgetär zu festen Preisen.

Die neuen Leistungen zum primären Wundverschluss können nur operativ tätige Fachärztinnen und Fachärzte abrechnen. Auf die Aufnahme eines OPS-Kodes für die Vakuumversiegelungstherapie in den Anhang 2 zum EBM wird verzichtet, da die Anlage des entsprechenden Verbandes beim intendierten primären Wundverschluss Bestandteil der Schnitt-Naht-Zeit des Haupteingriffes ist.

Sekundärer Wundverschluss

Zur Abrechnung der Vakuumversiegelungstherapie beim intendierten sekundären Wundverschluss wird die GOP 02314 (135 Punkte / 14,83 Euro) in den EBM-Abschnitt 2.3 (kleinchirurgische Eingriffe) aufgenommen.

Die GOP kann neben operativ tätigen Fachärztinnen und Fachärzten auch von weiteren Fachgruppen berechnet werden (siehe Kasten unten). Die Vergütung erfolgt zunächst extrabudgetär.

Sachkosten

Für die bei der primären und sekundären Vakuumversiegelungstherapie anfallenden Sachkosten werden außerdem vier leistungsbezogene Kostenpauschalen (GOP 40900 bis 40903) in den neuen EBM-Abschnitt 40.17 eingeführt. Die Finanzierung der Kostenpauschalen erfolgt zunächst außerhalb der MGV.

Details zur Methode

Die Vakuumversiegelungstherapie bezeichnet eine Form der Wundbehandlung. Sie soll bei geschlossener Wundauflage mithilfe des Unterdrucksystems zu einem Abfluss des Exsudats, einer Ödemreduktion und einer Verbesserung der Durchblutung führen.

Die damit verbundene verbesserte Versorgung mit Sauerstoff und Ernährung der Wundränder sollen zu einer verkürzten Wundheilungszeit beitragen. Sie wird alternativ zur konventionellen Wundbehandlung eingesetzt beziehungsweise konsekutiv bei primärem Versagen der konventionellen Wundbehandlung.

Die Durchführung der Vakuumversiegelungstherapie ist in ein medizinisches Behandlungskonzept einzubetten. Dies schließt neben den Verbandswechseln eine regelmäßige ärztliche Kontrolle der Wundheilung sowie Überprüfung der Indikation im Behandlungsverlauf ein.

Die Indikationsstellung, die regelmäßige Kontrolle der Wundheilung sowie die Überprüfung der Indikation im Behandlungsverlauf sind in der Patientenakte zu dokumentieren.

Quelle: Beschluss und Tragende Gründe des G-BA

Die neuen Leistungen im Überblick

Primärer Wundverschluss

GOP 31401 (68 Punkte / 7,47 Euro): Zuschlag zu einem Eingriff des Abschnitts 31.2 für die Anlage eines Systems zur Vakuumversiegelung zum intendierten primären Wundverschluss (einmal am Behandlungstag)

GOP 36401 (64 Punkte / 7,03 Euro): Zuschlag zu einem Eingriff des Abschnitts 36.2 für die Anlage eines Systems zur Vakuumversiegelung zum intendierten primären Wundverschluss (einmal am Behandlungstag)

Berechnungsfähig von folgenden Fachgruppen:

  • Chirurgie
  • Kinderchirurgie
  • Plastische und Ästhetische Chirurgie
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
  • Haut- und Geschlechtskrankheiten
  • Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
  • Neurochirurgie
  • Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Urologie

Sekundärer Wundverschluss

GOP 02314 (135 Punkte / 14,83 Euro): Zusatzpauschale für die Vakuumversiegelungstherapie zum intendierten sekundären Wundverschluss (einmal am Behandlungstag)

Berechnungsfähig von folgenden Fachgruppen:

  • Allgemeinmedizin
  • Innere und Allgemeinmedizin
  • Praktische Ärzten
  • Ärzten ohne Gebietsbezeichnung
  • Innere Medizin ohne Schwerpunktbezeichnung, die gegenüber dem Zulassungsausschuss ihre Teilnahme an der hausärztlichen Versorgung gemäß § 73 Abs. 1a SGB V erklärt haben
  • Chirurgie
  • Kinderchirurgie
  • Plastische und Ästhetische Chirurgie
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
  • Haut- und Geschlechtskrankheiten
  • Innere Medizin und Angiologie
  • Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie
  • Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
  • Neurochirurgie
  • Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Urologie
  • Vertragsärzten mit der Zusatzweiterbildung „Diabetologie“ oder der Bezeichnung „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)“ oder der Zusatzweiterbildung Phlebologie

Sachkosten

GOP 40900 (430,67 Euro): Kostenpauschale im Zusammenhang mit der GOP 31401 oder 36401 (je durchgeführter Leistung)

GOP 40901 (65,49 Euro): Kostenpauschale im Zusammenhang mit der GOP 02314 bei einer Wundfläche bis einschließlich 20 cm2 (je durchgeführter Leistung, höchstens dreimal in der Kalenderwoche)

GOP 40902 (71,39 Euro): Kostenpauschale im Zusammenhang mit der GOP 02314 bei einer Wundfläche größer 20 cm2 (je durchgeführter Leistung, höchstens dreimal in der Kalenderwoche)

GOP 40903 (47,54 Euro): Kostenpauschale für die Vakuumpumpe im Zusammenhang mit der GOP 02314 (je Kalendertag)

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