Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Spezielle Laborleistung für SARS-CoV-2 Antigentests im EBM

30.09.2020 - Mit Blick auf die erwartete Einführung von Antigentests zum Nachweis von SARS-CoV-2 hat der Bewertungsausschuss eine neue Laborleistung in den EBM aufgenommen. Damit können solche Tests durchgeführt werden, sobald sie auf dem Markt verfügbar und in den Laboren etabliert sind. Darauf haben sich KBV und GKV-Spitzenverband diese Woche im Bewertungsausschuss geeinigt.

Zur Abrechnung der neuen Antigentests wird zum 1. Oktober eine spezifische Gebührenordnungsposition (GOP) in den EBM aufgenommen: Die GOP 32779 für die Laboruntersuchung. Sie ist mit 10,80 Euro bewertet und wird extrabudgetär vergütet. Die GOP 32779 kann ausschließlich von Laborärzten und Mikrobiologen abgerechnet werden.

Keine Abrechnung von Schnelltests

Die Leistung umfasst ausschließlich den Direktnachweis von Antigenen im empfindlicheren Labortest. Schnelltests, die als Point-of-Care-Tests (POCT) in den Praxen durchgeführt werden können, sind nicht über die GOP 32779 berechnungsfähig.  

Beauftragung von Antigentests

Mit der vom Bundesgesundheitsministerium für Mitte Oktober angekündigten neuen Rechtsverordnung ist auch eine Überarbeitung und Konsolidierung der Formulare zur Beauftragung von Corona-Tests vorgesehen. Sollten bis dahin in den Laboren bereits Antigentests durchgeführt werden können, verwenden Praxen übergangsweise das Muster 10, wenn sie einen solchen Test für medizinisch sinnvoll erachten.  

PCR-Test bleibt Goldstandard

Über die Güte der Antigentests zum Nachweis von SARS-CoV-2 liegen bisher noch keine ausreichend zuverlässigen Daten vor. Aus anderen Antigentesten ist bekannt, dass die Sensitivität deutlich niedriger ist als bei PCR-Verfahren, häufig bei etwa 90 Prozent und noch niedriger bei POCT. Es ist zu erwarten, dass von 100 Infizierten in etwa 10 nicht erkannt werden.

Bei klinischem Verdacht auf eine SARS-CoV-2 Infektion und bei Kontaktpersonen der Kategorie I sind deswegen weiter die empfindlicheren PCR-Verfahren das diagnostische Mittel der Wahl und sollten wenn verfügbar vorrangig veranlasst werden.

Um die Sensitivität und Spezifität von Antigentests zum Nachweise von SARS-CoV-2 bewerten zu können, erfolgt aktuell eine Validierung durch Experten. Im Fokus stehen die Antigennachweise als Point-of-Care-Tests, über deren Einsatz derzeit auch im Rahmen der nationalen Teststrategie beraten wird.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten