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Abstriche bei symptomatischen Patienten werden extra vergütet

30.09.2020 - Rachenabstriche zum Nachweis von SARS-CoV-2 bei symptomatischen Patienten werden ab 1. Oktober extra vergütet. Ärzte erhalten dann zusätzlich zur Versicherten- oder Grundpauschale acht Euro je Abstrich. Neu ist zudem ein Zuschlag. Darauf hat sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband geeinigt.

Die Abstrichentnahme bei symptomatischen Patienten wurde bislang ausschließlich über die Versicherten-, Grund-, Konsiliar- und Notfallpauschalen vergütet. Ab 1. Oktober können Vertragsärzte nun zusätzlich zu den Pauschalen die Gebührenordnungsposition (GOP) 02402 abrechnen. Sie ist mit acht Euro bewertet.

Die GOP 02402 für den Abstrich ist auch berechnungsfähig, wenn in dem Quartal keine Versicherten-, Grund-, Konsiliar- oder Notfallpauschale abgerechnet wird. Hinzu kommt ein Zuschlag (neue GOP 02403) von etwa sieben Euro, sodass der Abstrich in diesen Fällen mit 15 Euro bewertet ist.

Gilt auch für Personen mit Corona-Warn-App

Die neue Vergütungsregelung gilt für alle Corona-Tests, die über den EBM abgerechnet werden dürfen. Dies sind neben den Untersuchungen bei Personen mit Krankheitssymptomen auch Tests, die nach einer Warnung durch die Corona-Warn-App durchgeführt werden.

Für jeden Patienten können nun bis zu vier Abstriche im Quartal pro Praxis gesondert abgerechnet werden.

Abstriche bei asymptomatischen Personen

Die Vergütung von Corona-Tests bei asymptomatischen Personen ist gesondert geregelt. So sieht die Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums bei Einreisenden aus Risikoländern 15 Euro je Abstrich vor.

So werden Abstriche abgerechnet


Die folgenden Regelungen betreffen Abstriche für PCR-Tests oder Antigentests, die nach EBM abgerechnet werden dürfen:

  • Tests von symptomatischen Patienten
  • Tests von Patienten, bei denen die Corona-Warn-App „erhöhtes Risiko“ anzeigt, oder damit zusammenhängende Gespräche mit dem Patienten

Symptomatische Patienten:

  • GOP 02402 (8 Euro)
  • GOP 02403 (7 Euro) für den Zuschlag, wenn in dem Quartal keine Versicherten-, Grund-, Konsiliar- oder Notfallpauschale abgerechnet wird
  • Kennziffer 88240 für die Vergütung von Corona-Leistungen
  • Kennziffer 32006 für Laborkosten (keine Belastung des Laborbudgets)

Die Untersuchung des Abstrichs mittels PCR-Test (GOP 32816) – oder die im Verlauf des vierten Quartals erwarteten Antigentests (GOP 32779) – rechnet das Labor ab.

Patienten mit Corona-Warn-App:

  • GOP 02402 (8 Euro) – (bitte hier Zusatznutznummer 02402A angeben) GOP 02403 (7 Euro) für den Zuschlag, wenn in dem Quartal keine Versicherten-, Grund-, Konsiliar- oder Notfallpauschale abgerechnet wird
  • Kennziffer 32006 für Laborkosten (keine Belastung des Laborbudgets)

Die Untersuchung des Abstrichs mittels PCR-Test (GOP 32811) rechnet das Labor ab.

Hinweise zur den GOP 02402 und 02403

  • Die GOP 02402 und 02403 sind jeweils einmal am Behandlungstag berechnungsfähig, jedoch höchstens viermal im Behandlungsfall (Quartal).
  • Die GOP 02403 ist nicht berechnungsfähig, wenn in demselben Behandlungsfall eine Versicherten-, Grund- und/oder Konsiliarpauschale zur Abrechnung kommt oder eine Leistung des Abschnitts 1.2 (Notfall) berechnet wird.
  • Gespräche im Zusammenhang mit einer möglichen Testung auf eine beta-Coronavirus SARS-CoV-2 Infektion, die Ergebnismitteilung sowie die Ausstellung eines ärztlichen Zeugnisses über das Vorliegen einer Infektion mit SARS-CoV-2 sind mit der GOP 02402 abgegolten.
  • Bei Corona-Warn-App-Patienten sind die GOP 02402 und 02403 auch berechnungsfähig, wenn nach dem Gespräch mit dem Arzt keine Abstrichentnahme erfolgt.
  • Die Vergütung der GOP 02402 erfolgt extrabudgetär, die Vergütung der GOP 02403 aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.
  • Corona-Warn-App-Fälle sind in der Abrechnung mit der Zusatznummer 02402A zu dokumentieren. 

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