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Praxisnachrichten

Zi startet Studie zum digitalen Monitoring von Infektpatienten

01.10.2020 - Eine Studie zum digitalen Monitoring von Infektpatienten in der ambulanten Versorgung hat jetzt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung gestartet. Ziel ist es, die Entwicklung und Nutzung digitaler Tools zu unterstützen, mit der die Ansteckungsrisiken für Patienten sowie für medizinisches Personal reduziert werden können. 

Besondere Bedeutung gewinnt die auf drei Monate nach Interventionsbeginn angelegte Studie vor dem Hintergrund des durch die COVID‐19‐Pandemie überlagerten saisonalen Anstiegs von Atemwegsinfekten und einer zu erwartenden Influenzawelle.

Eignung von Home‐Monitoring‐Lösungen

Mit der Studie werde geprüft, inwieweit telemedizinische Home‐Monitoring‐Lösungen geeignet sind, Infektpatienten in ihrer Häuslichkeit zu behandeln und so unter anderem Infektionsketten zu unterbrechen, erläuterte der Vorstandsvorsitzende des Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi), Dr. Dominik von Stillfried.

Remote Patient Monitoring (RPM) bietet den Angaben zufolge zudem die Chance, digital erfasste Infektdaten in anonymisierter Form zusammenzuführen, um Einblicke in die Verläufe und das ambulante Versorgungsgeschehen von Infekten zu erhalten. So kann durch die Kassenärztlichen Vereinigungen und die zuständigen Behörden frühzeitig auf Infektionswellen reagiert werden. 

RPM-Hersteller und Arztpraxen gesucht

Das Zi wird bis zu drei digitale RPM-Lösungen miteinander und mit der bisher praktizierten Versorgung von Infektpatienten vergleichen. Hersteller von RPM-Lösungen können sich direkt beim Zi um die Teilnahme bewerben. Grundlage ist eine im EU-Amtsblatt veröffentlichte Wettbewerbsbekanntmachung. 

Zudem wird das Zi gemeinsam mit sieben Kassenärztlichen Vereinigungen Praxen zur Teilnahme einladen. Gesucht werden mindestens 120 Praxen mit jeweils einer mindestens etwa durchschnittlichen Patientenzahl je Quartal.
 

Remote Patient Monitoring (RPM)

RPM‐Tools sind nach dem Verständnis des Zi digitale Werkzeuge, die ein effizientes und sichereres Patientenmanagement bei einer Fernbehandlung unterstützen. Sie sollen es dem behandelnden Arzt ermöglichen, die bei Akuterkrankungen gebotene höhere Informationsdichte relevanter Parameter und Informationen in kürzerer Zeit zu erfassen und zu befunden, als es bei einem Praxisbesuch oder Anruf möglich wäre. 
Die Tools ermöglichen zudem eine kontinuierliche Erfassung von Parametern wie etwa der Körpertemperatur und machen die zeitliche Entwicklung im Zustand des Patienten sichtbar. Sie sollen ferner dem Patienten ein Feedback geben, dass übermittelte Informationen durch das Praxisteam gesichtet wurden, sodass er sich sicher betreut fühlen kann. RPM‐Tools ersetzen somit keine Arzt‐Patienten‐Kontakte, sondern dienen der Unterstützung der ärztlichen Behandlung.

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