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Praxisnachrichten

Neue Leistung: Brachytherapie beim Prostatakarzinom

01.10.2020 - Die Low-Dose-Rate-Brachytherapie darf künftig auch in der vertragsärztlichen Versorgung beim lokal begrenzten Prostatakarzinom zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung durchgeführt werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen. Eine neue Qualitätssicherungsrichtlinie regelt die fachlichen und organisatorischen Anforderungen. 

Die interstitielle Low-Dose-Rate-Brachytherapie (LDR) ist für Patienten mit einem Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom zugelassen. Die innere Strahlentherapie stellt für die betroffenen Männer eine Alternative zur äußeren Bestrahlung oder Entfernung der Prostata dar.

Genehmigung erforderlich

Alle fachlichen und organisatorischen Anforderungen hat der G-BA in einer sektorenübergreifenden Qualitätssicherungsrichtlinie festgelegt.

Die Leistung dürfen ausschließlich Strahlentherapeuten oder Urologen durchführen, die über die für die LDR-Brachytherapie erforderliche Fachkunde gemäß Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin verfügen. Sie benötigen eine Abrechnungsgenehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung.

Patienteninformation soll bei der Entscheidung helfen

Der Beratung und Aufklärung des Patienten über Risiken und Alternativen kommt dem G-BA zufolge angesichts der Evidenzlage eine besondere Bedeutung zu. 

Bei der Entscheidungsfindung soll daher eine Patienteninformation helfen, die der G-BA als Anlage zur QS-Richtlinie beschlossen hat und die dem Patienten im Aufklärungsgespräch auszuhändigen ist.

Vergütung vereinbaren 

Der G-BA-Beschluss wird zunächst vom Bundesgesundheitsministerium innerhalb von zwei Monaten  geprüft. Nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger tritt der Beschluss am Folgetag in Kraft. 

Anschließend hat der Bewertungsausschuss sechs Monate Zeit, den EBM anzupassen. Erst dann haben Patienten Anspruch auf die LDR-Brachytherapie als Kassenleistung.

Details zur Methode

Die interstitielle LDR-Brachytherapie ist eine Bestrahlung, bei der umschlossene radioaktive Stoffe (Seeds) transperineal in die Prostata permanent implantiert werden. 

Voraussetzung für die Durchführung der interstitiellen LDR-Brachytherapie ist das Vorliegen eines lokal begrenzten, stanzbioptisch oder histologisch gesicherten Adenokarzinoms der Prostata mit niedrigem Risikoprofil, definiert als: PSA ≤ 10 ng/ml, Gleason 6, WHO-Grad 1 und cT-Kategorie 1c oder 2a.

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