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Mehr Geld für Arznei- und Heilmittel in 2021

08.10.2020 - Das Ausgabenvolumen für Arzneimittel steigt im kommenden Jahr um 4,6 Prozent. Das ist das Ergebnis der bundesweiten Rahmenvorgaben, auf die sich die KBV und der GKV-Spitzenverband geeinigt haben. Für den Heilmittelbereich ergibt sich ein Plus von 3,2 Prozent.

Die Steigerung bei den Arzneimitteln lässt sich, wie in den Vorjahren, insbesondere mit dem Einsatz innovativer Arzneimittel begründen. Diese kommen vor allem onkologischen Patienten zugute.

„Die Erhöhung des Ausgabenvolumens ist eine wesentliche Voraussetzung, damit vor allem schwer kranke Patienten von neuen Therapien profitieren können – insbesondere in der Onkologie“, betonte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister und wertete die Steigerung um 4,6 Prozent als gutes Ergebnis. 

Steigerung auch bei den Heilmitteln

Für den Heilmittelbereich gehen die KBV und der GKV-Spitzenverband im kommenden Jahr ebenfalls von höheren Ausgaben aus. Die vereinbarte Steigerung des Ausgabenvolumens auf Basis der bundeseinheitlich zu bemessenden Anpassungsfaktoren beträgt gegenüber dem laufenden Jahr 3,2 Prozent.

Der Steigerungsfaktor ergibt sich insbesondere aus der Indikationserweiterung der podologischen Therapie und der manuellen Lymphdrainage beim Lipödem. Zudem wurden die erweiterten Verordnungsbefugnisse für Psychotherapeuten hinsichtlich der Ergotherapie berücksichtigt.

Preisentwicklung noch nicht berücksichtigt

Der zukünftig bundeseinheitlich zu bewertende Faktor Preisentwicklung konnte allerdings noch nicht berücksichtigt werden, da die Preisverhandlungen zwischen den Krankenkassen und Heilmittelerbringern noch nicht abgeschlossen sind.

Unmittelbar nach Abschluss der Verträge, spätestens aber bis zum 31. März 2021, soll der Faktor Preisentwicklung nachträglich bewertet werden. Diese Neubewertungen sind dann bei der Festlegung der regionalen Ausgabenvolumina für Heilmittel und der Prüfgegenstände für das Jahr 2021 zu berücksichtigen.

Weitere Verhandlungen auf Landesebene

Die bundesweiten Rahmenvorgaben sind die Basis für regionale Verhandlungen zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen zu den Ausgabenvolumina für Arznei- und Heilmittel.
Zusätzlich zu den auf der Bundesebene vereinbarten Anpassungsfaktoren werden bei den Verhandlungen auf Landesebene weitere Faktoren berücksichtigt, beispielsweise Alter und Anzahl der Versicherten.

Arzneimittel: Übersicht der Anpassungsfaktoren

Bei den bundesweit festzulegenden Anpassungsfaktoren haben die KBV und der GKV-Spitzenverband für das Jahr 2021 eine Steigerung von 4,6 Prozent vereinbart. Faktoren wie das Alter und die Anzahl der Versicherten verhandeln die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Krankenkassen auf Landesebene.

Bei der Anpassung des Ausgabenvolumens für Arzneimittel sind zu berücksichtigen:

Bewertung der Anpassungsfaktoren

  1. Zahl und Altersstruktur der Versicherten: regional
  2. Preisentwicklung: -0,2 %
  3. Gesetzliche Leistungspflicht: 0 %
  4. Richtlinien Gemeinsamer Bundesausschuss: 0 %
  5. Einsatz innovativer Arzneimittel: +4,6 %
  6. Zielvereinbarungen, indikationsbezogen: regional
  7. Verlagerung zwischen den Leistungsbereichen: +0,3 %
  8. Wirtschaftlichkeitsreserven, Zielvereinbarungen: regional

Anpassung von 2020 nach 2021: +4,6 %
 

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