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Praxisnachrichten

Neurodermitis: QS-Vereinbarung zur Balneophototherapie angepasst

29.10.2020 - Das atopische Ekzem wurde in die Qualitätssicherungsvereinbarung zur Balneophototherapie aufgenommen. Mit der speziellen Therapie können seit dem 1. Oktober auch Patientinnen und Patienten mit Neurodermitis zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung behandelt werden.

Hautärztinnen und Hautärzte, die die Behandlung durchführen wollen, benötigen eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Balneophototherapie.

Bei der Methode werden Wannenbäder mit verschiedenen Zusätzen und eine UV-Lichttherapie kombiniert. In der QS-Vereinbarung wurde jetzt unter anderem die Anwendung bei Patientinnen und Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis konkretisiert. Auch die zu dokumentierenden Befunde wurden definiert sowie kleinere redaktionelle Anpassungen vorgenommen.

Ärztinnen und Ärzte, die bislang schon eine Genehmigung für Balneophototherapie zur Behandlung von Psoriasis hatten, erhalten auf Antrag auch die Genehmigung zur Abrechnung von Leistungen bei der Indikation mittelschweres bis schweres atopisches Ekzem.

Balneophototherapie: Details zur Methode

Eine Balneophototherapie kann als Photosoletherapie (Salz-Bad kombiniert mit UV-B-Strahlen) oder als Bade-PUVA (Psoralen kombiniert mit UV-A-Strahlen) erbracht werden.

Zur Behandlung der Psoriasis sind sowohl Bade-PUVA als auch Photosoletherapie zugelassen. Für die Behandlung der Neurodermitis darf ausschließlich die Photosoletherapie eingesetzt werden. Dazu stehen die synchrone und die asynchrone Anwendung zur Verfügung:

Die synchrone Photosoletherapie besteht aus dem gleichzeitigen Bad in einer Tote-Meer-Salzlösung und einer Bestrahlung mit UV-B-Schmalbandspektrum unter Verwendung von dafür zugelassenen Behandlungssystemen.

Bei der asynchronen Photosoletherapie erhält die Patientin oder der Patient zuerst ein 20-minütiges Bad mit Kochsalzlösung und anschließend die Lichtbehandlung unter Anwendung von UV-B-Bestrahlungsgeräten. Die asynchrone Photosoletherapie kann als Vollbad oder als Folienbad durchgeführt werden.

Behandlungshäufigkeit

Die Behandlungshäufigkeit sollte bei drei bis fünf Anwendungen pro Woche liegen und ist pro Behandlungszyklus auf höchstens 35 Einzelanwendungen beschränkt. Ein neuer Behandlungszyklus kann frühestens sechs Monate nach Abschluss eines vorangegangenen Behandlungszyklus starten.

Die Leistung beinhaltet die Aufklärung der Patienten sowie die Dokumentation der Ausgangsbefunde (u.a. SCORAD-Wert), des Behandlungsverlaufs, der durchschnittlichen Anzahl der Behandlungen pro Woche und der Gesamtbehandlungsanzahl.

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