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Praxisnachrichten

Corona-Test nicht bei jedem Infekt: Neue RKI-Empfehlungen für symptomatische Patienten

04.11.2020 - Das Robert Koch-Institut hat die Testkriterien für symptomatische Patienten modifiziert. Danach sollen nicht mehr alle Patienten mit einer akuten respiratorischen Symptomatik auf das SARS-CoV-2 getestet werden, um eine Überlastung der Arztpraxen und Laborkapazitäten in den Herbst- und Wintermonaten zu verhindern.

Der Fokus liegt auf Patienten mit schwerer oder sich verschlechternder respiratorischer Symptomatik. Sie sollen nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) getestet werden – ebenso Patienten mit Geruchs- und Geschmacksstörungen sowie Infekt-Patienten mit Kontakt zu einem bestätigten Fall.

Patienten mit leichterer Symptomatik wie Schnupfen oder Halsschmerzen sollen dagegen nur getestet werden, wenn zusätzliche Kriterien erfüllt sind. Dazu zählen Personen, die zu einer Risikogruppe gehören oder in einer Pflegeeinrichtung, Arztpraxis oder einem Krankenhaus tätig sind. Ein zusätzliches Kriterium kann auch der Kontakt zu vielen Personen, insbesondere zu Risikogruppen, sein (s. Infobox mit allen RKI-Kriterien).

Leichte Erkrankung zu Hause auskurieren

Patienten mit leichter Erkrankung, die nicht getestet werden, sollten möglichst fünf Tage zu Hause bleiben, ihre Kontakte reduzieren und mindestens 48 Stunden symptomfrei sein, bevor sie die häusliche Isolation verlassen, rät das RKI. Diese Empfehlung gilt vor allem ab einer 7-Tages-Inzidenz im Landkreis von 35/100.000 Einwohnern. Bei sekundärer klinischer Verschlechterung wird eine sofortige Testung auf SARS-CoV-2 empfohlen.

Die meisten Patienten mit Atemwegserkrankungen seien mit eher ungefährlichen respiratorischen Viren infiziert und könnten sich so gut zu Hause auskurieren, begründet das RKI seine Empfehlung. Allerdings seien die meisten dieser Viren, auch wenn sie häufig nur leichte Symptome auslösten, schnell auf andere Personen übertragbar.

Durch eine 5- bis 7-tägige Genesungszeit zu Hause werde verhindert, dass diese Patienten in vollen Wartezimmern, auf Arbeit oder in der Schule andere Personen ansteckten. Ärzte können bei Bedarf telefonisch eine Krankschreibung ausstellen.

RKI-Testkriterien bei Patienten mit Symptomen

  • Schwere respiratorische Symptome (z. B. akute Bronchitis, Pneumonie, Atemnot oder Fieber) ODER
  • Störung des Geruchs- und Geschmackssinns ODER
  • Symptome und Kontakt (Kontaktperson 1) mit einem bestätigten COVID-19-Fall ODER
  • Verschlechterung des klinischen Bildes nach anhaltenden akuten respiratorischen Symptomen ODER
  • Akute respiratorische Symptome jeder Schwere UND
    • Zugehörigkeit zu Risikogruppe ODER
    • Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis, Krankenhaus ODER
    • nach Exposition, zum Beispiel Veranstaltungen mit unzureichender Einhaltung der AHA+L-Regeln ODER
    • Kontakt zu Personen mit akuter respiratorischer Erkrankung (im Haushalt oder Cluster ungeklärter Ursache UND 7-Tages-Inzidenz > 35/100.000) ODER
    • während Symptomatik Kontakt zu vielen Personen ODER
    • weiterhin (prospektiv) enger Kontakt zu vielen Personen oder Risikopatienten

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