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Praxisnachrichten

Videosprechstunde: Portokosten für Krankschreibung werden erstattet

05.11.2020 - Ärzte können ihre Patienten seit Anfang Oktober auch in einer Videosprechstunde krankschreiben. Für das Porto bei Postversand hat der Bewertungsausschuss jetzt zwei neue Kostenpauschalen in den EBM aufgenommen.

Für den Versand der AU-Bescheinigung können Ärzte die neue Kostenpauschale 40128 abrechnen sowie für den Versand der ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes (Muster 21) die Kostenpauschale 40129. Beide Kostenpauschalen sind mit 81 Cent bewertet. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.

Die neuen Kostenpauschalen wurden eingeführt, da die aktuelle Kostenpauschale 40110 im EBM für den Postversand von Dokumenten nicht den Versand von Dokumenten an Patienten einschließt.

Die Sonderregelungen aufgrund der Corona-Pandemie zur Vergütung des postalischen Versands von Krankschreibungen nach einem Telefonat bleiben hiervon unberührt. Hierfür ist weiterhin die mit 90 Cent bewertete Pseudo-GOP 88122 berechnungsfähig.

Hintergrund: Krankschreibung per Video

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte Mitte Juli die Vorgaben zur Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit gelockert und die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie angepasst (die PraxisNachrichten berichteten).

Vertragsärzte können seit Inkrafttreten des Beschlusses am 7. Oktober die Arbeitsunfähigkeit von Versicherten unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde feststellen (die PraxisNachrichten berichteten).

Laut AU-Richtlinie gilt die Pflege eines erkrankten Kindes nicht als Arbeitsunfähigkeit. Die Regelungen in der Richtlinie für Erwachsene beziehen sich daher nicht analog auf das Muster 21.

Für die Ausstellung des Musters 21 bei Feststellung der Erkrankung eines Kindes in einer Videosprechstunde gibt es keine speziellen Regelungen, daher gelten hier die allgemeinen Grundsätze: Die Untersuchung eines Kindes kann dann in einer Videosprechstunde erfolgen, soweit dies berufsrechtlich zulässig ist und dem ärztlichen Sorgfaltsmaßstab entspricht.

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