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Praxisnachrichten

Zi-Analyse zu Patienten mit Überlappung von Asthma und COPD

12.11.2020 - Eine Studie hat jetzt erstmals untersucht, wie viele Patienten im vertragsärztlichen Bereich eine Überlappung von Asthma und der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung aufweisen. Danach trafen auf 13 Prozent der erfassten Patienten beide Diagnosen zu.

Nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), welches die Analyse erhob, gab es zu diesem relativ neuen Krankheitsbild und dessen Ausbreitung bisher erst wenige Erkenntnisse in Deutschland. Dabei seien diese für die Therapie entscheidend. Auch hätten diese Patienten einen ungünstigeren Krankheitsverlauf und eine deutlich schlechtere Lebensqualität im Vergleich zu Patienten ohne überlappende Diagnosen. Das Zi kündigte weitere Studien zu diesem Thema an.

Wissenschaftler nennen das Asthma-COPD-Überlappung, kurz ACO – aus dem Englischen Asthma-COPD-Overlap.

13 Prozent der Patienten haben Asthma und COPD

Von den insgesamt 40.477.745 Versicherten über 40 Jahren wurden 4.632.295 (11 Prozent) entweder mit Asthma oder COPD im Jahr 2017 diagnostiziert. Von denen hatten etwa 2.002.800 (43 Prozent) nur Asthma und 2.021.600 (44 Prozent) nur COPD.

Die restlichen 607.900 (13 Prozent) wiesen Diagnosen für beide Erkrankungen auf. Unter allen Patienten mit Asthma lag der Anteil der Patienten mit COPD-Diagnosen bei 23,3 Prozent. Unter allen Patienten mit COPD lag der Anteil der Patienten mit Asthma bei 23,1 Prozent.

Noch kein Diagnosecode vorhanden

Datengrundlage waren die bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten aus dem Jahr 2017. Da aktuell kein Code für ACO existiert, wurden zur Auswertung die Diagnosecodes J44 (COPD) und J45 (Asthma bronchiale) herangezogen.

Als ACO-Patienten wurden diejenigen definiert, bei denen Diagnosen von Asthma und COPD in jeweils zwei Quartalen des Jahres codiert wurden.

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (Zi) ist das Forschungsinstitut der Kassenärztlichen Vereinigungen und der KBV in der Rechtsform einer Stiftung des bürgerlichen Rechts. Es wird finanziert durch jährliche Zuwendungen der Kassenärztlichen Vereinigungen. Die Forschungsarbeiten und Studien des Zentralinstituts beschäftigen sich vorwiegend mit der vertragsärztlichen Versorgung unter Nutzung der von den Trägern dafür zur Verfügung gestellten Routinedaten.

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