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Praxisnachrichten

Teilnehmer für Studie zum digitalen Monitoring von Infektpatienten gesucht

26.11.2020 - Die Vorteile und die Effizienz von digitalen Monitoring-Systemen bei der Betreuung von Infektpatienten in der Häuslichkeit will das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in einer Studie untersuchen. Dazu werden noch Praxen gesucht.

Bislang gibt es noch keinen Vergleich zwischen digitalen Monitoring-Systemen und der bisherigen telefonischen Betreuung. Mit der achtwöchigen Studie wollen die Wissenschaftler des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) den niedergelassenen Ärzten eine wissenschaftlich belegte Empfehlung an die Hand geben, was sich im Alltag als effektiv und effizient erwiesen hat.

Systeme stehen Teilnehmern kostenlos zur Verfügung

Zunächst wurden über eine Wettbewerbsbekanntmachung im EU-Amtsblatt digitale Lösungen zum Remote Patient Monitoring (RPM) gesucht, die ein vorgegebenes Anforderungsprofil erfüllen.

Dabei ist die Wahl auf zwei Systeme gefallen: Das Zi wird in der Studie „Medopad“ und „SaniQ Infekt“ sowohl miteinander als auch mit der bisher praktizierten Versorgung von Infektpatienten vergleichen.  Beide Systeme sind am Markt etabliert und werden den an der Studie teilnehmenden Praxen inklusive Schulung frei zur Verfügung stehen.

Zeitliche Entlastung

Diese RPM-Lösungen sollen dazu beitragen, dass Arztpraxen künftig bei der Betreuung von Infektpatienten zeitlich entlastet werden. Auch verringern sich die Ansteckungsrisiken, wenn die Patienten in ihrer häuslichen Umgebung versorgt werden.

Remote Patient Monitoring

RPM‐Tools sind nach dem Verständnis des Zi digitale Werkzeuge, die ein effizientes und sicheres Patientenmanagement bei einer Fernbehandlung unterstützen. Dem behandelnden Arzt soll ermöglicht werden, die bei Akuterkrankungen gebotene höhere Informationsdichte relevanter Parameter in kürzerer Zeit zu erfassen und zu befunden, als es bei einem Praxisbesuch des Patienten oder herkömmlichen Anruf des Arztes möglich wäre.

Zudem werden kontinuierlich Parameter, wie etwa die Körpertemperatur und die Entwicklung im Zustand des Patienten erfasst. RPM‐Tools geben auch dem Patienten ein Feedback, dass übermittelte Informationen durch das Praxisteam gesichtet wurden, so dass er sich sicher betreut fühlen kann. Aber diese Tools ersetzen nicht den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt.

Anmeldung für interessierte Praxen

Die achtwöchige Studie, an der insgesamt 120 Arztpraxen teilnehmen werden, läuft seit Ende Oktober. Interessierte Praxen können sich bei Projektkoordinatorin Dr. Sarah Eichler unter der Telefonnummer 030–40052456 melden.

Die ausgewählten digitalen RPM-Anwendungen

Bei „Medopad“ bekommen die Patienten einen Code für eine App sowie ein Pulsoximeter. In der App füllt der Nutzer dann einen Fragebogen aus, der unter anderem Vorerkrankungen, Symptome, Medikamente, Blutgruppe und Krankheitsverlauf abfragt. Wenn die Vitalparameter eingesehen wurden, wird der Patient informiert. Der behandelnde Arzt hat über ein Dashboard, eine Art Armaturenbrett, Zugang zu den Informationen aller Patienten und kann sich mit ihnen über einen Videoanruf verständigen.

„SaniQ Infekt“ unterstützt Patienten mit einer Smartphone-basierten Home-Monitoring-Lösung von Erkrankungsbeginn bis zur Genesung. Neben der strukturierten Erfassung von Symptomen und Beschwerden ermöglicht die eingebundene Sensorik auch eine Erfassung von Vital- und Bewegungsdaten. Die Messwerte (wie Puls, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung, Temperatur) können analog oder mit über Bluetooth angebundenen Messgeräten erfasst und übertragen werden.

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