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Praxisnachrichten

Neu: Screening auf Hepatitis B und C für Versicherte ab 35 Jahren

26.11.2020 - Versicherte ab dem vollendeten 35. Lebensjahr haben künftig Anspruch auf ein einmaliges Screening auf eine Hepatitis B- und Hepatitis C-Virusinfektion. Damit sollen unentdeckte Infektionen erkannt und frühzeitig behandelt werden, um teils gravierende Spätfolgen zu verhindern. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen.

Das Screening auf Hepatitis B und C soll im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene ab 35 Jahren erfolgen. Ab diesem Alter haben gesetzlich Versicherte alle drei Jahre Anspruch auf diesen Check-up.

Liegt der letzte Check-up keine drei Jahre zurück, kann das Screening übergangsweise auch separat erfolgen. Damit soll allen Versicherten zeitnah das neue Angebot zur Verfügung stehen, teilte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) mit. Ansonsten können Versicherte das einmalige Hepatitis-Screening beim nächsten regulären Check-up in Anspruch nehmen.

Vor der Untersuchung auf Hepatitis B soll der Impfstatus geklärt werden. Eine Impfung gegen Hepatitis B ist möglich und wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Säuglinge und Kinder seit 1995, für Menschen mit geschwächtem Immunsystem seit 2013 empfohlen. Bei einer erfolgreichen Immunisierung durch Impfung ist ein Screening auf Hepatitis B nicht notwendig. Gegen eine Hepatitis C-Virusinfektion gibt es keine Impfung.

Infektion mit schwerwiegenden Folgen

Durch das Screening sollen unentdeckte, weil zunächst symptomlos oder schleichend verlaufende Infektionen erkannt werden. Eine unbehandelte chronische Hepatitis kann gravierende Spätfolgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs nach sich ziehen. Im schlimmsten Fall wird die Leber so schwer geschädigt, dass eine Lebertransplantation nötig sein kann. Dieser schwere Verlauf kann durch die frühzeitige Gabe von antiviralen Medikamenten wirksam verhindert werden.

Blutentnahme und Laboruntersuchung

Bei Hepatitis B wird das Blut zunächst auf HBsAg untersucht, bei Hepatitis C wird der HCV-Antikörper bestimmt. Bei einem positiven Ergebnis soll anschließend eine HBV-DNA- beziehungsweise HCV-RNA-Bestimmung aus derselben Blutentnahme erfolgen.

Die Laboruntersuchungen dürfen nur Ärzte durchführen, die eine Genehmigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor in der Fassung vom 1. April 2018 zur Ausführung und Abrechnung dieser Leistung besitzen.

Anspruch voraussichtlich Mitte 2021

Der Beschluss des G-BA wird zunächst vom Bundesministerium für Gesundheit geprüft. Es hat hierfür zwei Monate Zeit. Wird der Beschluss nicht beanstandet, treten die Änderungen am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Nach Inkrafttreten überprüft der Bewertungsausschuss, ob eine Anpassung des EBM erforderlich ist.

Screening auf Hepatitis B und C

Hepatitis B und Hepatitis C sind Leberentzündungen, die schwerwiegende Folgen haben können. Sie gehen auf eine Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) beziehungsweise Hepatitis-C-Virus (HCV) zurück. Um unentdeckte Infektionen zu erkennen, haben gesetzlich Versicherte künftig Anspruch auf ein Screening.

Details zum HBV-Screening

Hepatitis B ist eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Schon kleinste Mengen Blut können das Virus übertragen.

Zunächst wird das Blut auf das Oberflächenprotein HBsAg untersucht. Bei einem positiven Befund wird dieselbe Blutprobe auf HBV-Erbgut (HBV-DNA) zum Nachweis einer aktiven Infektion mit Hepatitis B getestet. Eine aktive Infektion kann mit einer antiviralen Therapie behandelt werden.

Gegen eine Hepatitis B-Virusinfektion ist eine Impfung möglich. Empfohlen wird sie von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Säuglinge und Kinder seit 1995, für Menschen mit geschwächtem Immunsystem seit 2013. Bei einer erfolgreichen Immunisierung durch Impfung ist ein HBV-Screening nicht notwendig. Daher soll dies zunächst geklärt werden.

Details zum HCV-Screening

Gegen eine Hepatitis C-Virusinfektion existiert aktuell keine Schutzimpfung. Das Virus wird hauptsächlich durch Kontakt mit virushaltigem Blut übertragen. Gefährdet sind insbesondere Personen, die Utensilien zum Injizieren von Drogen gemeinsam benutzen.

Zunächst werden im Blut HCV-Antikörper gesucht. Bei positivem Befund wird dieselbe Blutprobe auf Virus-Geninformationen (Virus-RNA) getestet. Ist keine HCV-RNA nachweisbar, ist die Infektion mit hoher Wahrscheinlichkeit mutmaßlich ausgeheilt.

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