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Praxisnachrichten

PraxisWissen zur Verordnung von Heilmitteln erschienen - Serviceangebote zur neuen Richtlinie

10.12.2020 - Zum Start der neuen Heilmittel-Richtlinie am 1. Januar stehen für Ärzte Informations- und Serviceangebote bereit. Dem aktuellen Deutschen Ärzteblatt liegt das Serviceheft „Heilmittel“ bei, das praxisnah, kompakt und anschaulich informiert. Die KBV bietet auch zwei CME-Fortbildungen und ein Video.

Zu Jahresbeginn lösen klare und einfache Vorgaben die komplizierte Regelfallsystematik ab. Der Heilmittelkatalog wird überschaubarer und zur Verordnung gibt es nur noch ein Formular. Die KBV unterstützt die Praxen dabei, sich mit der neuen Verordnung von Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie vertraut zu machen.

PraxisWissen im Deutschen Ärzteblatt

Um bundesweit alle Niedergelassenen zu erreichen, liegt dem Deutschen Ärzteblatt in dieser Woche (Ausgabe 50 vom 11. Dezember 2020) das Serviceheft „Heilmittel“ bei. Darin werden die wichtigsten Neuerungen – zum Beispiel der Verordnungsfall, die orientierende Behandlungsmenge oder das neue Formular 13 – übersichtlich vorgestellt. 

Außerdem bietet das Serviceheft Praxisbeispiele zu jedem Verordnungsbereich und Tipps zum Verordnen. Es kann kostenfrei in der Mediathek abgerufen werden. Dort können Interessierte bei Bedarf weitere gedruckte Hefte bestellen.

Online-Fortbildungen

Zudem bietet die KBV zwei CME-zertifizierte Online-Fortbildungen an: „Heilmittel: Grundsätze und Rahmenbedingungen“ sowie „Anwendung der Heilmittel-Richtlinie“. Beide sind mit jeweils drei CME-Punkten zertifiziert und stehenab 14. Dezember im Fortbildungsportal der KBV bereit. 

Video, Heilmittel-Richtlinie, Katalog in der App

Ergänzend zum Serviceheft „Heilmittel“ wurde ein Video in der Reihe Fit für die Praxis erstellt, das die wichtigsten Kernpunkte in wenigen Minuten zusammenfasst. Das Video „Verordnen von Heilmitteln“ kann in der Mediathek abgerufen werden.

Ein weiteres Serviceangebot ist die Publikation „Die Heilmittel-Richtlinie“. Dieses Heft enthält die neue Richtlinie, den Heilmittelkatalog und die Diagnoselisten für den langfristigen Heilmittelbedarf und den besonderen Verordnungsbedarf. Es kann ebenfalls in der Mediathek abgerufen und dort auch bestellt werden.

Ab Januar: Heilmittelkatalog mobil nutzen

Der neue Heilmittelkatalog wird ab Januar 2021 auch in der App KBV2GO! enthalten sein. Nach dem Herunterladen der App auf das Smartphone – egal ob Android oder iPhone – kann der Heilmittelkatalog dort angeklickt und mobil genutzt werden. Er bietet eine komfortable Suchfunktion.

Alle Angebote auf einen Blick

Alle Materialien und Infos zur neuen Heilmittel-Richtlinie bietet eine KBV-Themenseite im Internet. Dort stehen auch ein Ansichtsexemplar und die Vordruckerläuterungen des neuen Formulars bereit. 

Update: Liste der zertifizierten Software aktualisiert

Die KBV hat die Liste der zertifizieren Heilmittelverordnungssoftware aktualisiert (Liste der zertifizieren Heilmittelverordnungssoftware). Dort können Praxen sehen, ob ihre Software bereits zertifiziert ist und gegebenenfalls bei ihrem Softwareanbieter nachfragen, wenn das verwendete Produkt nicht auf der Liste steht. 
Seit 2017 dürfen Ärzte nur eine von der KBV zertifizierte Heilmittelverordnungssoftware einsetzen. Da nicht alle Softwareprodukte rechtzeitig zertifiziert waren, musste der Start der Heilmittel-Richtlinie vom 1. Oktober 2020 auf den 1. Januar 2021 verschoben werden.

Heilmittel-Serviceangebote im Überblick

PraxisWissen „Heilmittel“ – Das Heft stellt die wichtigsten Neuerungen vor, bietet Praxisbeispiele und Tipps zur Verordnung. Es liegt am 11. Dezember dem Ärzteblatt bei (Nr. 50/2020). Die Broschüre kann kostenfrei über die KBV-Mediathek heruntergeladen oder bestellt werden.

Fortbildungen – Die beiden Online-Fortbildungen „Heilmittel: Grundsätze und Rahmenbedingungen“ und „Anwendung der Heilmittel-Richtlinie“ stehen ab 14. Dezember im Fortbildungsportal der KBV bereit (Login erforderlich), bei erfolgreicher Teilnahme gibt es jeweils drei CME-Punkte.

Video Verordnen von Heilmitteln – In wenigen Minuten werden die wichtigsten Kernpunkte aus der Broschüre „Heilmittel“ zusammengefasst, verständlich erklärt und anschaulich dargestellt.

„Die Heilmittel-Richtlinie“ – Das Heft enthält Heilmittel-Richtlinie, Heilmittelkatalog und die Diagnoselisten für langfristigen Heilmittelbedarf und besonderen Verordnungsbedarf. Die Publikation kann kostenfrei über die KBV-Mediathek heruntergeladen oder bestellt werden.

Heilmittelkatalog in der App – Zur mobilen Nutzung des neuen Heilmittelkatalogs ist dieser ab Januar 2021 in der App KBV2GO! enthalten. Nach Herunterladen der App kann der Heilmittelkatalog dort angeklickt werden. Er bietet auch eine komfortable Suchfunktion.

Themenseite – Alle wichtigen Informationen und Serviceangebote bietet die KBV-Themenseite Heilmittel
 

Heilmittel-Verordnung: Das ändert sich für Praxen ab 1. Januar 2021

Klare und einfache Vorgaben lösen die komplizierte Regelfallsystematik und die aufwändige und trotzdem unsichere Bemessung der behandlungsfreien Intervalle ab. Außerdem wird der Heilmittelkatalog überschaubarer. Zur Verordnung gibt es nur noch ein Formular für alle Heilmittel und nicht mehr drei verschiedene. Insgesamt sind die neuen Vorgaben zur Verordnung von Heilmitteln wesentlich besser zu überblicken. So sollen die verordnenden Ärztinnen und Ärzte entlastet werden.

Die wichtigsten Neuerungen betreffen:

  • die Systematik,
  • den Heilmittelkatalog,
  • die Verordnungsoptionen,
  • das Formular.

Systematik

  • Systematisch sind drei Begriffe wichtig:
    • der Verordnungsfall,
    • die orientierende Behandlungsmenge,
    • das Verordnungsdatum.
  • Bezugsgröße ist nicht mehr der Regelfall, sondern der Verordnungsfall. Er bezieht sich auf den verordnenden Arzt, die Erkrankung seines Patienten und das Verordnungsdatum.
  • Ärzte müssen damit nicht mehr in Erfahrung bringen, wieviel Heilmittel andere Kolleginnen oder Kollegen demselben Patienten verordnet haben.
  • Ein Verordnungsfall endet sechs Monate nach dem Verordnungsdatum – sofern der Arzt in dieser Zeit keine weitere Verordnung aufgrund derselben Erkrankungen für denselben Patienten ausstellt.
  • Für jede Diagnosegruppe ist im Heilmittelkatalog eine sogenannte orientierende Behandlungsmenge angegeben. Mit ihr soll das Behandlungsziel erreicht werden. Sofern medizinisch notwendig, können Ärzte weitere Verordnungen ausstellen. Eine Begründung ist nicht mehr auf der Verordnung notwendig, sondern nur noch in der Patientenakte zu dokumentieren.
  • Allerdings: Wie bisher gibt es für jede Verordnung Höchstmengen. Diese Höchstmenge je Verordnung dürfen Ärzte nur in Ausnahmefällen überschreiten – etwa bei einem langfristigen Heilmittelbedarf oder bei einem besonderen Verordnungsbedarf, wo der Bedarf für bis zu 12 Wochen bemessen werden darf.
  • Sowohl die orientierende Behandlungsmenge als auch die Höchstmenge je Verordnung finden Ärzte im Heilmittelkatalog – ebenso wie die jeweils empfohlene Therapie-Frequenz.

Heilmittelkatalog

  • Insgesamt ist der Heilmittelkatalog übersichtlicher. Die Diagnosegruppen wurden zusammengefasst, vor allem im Bereich Physiotherapie.
  • Innerhalb der Diagnosegruppen wird nicht mehr unterschieden zwischen kurzfristigem oder mittelfristigem beziehungsweise langfristigem Behandlungsbedarf.
  • Was ebenfalls entfällt: das Aufrechnen der Verordnungsmengen von Vor-Verordnungen für verwandte Diagnosegruppen. Und: Ärzte brauchen nicht mehr formell zu wechseln zwischen verwandten Diagnosegruppen.

Verordnungsoptionen

  • Auf der Verordnung können neuerdings mehrere Leitsymptomatiken angegeben oder bis zu drei vorrangige Heilmittel zugleich verordnet werden.
  • Auch können Ärzte die Verordnung als dringlich markieren.
  • Besteht kein dringlicher Behandlungsbedarf, behält die Verordnung nun länger ihre Gültigkeit: nämlich 28 Tage lang, früher waren es nur 14 Tage. Das soll Patienten mehr Zeit geben, den richtigen Heilmitteltherapeuten zu finden und einen Termin zu vereinbaren.

Formular

  • Das neue Formular 13 ist eine weitere Vereinfachung. Es löst die alten Formulare 13, 14 und 18 ab und wird zur Verordnung sämtlicher Heilmittel eingesetzt.
  • Das Verordnungsformular ist übersichtlich aufgebaut und kann wie die anderen vertragsärztlichen Formulare regulär bestellt beziehungsweise über die Praxissoftware abgerufen werden.

Systematik

  • Systematisch sind drei Begriffe wichtig:
    • der Verordnungsfall,
    • die orientierende Behandlungsmenge,
    • das Verordnungsdatum.
  • Bezugsgröße ist nicht mehr der Regelfall, sondern der Verordnungsfall. Er bezieht sich auf den verordnenden Arzt, die Erkrankung seines Patienten und das Verordnungsdatum.
  • Ärzte müssen damit nicht mehr in Erfahrung bringen, wieviel Heilmittel andere Kolleginnen oder Kollegen demselben Patienten verordnet haben.
  • Ein Verordnungsfall endet sechs Monate nach dem Verordnungsdatum – sofern der Arzt in dieser Zeit keine weitere Verordnung aufgrund derselben Erkrankungen für denselben Patienten ausstellt.
  • Für jede Diagnosegruppe ist im Heilmittelkatalog eine sogenannte orientierende Behandlungsmenge angegeben. Mit ihr soll das Behandlungsziel erreicht werden. Sofern medizinisch notwendig, können Ärzte weitere Verordnungen ausstellen. Eine Begründung ist nicht mehr auf der Verordnung notwendig, sondern nur noch in der Patientenakte zu dokumentieren.
  • Allerdings: Wie bisher gibt es für jede Verordnung Höchstmengen. Diese Höchstmenge je Verordnung dürfen Ärzte nur in Ausnahmefällen überschreiten – etwa bei einem langfristigen Heilmittelbedarf oder bei einem besonderen Verordnungsbedarf, wo der Bedarf für bis zu 12 Wochen bemessen werden darf.
  • Sowohl die orientierende Behandlungsmenge als auch die Höchstmenge je Verordnung finden Ärzte im Heilmittelkatalog – ebenso wie die jeweils empfohlene Therapie-Frequenz.

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