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Praxisnachrichten

Im Überblick: Neuerungen und Änderungen 2021

07.01.2021 - Mit dem neuen Jahr gehen auch einige Veränderungen für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten einher. Wesentliche Neuerungen hat das Redaktionsteam der PraxisNachrichten zusammengestellt.

Die Übersicht fasst vor allem Änderungen und Neuerungen zusammen, über die im vergangenen Jahr in den PraxisNachrichten berichtet wurde. Der Überblick stellt insofern nur eine Auswahl dar.

Abrechnung und Honorar

Orientierungswert um 1,25 Prozent gestiegen

Seit 1. Januar

Der Orientierungswert wurde zum 1. Januar auf 11,1244 Cent angehoben (alt: 10,9871 Cent). Damit steigen die Preise für alle ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen um 1,25 Prozent. Das sind insgesamt etwa 500 Millionen Euro mehr, die für die ambulante Versorgung zur Verfügung stehen.

Die Anhebung des Orientierungswertes im Sommer letzten Jahres bei den Honorarverhandlungen für 2021 erfolgte gegen die Stimmen der KBV im Erweiterten Bewertungsausschuss. Sie umfasst alle Leistungen, auch die extrabudgetären Leistungen wie Früherkennungsuntersuchungen oder ambulante Operationen.

PraxisNachrichten: Erweiterter Bewertungsausschuss legt Orientierungswert für 2021 fest - gegen die Stimmen der KBV (15.09.2020)

Portokosten bleiben bis Oktober unbegrenzt

Bis 1. Oktober

Versandkosten für Arztbriefe werden bis zum 1. Oktober 2021 weiterhin ohne Limit erstattet. Die KBV konnte in den Verhandlungen mit den Krankenkassen erreichen, dass die zum 1. Juli 2020 eingeführten Höchstwerte für Porto bis zum 30. September dieses Jahres ausgesetzt werden. Hintergrund ist, dass die nötige Technik für den elektronischen Versand und Empfang der Briefe noch nicht flächendeckend zur Verfügung steht. Wer Arztbriefe bereits jetzt elektronisch versenden kann, bekommt dies ebenfalls vergütet.

PraxisNachrichten: Portokosten für Arztbriefe vorerst nicht begrenzt - KBV erwirkt Übergangsregelung (24.09.2020)

Höhere Vergütung für Notfalldatenmanagement

Seit Oktober 2020 bis Oktober 2021

Mit Inkrafttreten des Patientendaten-Schutzgesetzes wird das Notfalldatenmanagement höher vergütet. Für den Zeitraum von einem Jahr ab dem 20. Oktober vorigen Jahres wurde die Vergütung für das Anlegen des Notfalldatensatzes verdoppelt.

Die Gebührenordnungsposition 01640 im EBM wurde von 80 Punkten (8,79 Euro) auf 160 Punkte (17,58 Euro) erhöht. Für die Durchführung sind jedoch ein Update auf dem sogenannten E-Health-Konnektor sowie ein elektronischer Heilberufsausweis nötig. Beides steht noch nicht flächendeckend zur Verfügung.

Mit dem Patientendaten-Schutzgesetz soll die digitale Kommunikation im Gesundheitswesen reibungsloser und vor allem sicher funktionieren.

PraxisNachrichten: Höhere Vergütung für Notfalldatenmanagement (22.10.2020)

Humangenetik: Keine Genehmigungspflicht mehr für große Mutationssuchen

Seit 1. Januar

Große Mutationssuchen in der Tumor- und Humangenetik müssen seit Jahresbeginn nicht mehr von den Krankenkassen genehmigt werden. Zudem wurden die Finanzmittel für die humangenetische in-vitro-Diagnostik zum 1. Januar aufgestockt. Es geht es um die Gebührenordnungspositionen 11449, 11514 und 19425 für postnatale Mutationssuchen, die der Bewertungsausschuss zum 1. Juli 2016 in den EBM aufgenommen hatte und die bis Jahresende einer Genehmigungspflicht durch die Krankenkassen unterlagen.

PraxisNachrichten: Humangenetik: Keine Genehmigungspflicht mehr für große Mutationssuchen (07.01.2021)

Weitere Biomarker-Tests bei Brustkrebs werden Kassenleistung

Voraussichtlich Mitte des Jahres

Drei weitere Biomarker-Tests zur Ermittlung des Rezidivrisikos bei Brustkrebs werden im Laufe des Jahres Kassenleistung. Damit stehen dann vier biomarkerbasierte Tests zur Verfügung, die die Entscheidung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie unterstützen sollen.

Die Aufnahme weiterer Biomarker-Tests in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Herbst vorigen Jahres beschlossen. Sobald der Beschluss in Kraft ist, hat der Bewertungsausschuss sechs Monate Zeit, die Vergütung zu regeln. Erst dann besteht Anspruch auf den Test als Kassenleistung.

Der vom G-BA getroffene Beschluss umfasst die Tests EndoPredict®, MammaPrint® und Prosigna®. Damit stehen Ärzten nach der Zulassung von OncotypeDX in 2019 künftig vier verschiedene Verfahren zur Verfügung.

Die Tests können nur bei Patientinnen mit einem primären Hormonrezeptor-positiven, HER2/neu-negativen, nodalnegativen und nicht metastasierten Mammakarzinom eingesetzt werden.

PraxisNachrichten: Weitere Biomarker-Tests bei Brustkrebs werden Kassenleistung (22.10.2020)

EBM-Weiterentwicklung: Neufassung des Kapitels Strahlentherapie

Seit 1. Januar

Die strahlentherapeutischen Leistungen im EBM sind zu Jahresbeginn neu strukturiert worden. So wurde zum Beispiel bei der Hochvolttherapie die Bewertungs- und Abrechnungssystematik umgestellt. Änderungen erfolgten bei den Zuschlägen bezüglich der Bestrahlung bei gutartigen und bei bösartigen Erkrankungen.

Zudem wurden die Kosten, die in den Sachkostenpauschalen enthalten sind, in Leistungen und verfahrensbezogene Zusatzziffern des Kapitels 25 überführt. Die Umstellung erfolgt punktsummen- und ausgabenneutral. Hintergrund der Neufassung des Kapitels 25 ist die EBM-Weiterentwicklung, die im April 2020 – mit wenigen Ausnahmen wie der Strahlentherapie – abgeschlossen wurde.

PraxisNachrichten: EBM-Weiterentwicklung: Neufassung des Kapitels Strahlentherapie (17.09.2020)

Krebsfrüherkennung Zervix: Abrechnung bezieht sich auf Kalenderjahr

Seit 1. Januar

Die Nebeneinander-Berechnung der beiden Gebührenordnungspositionen (GOP) 01760 und 01761 zur Früherkennung von Zervixkarzinomen ist nun „im Kalenderjahr“ ausgeschlossen. Zuvor war sie „im Krankheitsfall“ ausgeschlossen. Das bedeutet: Seit 1. Januar können Gynäkologen bei Versicherten, die in einem Jahr eine der beiden Früherkennungsuntersuchungen erhalten haben, im folgenden Kalenderjahr die jeweils andere Früherkennungsuntersuchung durchführen und abrechnen.

Wichtig: Bei der Abrechnung sind die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschuss zu beachten. Bei der GOP 01760 für die Krebsfrüherkennungsuntersuchung bei der Frau ist es die Krebsfrüherkennungsrichtlinie (KFE-RL). Bei der GOP 01761 für die Untersuchung zur Früherkennung des Zervixkarzinoms ist es die Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL).

PraxisNachrichten: Früherkennung von Zervixkarzinomen: Abrechnungsbestimmungen werden angepasst (Stand: 19.11.2020)

Substitutionstherapie: Behandlung mit Depotpräparat weiter möglich

Seit 1. Januar

Die Behandlung von Opioidabhängigen mit einem Depotpräparat wird weiterhin vergütet. Die Regelungen wurden zum 1. Januar erneut verlängert und gelten zunächst bis Ende Juni weiter.

Zur Behandlung mit einem Depotpräparat war im April 2020 eine neue Leistung in den EBM aufgenommen worden. Seitdem können substituierende Ärzte einmal in der Behandlungswoche die Gebührenordnungsposition (GOP) 01953 (130 Punkte/14,28 Euro) abrechnen. Damit werden die subkutane Applikation und die Nachsorge honoriert. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.

Der Bewertungsausschuss prüft rechtzeitig eine erneute Verlängerung.

PraxisNachrichten: Substitutionstherapie: Behandlung mit Depotpräparat weiter möglich (17.12.2020)

Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors voraussichtlich ab Juni Kassenleistung

Voraussichtlich ab Juni

Die vorgeburtliche Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors bei Rhesus-negativen Schwangeren wird Kassenleistung. Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses ist in Kraft getreten, jetzt passt der Bewertungsausschuss bis spätestens Juni den EBM an. Dann haben gesetzlich versicherte Schwangere Anspruch auf die Untersuchung.

Der nicht invasive Pränataltest zur vorgeburtlichen Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors bei Rhesus-negativen Schwangeren ermöglicht eine gezielte Anti-D-Prophylaxe für Schwangere mit einem Rhesus-positiven Feten, denn nur bei diesen besteht das Risiko einer Sensibilisierung der Mutter.

Die medizinisch unnötige Gabe von Blutprodukten (Anti-D-Immunglobulin) an Rhesus-negative Schwangere, die ein Rhesus-negatives Kind erwarten, kann somit vermieden werden.

PraxisNachrichten: Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors voraussichtlich ab Juni 2021 Kassenleistung (10.12.2020)

Trans- und Intersexualität: Koloskopie ab 50 Jahren abrechenbar

Seit 1. Januar

Bei inter- und transsexuellen Patienten gilt für die Berechnungsfähigkeit bei bestimmten Leistungen im EBM seit 1. Januar jeweils das niedrigere Anspruchsalter. Ein Beispiel ist die präventive Koloskopie, auf die Männer ab 50 Jahren und Frauen erst ab 55 Jahren Anspruch haben.

Nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme kann die Gebührenordnungsposition (GOP) 01741 für den koloskopischen Komplex für Männer „ab einem Alter von 50 Jahren“ abgerechnet werden. Mit der zum 1. Januar erfolgten Anpassung ist die GOP 01741 bei allen inter- oder transsexuellen Personen „ab einem Alter von 50 Jahren“ berechnungsfähig.

PraxisNachrichten: Intersexualität und Transsexualität: EBM-Regelungen angepasst (03.12.2020)

Anhang 2 des EBM zum 1. Januar aktualisiert

Seit 1. Januar

Der Anhang 2 des EBM ist zum 1. Januar an die aktuelle Version des Operationen- und Prozedurenschlüssels angepasst worden. In den vergangenen Jahren erfolgte die Anpassung immer erst zum zweiten Quartal. Der frühere Beginn geht auf eine neue gesetzliche Regelung zurück, die mit dem MDK-Reformgesetz in das SGB V aufgenommen wurde.

Die Anpassungen beruhen auf der jährlichen Aktualisierung des Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS) durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Der Bewertungsausschuss nimmt neue Kodes des aktuellen OPS in den Anhang 2 auf und streicht ungültige (beendete) Kodes.

PraxisNachrichten: Anhang 2 des EBM wird zum 1. Januar aktualisiert (10.12.2020)

Ambulante spezialfachärztliche Versorgung

Weitere ASV-Erkrankungen starten: Kopf- oder Halstumoren und neuromuskuläre Erkrankungen

Im Laufe des Jahres 2021

In diesem Jahr können interdisziplinäre Ärzte-Teams damit beginnen, auch Patienten mit Kopf- oder Halstumoren und Patienten mit bestimmten neuromuskulären Erkrankungen in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung zu behandeln.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte die beiden neuen Indikationen am 17. Dezember 2020 beschlossen. Der Beschluss wird noch vom Bundesgesundheitsministerium geprüft. Erst mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger können interessierte Ärzte ihre Teilnahme als ASV-Team beim erweiterten Landesausschuss anzeigen und nach Erhalt der Berechtigung mit der Behandlung beginnen.

PraxisNachrichten: Weitere Erkrankungen für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung beschlossen (17.12.2020)

Coronavirus

Corona-Sonderregelungen gelten bis Ende März

Seit 1. Januar

Zahlreiche Sonderregelungen während der Corona-Pandemie wurden aufgrund der angespannten Infektionslage um drei Monate bis zum 31. März 2021 verlängert. Sie wären ansonsten zum Jahresende ausgelaufen. Dazu gehören die Regelungen zur telefonischen Konsultation, Videosprechstunde und Erstattung von Portokosten.

Die KBV bietet auf ihrer Themenseite zum Coronavirus eine aktuelle Übersicht mit allen derzeit gültigen Sonderregelungen.

PraxisNachrichten: Corona-Sonderregelungen bis 31. März 2021 verlängert (14.12.2020)

E-Health

Ausgabe der elektronischen Patientenakte beginnt mit Testphase

Seit 1. Januar

Die Testphase für die elektronische Patientenakte (ePA) hat zu Jahresbeginn begonnen. Die ePA wird dazu zunächst in ausgewählten Praxen und Krankenhäusern in den Regionen Westfalen-Lippe und Berlin eingeführt. Ihr flächendeckender Einsatz in den Praxen ist ab Juli geplant: Ärzte und Psychotherapeuten sind dann gesetzlich verpflichtet, die digitalen Akten mit Befunden und Therapieplänen zu befüllen und Daten auszulesen, sofern der Versicherte dies wünscht.

Die ePA soll die bisher an verschiedenen Orten wie Praxen und Krankenhäusern abgelegten Patientendaten digital zusammentragen.

Seit 1. Januar sind die Krankenkassen verpflichtet, ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte anzubieten. Sie wird als App bereitgestellt, sodass Nutzer per Smartphone oder Tablet sie mit eigenen Daten oder Daten der Krankenkasse befüllen können. Für die Versicherten ist die Anlage und Nutzung der ePA freiwillig.

Die Testphase dient der Überprüfung und Sicherstellung der Leistungsfähigkeit der ePA vor einer bundesweiten Nutzbarkeit in allen Arztpraxen und Krankenhäusern. Nach erfolgreichem Abschluss soll ab dem zweiten Quartal der flächendeckende Rollout beginnen. Ärzte und Psychotherapeuten müssen laut Gesetz ab 1. Juli die notwendige Ausstattung vorhalten, um Daten in die ePA zu übertragen oder auszulesen. Andernfalls droht eine Kürzung der Vergütung um ein Prozent.

PraxisNachrichten: Ausgabe der elektronischen Patientenakte beginnt 2021 - Ein Überblick für Praxen (17.12.2020)

eAU-Start verschoben: Erst ab Oktober verpflichtend

Ab Oktober 2021

Nicht wie ursprünglich vorgesehen zu Jahresbeginn, sondern erst ab Oktober wird die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für alle Praxen Pflicht. Ab dann müssen Vertragsärzte die AU-Daten digital an die Krankenkassen übermitteln.

Die KBV hatte sich frühzeitig beim Bundesgesundheitsministerium für eine Verschiebung eingesetzt, da die Technik noch nicht flächendeckend verfügbar ist, weder auf Seiten der Praxen noch auf Seiten der Kassen.

Der Aufschub ändert nichts an der grundsätzlichen Kritik der KBV, dass das Ausstellen von AU-Bescheinigungen nur teilweise auf ein digitales Verfahren umgestellt wird. So müssen Vertragsärzte ab 1. Oktober neben der elektronischen Datenübermittlung an die Kassen Papier-Bescheinigungen ausdrucken, die der Patient für sich sowie für seinen Arbeitgeber erhält.

PraxisNachrichten: eAU erst ab Oktober 2021 verpflichtend (03.12.2020)

Formulare

Nur noch ein Formular für sämtliche Heilmittel

Seit 1. Januar

Für die Heilmittelverordnung gilt seit Jahresbeginn ausschließlich das neue Formular 13. Grund ist die neue Heilmittel-Richtlinie (siehe unter „Verordnungen“). Die alten Formulare 13 für Physiotherapie/Podologie, 14 für Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie sowie 18 für Ergotherapie/Ernährungstherapie dürfen in den Praxen nicht mehr verwendet werden. Ein Ansichtsexemplar und Ausfüllhinweise bietet die Themenseite Heilmittel.

Im neuen Formular 13 sind die Felder so angeordnet, dass sie sich am Arbeitsablauf in der ärztlichen Praxis orientieren. Ärzte kreuzen zunächst an, ob sie Physiotherapie, Podologie, Ergotherapie, Ernährungstherapie oder Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie verordnen. Anschließend geben sie die weiteren erforderlichen Daten an, unter anderem Diagnose, Leitsymptomatik, Heilmittel und Therapiefrequenz.

PraxisNachrichten: PraxisWissen zur Verordnung von Heilmitteln erschienen - Serviceangebote zur neuen Richtlinie (10.12.2020)

Blankoformularbedruckung jetzt auch mit Tintenstrahldrucker

Seit 1. Januar

Für die Blankoformularbedruckung dürfen Praxen seit 1. Januar auch Tintenstrahldrucker einsetzen. Durch die neue Regelung haben Praxen nun die Wahl, welche Drucktechnologie sie verwenden möchten. Zuvor waren nur Laserdrucker zugelassen.

Bei der Blankoformularbedruckung können Praxen auf speziellem Sicherheitspapier die Inhalte der Formulare selbst bedrucken. Der Vorteil: Es müssen keine gedruckten Formulare bestellt und in der Praxis vorgehalten werden. Die Dokumentenechtheit muss allerdings gewährleistet sein. Daher ist im Bundesmantelvertrag für Ärzte festgelegt, dass der Druckerhersteller ein Prüfzeugnis der Papiertechnischen Stiftung zur Herstellung von Urschriften von Urkunden für den Tintenstrahldrucker bereitstellen muss.

PraxisNachrichten: Blankoformularbedruckung auch mit Tintenstrahldruckern (10.12.2020)

Prävention

Übergangsfrist für Nachweis von Masern-Impfung bis 31. Juli

Ab 1. August  

Für Mitarbeitende in Praxen, die bereits vor dem 1. März 2020 dort beschäftigt waren, endet am 31. Juli die Übergangsregelung für die Masern-Impfung. Sie müssen bis dahin gegenüber ihrem Arbeitgeber nachweisen, dass sie gegen Masern geimpft sind. Für neu eingestelltes Personal gilt die Nachweisplicht bereit seit 1. März vorigen Jahres.

Die zum 31. Juli auslaufende Übergangsregelung gilt auch für andere betroffene Berufsgruppen sowie für Kinder, die bereits in eine Kita und Schulen gehen.

Hintergrund ist das Gesetz für den Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention, das am 1. März vorigen Jahres in Kraft getreten ist. Mit einer Impfpflicht gegen Masern soll die Impfquote erhöht und mittelfristig eine Elimination dieser Infektionskrankheit in Deutschland erreicht werden. Die Impfpflicht gilt allerdings nur für Personen, die nach dem 31. Dezember 1970 geboren sind.

Welche Änderungen das Gesetz für Arztpraxen mit sich gebracht hat, hat die KBV in einer Praxisinformation (PDF-Dokument) zusammen gefasst.

PraxisNachrichten: Impfpflicht gegen Masern ab 1. März - KBV bietet Praxisinformation für Ärzte (20.02.2020)

Screening auf Hepatitis B und C für Versicherte ab 35 Jahren

Ab Mitte des Jahres

Versicherte ab dem vollendeten 35. Lebensjahr haben voraussichtlich ab Mitte des Jahres Anspruch auf ein einmaliges Screening auf eine Hepatitis B- und Hepatitis C-Virusinfektion. Damit sollen unentdeckte Infektionen erkannt und frühzeitig behandelt werden, um teils gravierende Spätfolgen zu verhindern.

Das Screening auf Hepatitis B und C wird im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene ab 35 Jahren erfolgen. Ab diesem Alter haben gesetzlich Versicherte alle drei Jahre Anspruch auf diesen Check-up. Liegt der letzte Check-up keine drei Jahre zurück, kann das Screening übergangsweise auch separat erfolgen. Damit soll allen Versicherten zeitnah das neue Angebot zur Verfügung stehen. Ansonsten können Versicherte das einmalige Hepatitis-Screening beim nächsten regulären Check-up in Anspruch nehmen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte das Screening im November vorigen Jahres beschlossen. Nach Nichtbeanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium überprüft der Bewertungsausschuss, ob eine Anpassung des EBM erforderlich ist, so dass ein Anspruch auf das Screening voraussichtlich ab Mitte dieses Jahres bestehen wird.

PraxisNachrichten: Neu: Screening auf Hepatitis B und C für Versicherte ab 35 Jahren (26.11.2020)

Psychotherapie

Psychotherapeutische Versorgung in der Gruppe wird ausgebaut

Im Laufe des Jahres 2021

Zur Förderung der Gruppenpsychotherapie wird voraussichtlich bis Mitte des Jahres ein neues niedrigschwelliges Versorgungsangebot eingeführt: die gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung. Damit können Versicherte vor einer Richtlinien-Psychotherapie für sich selbst prüfen, ob eine Gruppentherapie für sie infrage kommt.

Außerdem können Hemmschwellen abgebaut, Gruppenfähigkeiten aufgebaut und an einer ersten Symptomlinderung gearbeitet werden. Hierzu nutzen die Therapeutinnen und Therapeuten psychotherapeutische Interventionen aus den anerkannten Psychotherapieverfahren und -methoden.

Die gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung kann im Anschluss an die Sprechstunde bis zu viermal je Krankheitsfall mit jeweils 100 Minuten durchgeführt werden (oder achtmal 50 Minuten). Um den niedrigschwelligen Zugang abzusichern, ist kein Anzeige- oder Antragsverfahren bei der Krankenkasse vorgesehen.

Darüber hinaus hatte der Gemeinsame Bundesausschuss am 20. November 2020 weitere Neuerungen beschlossen:

Probatorische Sitzungen im Gruppensetting

  • Ausweitung der Probatorik auf Gruppensitzungen

Gemeinsame Leitung der Richtlinien-Gruppentherapie

  • Psychotherapeutische Gruppensitzung kann zu zweit geleitet werden, auch praxisübergreifend
  • Einer von beiden ist dabei für ein jeweils fest zugeordnetes Gruppenmitglied „hauptverantwortlich“, beispielsweise für die schriftliche Dokumentation
  • Gruppengröße bei gemeinsamer Leitung: mindestens 6 bis zu 14 Patientinnen und Patienten
  • Pro Therapeutin oder Therapeut: mindestens 3 bis zu 9 Patientinnen und Patienten

Richtlinien-Gruppentherapie zeitlich flexibler

  • Gruppentherapie in allen Verfahren auch in 50-minütigen Sitzungen (Standard: 100 Minuten)
  • Gesamtsitzungszahl vermehrt sich entsprechend

Vereinfachung im Gutachterverfahren

  • Gruppentherapie und Kombinationsbehandlung mit überwiegend Gruppentherapie sind von der regelhaften Begutachtung ausgenommen

PraxisNachrichten: Psychotherapeutische Versorgung in der Gruppe wird ausgebaut (26.11.2020)

Qualitätssicherung

QM-Richtlinie angepasst: Mehr Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt und Missbrauch

Seit 1. Januar

Um Kinder und Jugendliche oder hilfsbedürftige Personen vor Gewalt und Missbrauch zu schützen, sollen medizinische Einrichtungen entsprechende Maßnahmen vorsehen. Dazu hatte der Gemeinsame Bundesausschuss die Qualitätsmanagement-Richtlinie angepasst, die nun gilt.

Die angepasste QM-Richtlinie sieht vor, dass je nach Einrichtungsgröße, Leistungsspektrum und Patientenklientel über das spezifische Vorgehen zur Sensibilisierung des Teams sowie über weitere geeignete Maßnahmen entschieden wird. Dies können Fortbildungen, Verhaltenskodizes, Handlungsempfehlungen, Interventionspläne, umfassende Schutzkonzepte oder die Bereitstellung von Infomaterialien und Kontaktadressen sein.

Die KBV stellt zu den Themen Intervention bei häuslicher Gewalt und Kindesmissbrauch ein vielfältiges Angebot für Ärzte und Psychotherapeuten auf ihrer Themenseite im Internet bereit. Dazu zählen unter anderem ein Qualitätszirkelmodul, eine Online-Fortbildung sowie Arbeitsmaterialien.

PraxisNachrichten: Mehr Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt und Missbrauch - Angepasste QM-Richtlinie in Kraft (26.11.2020)

QS-Verfahren Wundinfektion wird ausgesetzt

Seit 1. Januar

Das sektorenübergreifende Qualitätssicherungsverfahrens Wundinfektion wird für dieses Jahr ausgesetzt. Für die beteiligten Vertragsärzte heißt das, dass sie im Januar und Februar keine einrichtungsbezogene Dokumentation für das Jahr 2020 einreichen müssen. Unabhängig davon gilt weiterhin, dass zur Vermeidung von Wundinfektionen die gesetzlichen Vorgaben - einschließlich des internen Hygienemanagements - in den Praxen beachtet und umgesetzt werden müssen.

Für die Krankenhäuser entfällt zusätzlich die nur dort erforderliche fallbezogene QS-Dokumentation für das Kalenderjahr 2021. Ebenso wird die Sozialdatenlieferungen durch die Krankenkassen ausgesetzt.

Das sektorenübergreifende Qualitätssicherungsverfahren „Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen“ war 2017 bereits mit erheblichen Schwierigkeiten gestartet. Es beinhaltet unter anderem eine Einrichtungsbefragung, in der aus Sicht der KBV die Fragen unspezifisch formuliert sind. Auch gibt es zu wenig Daten zur Ermittlung einer Wundinfektionsrate.

PraxisNachrichten: G-BA plant Aussetzung des QS-Verfahrens Wundinfektion (22.10.2020)

Verordnungen

Neue Heilmittel-Richtlinie vereinfacht die Verordnung

Seit 1. Januar

Ob Physiotherapie, Ergotherapie oder Podologie: Für die Heilmittelverordnung gelten wesentlich einfachere und klarere Regelungen. Dafür sorgt die neue Heilmittel-Richtlinie, die zu Jahresbeginn in Kraft getreten ist. Sie beinhaltet auch, dass es für die verschiedenen Heilmittel nur noch ein Formular gibt.

Die KBV stellt für Praxen mehrere Informations- und Serviceangebote bereit. Dazu gehören die Broschüre „Heilmittel“ aus der Reihe PraxisWissen und zwei Online-Fortbildungen, die mit jeweils drei CME-Punkten zertifiziert sind. Außerdem ist in Kürze der neue Heilmittelkatalog zur mobilen Nutzung in der App KBV2GO! enthalten. Nach dem Herunterladen der App kann der Heilmittelkatalog dort angeklickt werden und bietet auch eine komfortable Suchfunktion.

Alle wichtigen Infos und Serviceangebote finden Ärzte sowie Psychotherapeuten, die seit Januar Ergotherapie verordnen dürfen, auf der Themenseite Heilmittel.

PraxisNachrichten: Fortbildungen zur neuen Heilmittel-Richtlinie sind online (17.12.2020)
PraxisNachrichten: PraxisWissen zur Verordnung von Heilmitteln erschienen - Serviceangebote zur neuen Richtlinie (10.12.2020)

Auch Psychotherapeuten können Ergotherapie verordnen

Seit 1. Januar

Mit der neuen Heilmittel-Richtlinie können seit 1. Januar auch Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten eine Ergotherapie verordnen. Möglich ist eine Verordnung bei Patienten mit psychischen Erkrankungen beziehungsweise bestimmten Erkrankungen des zentralen Nervensystems oder mit Entwicklungsstörungen. Die KBV bietet hierzu eine Praxisinformation an.

Hintergrund ist das Gesetz zur Reform der Psychotherapeutenausbildung. Damit wurden die Befugnisse der Psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten erweitert. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat daraufhin, die Heilmittel-Richtlinie entsprechend angepasst.

Die Verordnung ist unter anderem möglich bei einer Erkrankung aus dem Indikationsspektrum der Richtlinien-Psychotherapie, zum Beispiel bei Angststörungen. Außerdem kann sie bei einer Erkrankung erfolgen, bei der eine neuropsychologische Therapie angewendet werden kann (gemäß Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des G-BA (konkret: Anlage I Ziffer 19 § 4).

PraxisNachrichten: G-BA: Auch Psychotherapeuten können Ergotherapie verordnen (15.10.2020)

Psychotherapeuten dürfen psychiatrische häusliche Krankenpflege verordnen

Seit 1. Januar

Seit 1. Januar dürfen Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten psychiatrische häusliche Krankenpflege verordnen. Ihre Leistungen rechnen sie wie Vertragsärzte über den EBM ab, der dazu angepasst wurde.

Die Erstverordnung wird mit der Gebührenordnungsposition (GOP) 01422 abgerechnet (149 Punkte), eine Folgeverordnung mit der GOP 01424 (154 Punkte).

Die Verordnung erfolgt auf dem vertragsärztlichen Formular 12 „Verordnung häuslicher Krankenpflege“. Darauf ist die Nummer 27a unter „Sonstige Maßnahmen der Behandlungspflege“ anzugeben. Das Formular 12 erhalten Psychotherapeuten genau wie Vertragsärzte über ihre reguläre Formularbestellung.

PraxisNachrichten: Psychotherapeuten dürfen ab Januar psychiatrische häusliche Krankenpflege verordnen (17.12.2020)

Zweitmeinung

Zweitmeinung vor Fuß-Amputation bei Diabetes und vor Implantation einer Knieendoprothese

Im Laufe des Jahres 2021

Das Zweitmeinungsverfahren wird ausgebaut: Vor Implantation einer Knieendoprothese oder vor Amputation beim diabetischen Fußsyndrom können Patienten künftig eine zweite ärztliche Meinung einholen.

Die Aufnahme der beiden Eingriffsthemen in die Richtlinie zum Zweitmeinungsverfahren hatte der Gemeinsame Bundesausschuss im vergangenen Jahr beschlossen. Beide Beschlüssen werden derzeit noch vom Bundesgesundheitsministerium geprüft. Anspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung haben Versicherte erst dann, wenn der Beschluss in Kraft getreten ist und der EBM angepasst wurde.

Gesetzlich Versicherte haben vor bestimmten geplanten Eingriffen einen Anspruch auf eine unabhängige zweite ärztliche Meinung als Kassenleistung.  Besonders qualifizierte Fachärztinnen und Fachärzte prüfen im Zweitmeinungsverfahren, ob die empfohlene Operation medizinisch notwendig ist, und beraten die Versicherten zu möglichen Behandlungsalternativen. Möglich ist eine Zweitmeinung gemäß der G-BA-Richtlinie bislang vor Gebärmutterentfernungen, Mandeloperationen oder Schulterarthroskopien.

PraxisNachrichten: Seit 1. April Zweitmeinung vor Schulterarthroskopie – Künftig auch vor Amputation beim diabetischen Fußsyndrom (07.05.2020)

KBV-Patientenservice 116117: Arztsuche Zweitmeinung

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