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Rolle der Ärzteschaft in der NS-Zeit - Forschungspreis ausgelobt

21.01.2021 - Die nunmehr achte Ausschreibung für den Herbert-Lewin-Preis 2021 hat begonnen. Mit dem Forschungspreis werden wissenschaftliche Arbeiten über die Aufarbeitung der Geschichte von Ärzten in der Zeit des Nationalsozialismus prämiert. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2021.

Historische Aufarbeitung

Ziel des Preises ist die historische Aufarbeitung, aber auch die Erinnerung an engagierte Ärzte und Zahnärzte, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Zugleich soll das Interesse nachfolgender Generationen für die Aufarbeitung der Vergangenheit geweckt werden.

Professor Dr. Herbert Lewin (1899-1982), nach dem der Forschungsreis benannt ist, war ein deutscher Arzt und von 1963 bis 1969 Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland.

Wer teilnehmen kann

Das Bundesgesundheitsministerium, die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und die KBV haben den Forschungspreis zur Rolle der Ärzteschaft in der Zeit des Nationalsozialismus zum achten Mal ausgelobt.

Teilnehmen können Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten als Einzelperson. Aber auch Kooperationen oder Gemeinschaften von Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten, Studierende der Human- oder Zahnmedizin sowie Wissenschaftler an human- und zahnmedizinischen Fakultäten oder medizinhistorischen Instituten können sich bewerben. Jede teilnehmende Person und jede Arbeitsgruppe kann jeweils eine Arbeit einreichen.

Preis ist mit 15.000 Euro dotiert

Zur Jury gehört neben den Vertretern der Auslober auch der Zentralrat der Juden in Deutschland.

Der Herbert-Lewin-Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Er kann von der Jury auf mehrere verschiedene Arbeiten aufgeteilt werden. Alle teilnehmenden Personen erhalten nach der Entscheidung der Jury eine schriftliche Nachricht.

Unterlagen zur Teilnahme

Die Arbeiten müssen in deutscher Sprache verfasst sein und können sowohl in Papierform in sechsfacher Ausfertigung als auch in elektronischer Form abgegeben werden. Berücksichtigt werden ausschließlich Arbeiten, die seit dem 1. Januar 2016 erstellt oder veröffentlicht wurden. Arbeiten, die bereits bei vorherigen Ausschreibungen eingereicht wurden, können nicht erneut berücksichtigt werden. Eingereichte Unterlagen und Arbeiten verbleiben bei der KBV.

Einsendeschluss ist der 15. Juni 2021. Die Bewerbungsanschrift lautet:  

Kassenärztliche Bundesvereinigung     
Abteilung GIMO
Herbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin
E-Mail

 

Professor Dr. Herbert Lewin

Herbert Lewin wurde am 1. April 1899 in Schwarzenau geboren. Nach einem Medizinstudium arbeitete er in der jüdischen Poliklinik in Berlin, ab 1937 bis zu seiner Deportation durch die Nationalsozialisten als Chefarzt im jüdischen Krankenhaus in Köln.

Nach seiner Befreiung nahm Lewin seine Arzttätigkeit wieder auf. In den Jahren 1963 bis 1969 bekleidete er das Amt des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland. Er starb am 21. November 1982 in Wiesbaden (Quelle: www.zentralratderjuden.de / ehemalige Präsidenten).

Am 4. Oktober 2004 wurde in Berlin der Platz an der Wegelystraße nach Herbert Lewin benannt. Dort hat auch die KBV ihren Sitz.

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