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Corona-Virusvariante: Abklärung bei positivem PCR-Test jetzt möglich - Weitere Neuerungen bei der Testung

08.02.2021 - Für die Corona-Testung gibt es einige neue Regelungen. Bei einem positiven PCR-Test können Ärzte jetzt eine Untersuchung auf eine Virusvariante veranlassen. Zudem empfiehlt das Robert Koch-Institut wieder, alle Patienten mit akuten respiratorischen Beschwerden jeder Schwere auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 zu testen.

Die variantenspezifische PCR-Testung ist seit Inkrafttreten der neu gefassten Testverordnung (TestV) des Bundesministeriums für Gesundheit am 27. Januar möglich. Anspruchs¬berechtigt sind alle Personen mit einem positivem PCR-Testergebnis – auch symptomatische Patienten, die im Rahmen der Krankenbehandlung getestet wurden. Ziel ist es, die sich ausbreitenden SARS-CoV-2-Varianten B.1.1.7., B.1.351 und B1.1.28 schnell zu erkennen.

Eine Untersuchung auf eine Virusvariante kann mit dem „normalen“ PCR-Test beim Labor beauftragt werden oder im Nachgang, wenn ein positives Ergebnis vorliegt. Informationen über die Form der Beauftragung sind über das beauftragte Labor zu erhalten.

Indikatoren für eine besorgniserregende Virusvariante können besondere Reaktionsmuster in der Laboranalyse sein oder, dass die Person Kontakt zu einem Fall mit einer SARS-CoV-2-Virusvariante hatte, heißt es in der Begründung zur TestV. In Betracht kämen zudem Fälle nach Impfung, bei unerwarteter Krankheitsschwere oder unerwarteter klinischer Verläufe. Auch bei vorherigem Aufenthalt in Ländern, in denen neue Virusvarianten auftreten, biete sich eine variantenspezifische PCR-Testung an.

Labore rechnen die variantenspezifische PCR-Testung nach der TestV (Paragraf 9) ab. Im Falle von mehreren PCR-Testungen pro Einzelfall beträgt die Vergütung 101 Euro.

Weitere Neuerungen zur Testung

Weitere Neuerungen der Testverordnung betreffen den Anspruch auf SARS-CoV-2-Testungen. So können sich nun auch asymptomatische Mitarbeitende und Besucher/Bewohner in Obdachlosenunterkünften präventiv untersuchen lassen.

Außerdem wurde klargestellt, dass sich Angehörige nichtärztlicher Heilberufe wie Psychologische Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden nur in einer Arztpraxis, einem Testzentrum oder einer vom Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) beauftragten Einrichtung, zum Beispiel einer Zahnarztpraxis oder Apotheke, präventiv testen lassen können. Dies gilt auch für deren Mitarbeitende.

KBV passt Vorgaben zur Abrechnung an

Die KBV hat ihre Vorgaben zur Abrechnung von Leistungen nach der TestV angepasst. Die Vorgaben gelten für KV-Mitglieder und für Nicht-KV-Mitglieder.

Die aktualisierten KBV-Vorgaben werden auf der Themenseite zum Coronavirus veröffentlicht. Weitere Details zur Abrechnung können die Kassenärztlichen Vereinigungen auf Landesebene regeln.

Alle Neuerungen auf einen Blick

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Coronavirus-Testverordnung zum 16. Januar und erneut zum 25. Januar 2021 angepasst. Das sind die wesentlichen Neuerungen und Klarstellungen:

  • Bei einem positiven PCR-Test besteht Anspruch auf eine variantenspezifische PCR-Testung, um eine Virusvariante frühzeitig zu erkennen und zu erfassen. Die den PCR-Test beauftragende Praxis oder Einrichtung kann diese zusätzliche Untersuchung veranlassen. Die Beauftragung erfolgt nach der Vorgabe des Labors.
    Gilt seit 25. Januar
  • Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) darf ausschließlich ärztlich oder zahnärztlich geführte Einrichtungen sowie medizinische Labore und neuerdings auch Apotheken mit der Testung beauftragen (Apotheken und Zahnärzte nur mit der Durchführung von PoC-Antigen-Tests).
    Gilt seit 16. Januar
  • Einrichtungen anderer humanmedizinischer Heilberufe wie Psychologische Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden dürfen nicht vom ÖGD beauftragt werden – auch nicht mit der Testung des eigenen Personals. Das heißt: Die Mitarbeitenden müssen eine Arztpraxis, ein Testzentrum oder eine andere zur Testung berechtigte Einrichtung aufsuchen. Wöchentlich ist ein PoC-Antigen-Tests pro Person möglich.
    Gilt seit 16. Januar
  • Neu ist darüber hinaus, dass sich nun auch asymptomatische Mitarbeitende und Besucher/Bewohner in Obdachlosenunterkünften präventiv testen lassen können.
    Gilt seit 16. Januar
  • Ausgeweitet wurden die Testmöglichkeiten für ambulante Pflegedienste, ambulante Hospizdienste und ambulante Intensivpflege: Die zulässige Höchstmenge für die Beschaffung und Nutzung von PoC-Antigen-Tests wurde auf 20 Tests pro Person und Monat erhöht.
    Gilt seit 16. Januar
  • Einrichtungen der ambulanten und stationären Eingliederungshilfe für Menschen mit körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung dürfen jetzt auch PoC-Antigen-Tests selbst durchführen. Möglich sind im Rahmen ihres Testkonzeptes maximal 30 (stationäre Einrichtung) beziehungsweise 20 (ambulante Einrichtung) PoC-Antigen-Tests pro Monat. Zudem können diese Einrichtungen für den Abstrich, die Ergebnismitteilung und die Ausstellung eines Zeugnisses 9 Euro abrechnen, sofern die Testung nicht von unentgeltlich tätigen Personen durchgeführt wird.
    Gilt seit 16.1. für ambulante und seit 25.1. für stationäre Einrichtungen
  • Es wurde klargestellt, dass Abstriche zur präventiven Testung bei Personal, Besuchern und Patienten/Bewohnern in einer Einrichtung, zum Beispiel in Pflegeheimen, nicht nach der Testverordnung abgerechnet werden dürfen. Hinweis: Abstriche, die vor Aufnahme in diese Einrichtungen erfolgen, zum Beispiel durch Vertragsärzte, werden den Leistungserbringern gemäß TestV wie bisher mit 15 Euro vergütet.
    Gilt seit 16. Januar
  • Apotheken und andere nichtärztliche Einrichtungen, die vom ÖGD mit der Durchführung von PoC-Antigen-Tests beauftragt sind, erhalten für den Abstrich, die Ergebnismitteilung und die Ausstellung eines Zeugnisses 9 Euro und für die Sachkosten maximal 9 Euro je PoC-Antigen-Tests. Die Abrechnung erfolgt über die KVen.
    Gilt seit 16. Januar

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