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Praxisnachrichten

Darmkrebsvorsorge in der Pandemie nicht vernachlässigen

18.02.2021 - Mit Blick auf den Darmkrebsmonat März ruft der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister dazu auf, die Patienten verstärkt auf das Früherkennungsangebot hinzuweisen. Aufgrund der Pandemie hätten im vorigen Jahr zu viele Menschen Vorsorgetermine nicht wahrgenommen. Deshalb sei der Aufruf zur Darmkrebsvorsorge in diesem Jahr besonders wichtig. 

„Gerade vor dem Hintergrund rückläufiger Zahlen ist es wichtig, dass Ärztinnen und Ärzte ihre Patientinnen und Patienten über das Früherkennungsprogramm gezielt informieren und sie zur Teilnahme am Darmkrebsscreening motivieren“, sagte Hofmeister den PraxisNachrichten. 

Viele Menschen scheuten sich aus Angst vor einer Ansteckung an COVID-19, Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und riskierten so andere schwerwiegende Erkrankungen. Gerade die Koloskopie sei eine Untersuchung mit der nachgewiesener Maßen Darmkrebs nicht nur früh erkannt, sondern auch verhindert werden kann.

Mit Beginn der Pandemie haben dem Trendbericht des Zentralinstituts der kassenärztlichen Versorgung (Zi) zufolge deutlich weniger Menschen die Früherkennungskoloskopie genutzt. Lagen die Behandlungszahlen bis zum 17. März des Vorjahres noch bis zu 45 Prozent über denen des Vergleichszeitraums 2019, wurden zwischen Mitte März und Ende Mai Rückgänge um bis zu 43 Prozent registriert. Danach kam es bis Ende Juli wieder zu einem leichten Zuwachs von 14 Prozent. 

Aufgrund der aktuellen, seit Wochen andauernden Lockdown-Maßnahmen rechnen die Zi-Wissenschaftler mit einem weiteren deutlichen Rückgang der Fallzahlen.

Darmkrebsscreening als organisiertes Programm

Teil des Darmkrebsscreening-Programms ist ein Beratungsgespräch über die Früherkennung des kolorektalen Karzinoms für Versicherte ab 50 Jahren. Es kann von allen Vertragsärzten angeboten werden, die Leistungen zur Krebsfrüherkennung erbringen – also neben Hausärzten unter anderen auch von Gynäkologen und Urologen. 

Das Programm zur Früherkennung von Darmkrebs wird seit 2019 als organisiertes Darmkrebsscreening angeboten: Seither erhalten anspruchsberechtigte Versicherte eine Einladung zur Früherkennung auf Darmkrebs von ihrer Krankenkasse, um mehr Menschen mit diesem Untersuchungsangebot zu erreichen. 

Männer haben seit 2019 bereits ab 50 Jahren Anspruch auf eine präventive Koloskopie, da sie ein höheres Risiko als Frauen haben, an Darmkrebs zu erkranken. Bei Frauen liegt die Altersgrenze für die Koloskopie bei 55 Jahren. 

In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 25.000 Menschen an Darmkrebs. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt jährlich bei rund 61.000. Der Darmkrebsmonat März ist jährlich immer wieder Auftakt, die Erkrankung und deren Möglichkeiten zur Früherkennung zu thematisieren. Er findet in diesem Jahr bereits zum 20. Mal statt. Zu den Initiatoren gehören die Felix Burda Stiftung, die Deutsche Krebshilfe, die Stiftung Lebensblicke und seit 2006 die Deutsche Krebsgesellschaft.

Patienteninformationen für die Praxis

Die KBV bietet mehrere Patienteninformationen zum Früherkennungsprogramm sowie zum Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl. Die DIN-A4-Blätter können auf der Internetseite der KBV kostenlos als PDF-Dokumente heruntergeladen werden.
 

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