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Praxisnachrichten

Check up: Screening auf Hepatitis für Versicherte ab 35 Jahren

18.02.2021 - Versicherte ab dem vollendeten 35. Lebensjahr können künftig ein einmaliges Screening auf eine Hepatitis B- und Hepatitis C-Virusinfektion erhalten. Damit sollen unentdeckte Infektionen erkannt und frühzeitig behandelt werden, um gravierende Spätfolgen zu verhindern. Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses ist jetzt in Kraft getreten.

Der Bewertungsausschuss hat nun sechs Monate Zeit, die Leistung in den EBM aufzunehmen, sodass der Anspruch auf die Leistung spätestens im Herbst besteht.

Das Screening auf Hepatitis B und C soll im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene ab 35 Jahren erfolgen. Ab diesem Alter haben gesetzlich Versicherte alle drei Jahre Anspruch auf diesen Check-up.

Liegt der letzte Check-up keine drei Jahre zurück, kann das Screening übergangsweise auch separat erfolgen. Damit soll allen Versicherten dann zeitnah das neue Angebot zur Verfügung stehen. Ansonsten können Versicherte das einmalige Hepatitis-Screening beim nächsten regulären Check-up in Anspruch nehmen.

Klärung des Impfstatus

Vor der Untersuchung auf Hepatitis B soll der Impfstatus geklärt werden. Eine Impfung gegen Hepatitis B ist möglich und wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Säuglinge und Kinder seit 1995, für Menschen mit geschwächtem Immunsystem seit 2013 empfohlen. Bei einer erfolgreichen Immunisierung durch Impfung ist ein Screening auf Hepatitis B nicht notwendig. Für Hepatitis C gibt es keine Impfung. 

Eine unbehandelte chronische Hepatitis kann gravierende Spätfolgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs nach sich ziehen. Dieser schwere Verlauf kann durch die frühzeitige Gabe von antiviralen Medikamenten wirksam verhindert werden. 

Blutentnahme und Laboruntersuchung

Bei Hepatitis B wird das Blut zunächst auf HBsAg untersucht, bei Hepatitis C wird der HCV-Antikörper bestimmt. Bei einem positiven Ergebnis soll anschließend eine HBV-DNA- beziehungsweise HCV-RNA-Bestimmung aus derselben Blutentnahme erfolgen. 

Die Laboruntersuchungen dürfen nur Ärzte durchführen, die eine Genehmigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor in der Fassung vom 1. April 2018 zur Ausführung und Abrechnung dieser Leistung besitzen.

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