Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Vorbereitungen auf Corona-Impfungen in Arztpraxen in vollem Gange

24.02.2021 - Die Vorbereitungen für das Verabreichen der Corona-Schutzimpfung in den Arztpraxen laufen auf Hochtouren. Denn sobald ausreichend Impfstoffe da sind, müssen die Vertragsärzte in die Impfkampagne einbezogen werden, um einen Impfstau zu vermeiden, wie der KBV-Vorstand heute vor Journalisten betonte.

Einen genauen Termin, ab wann die Haus- und Fachärzte in ihren Praxen impfen könnten, lasse sich zurzeit zwar noch nicht festlegen, „aber er werde sicherlich in der ersten Hälfte des zweiten Quartals liegen“, sagte KBV-Vorstandvorsitzender Dr. Andreas Gassen. Entscheidende Voraussetzung sei, wie sich die Impfstoffmenge entwickelt. „Die Praxen müssen sich drauf verlassen können, dass sie zuverlässig mit ausreichend Impfstoffen und Zubehör wie Kanülen und Spitzen beliefert würden.“

Die Vertragsärzte würden dringend gebraucht, um das versprochene Impfangebot an die Bevölkerung schnellstmöglich in die Tat umzusetzen, betonte KBV-Vorstandsvize Dr. Stephan Hofmeister. Dazu bedürfe es eines festgelegten Prozesses mit zeitlich vorgegebenen Fristen für die Impfstofflieferung. Zudem dürfe keine zusätzliche Bürokratie entstehen.

Zuverlässige Belieferung mit Impfstoffen

Zur Belieferung der Praxen mit Impfstoffen hat die KBV zusammen mit Vertretern der Apotheken und des pharmazeutischen Großhandels ein Konzept entwickelt. Es sieht vor, dass die Vertragsärzte jeweils bis Dienstagmittag den für die Folgewoche benötigten Impfstoff sowie das Zubehör bei ihrer Apotheke bestellen. Dazu nutzen sie das Formular 16. Die Lieferung an die Praxen würde dann jeweils zu Wochenbeginn durch die Apotheke erfolgen.

Der wöchentliche Bestell- und Lieferrhythmus ist aufgrund der begrenzten Lagerfähigkeit des Biontech-Impfstoffes erforderlich, da dieser ab dem Zeitpunkt des Auftauens nur noch 120 Stunden bei Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad lagerfähig ist. Die Praxen hätten damit fünf Tage Zeit, den Impfstoff zu verbrauchen.

Einfache Dokumentation

Auch die Vorgaben an die Dokumentation, wie sie aktuell für die Impfzentren gelten, sollen an den Praxisbetrieb angepasst werden, wie Hofmeister berichtete. Die KBV habe bereits ein Software-Tool entwickelt, in das die Praxen tagesaktuell lediglich eintragen, wie viele Erst- und wie viele Zweitimpfungen sie je Impfstoff verabreicht haben.

Die verkürzte Dokumentation sei gerechtfertigt, da die Praxen voraussichtlich ihnen bekannte Patienten impfen würden, für die einschlägige Daten bereits vorlägen, sagte Hofmeister. Weitere Details könnten dann über die Abrechnungsdaten nachgeliefert werden.

Keine Wahloption beim Impfstoff

Eine Absage erteilten beide KBV-Vorstände der Option, dass Patienten den Impfstoff auswählen können. „Das sprengt alle Ansätze, schnell und sicher zu impfen“, sagte Hofmeister. „Wer das nicht möchte – es gibt keine Impfpflicht – der muss warten bis er das bekommt, was er sich wünscht.“

Den in jüngster Zeit teilweise erweckten Eindruck, „AstraZeneca sei ein Impfstoff zweiter Klasse, teilen wir ausdrücklich nicht“, stellte Gassen klar und hob auch noch einmal den Zeitdruck hervor. „Wir hangeln uns von Lockdown zu Lockdown.“ Das Impfen sei die einzige Exitstrategie.

Sobald ausreichend Impfstoff vorhanden ist, wird nach Einschätzung des KBV-Vorstands die derzeit geltende Priorisierung nachrangig werden. Dennoch werde es so sein, dass nicht jeder sofort an der Reihe sein könne, stellte Hofmeister klar. Den Praxen müsse eine individuelle Terminvergabe möglich sein, sagte Gassen.

Online-Tool des Zi berechnet verschiedene Impfszenarien

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat die vor zwei Wochen vorgestellte Modellierung zur Nationalen Impfstrategie nunmehr weiterentwickelt und aktualisiert. Danach ist die Betrachtung des Impfgeschehens sowohl für den Bund als auch Länderebene möglich. Das Online-Tool, über das nun verschiedene Impfszenarien berechnet werden können, wurde am Mittwoch freigeschaltet.

Die Impfmodellierung biete ein Zeit- und Mengengerüst für den zukünftigen Verlauf der Impfkampagne, erläuterte Zi-Vorstandsvorsitzender Dr. Dominik von Stillfried. Damit könnten die politisch Verantwortlichen die Auswirkungen der Entscheidungen zum weiteren Management sofort abzulesen. Abhängig von der Impfstoffverfügbarkeit werde dynamisch dargestellt, wie Veränderungen der Impfkapazität oder verschiedene Impfstrategien sich auf den Impffortschritt der Bevölkerung je Bundesland und im Bundesgebiet auswirkten.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten